Ja und Nein !
Es gibt 1000+ Argumente, die da eine Rolle spielen.

1. DB-Design
Es gibt Designs, da ist RPG einfach schneller, da SQL damit nicht zurechtkommt (Stichwort Normalisierung). Probleme bieten z.B. Schlüsselungleichheiten (Numerisch/Alpha) bei Join's oder Beziehungen, die nur per Programm aufgelöst werden können.

2. Recordlevel-Access (Einzelsatzverarbeitung)
Hier sollte man bei RPG folgendes wissen:
Dateizugriffe erfolgen immer über interne Puffer, also nie mit den Feldern direkt.
Durch die F-Bestimmung wird ja automatisch eine I-Bestimmung generiert. Der Compiler generiert aber ausschließlich die Felder, die eine Referenz aufweisen.
Nach einem READ/CHAIN werden aus dem Puffer die Felder gefüllt und vor dem WRITE/UPDATE der Puffer aus den Feldern gefüllt.
Arbeitet man aber mit einer externen DS, die alle Felder enthält auch wenn man sie nicht benötigt, werden jede Menge Move's generiert, die nichts als Zeit kosten.

Bei SQL sollte man IMMER die Felder selektieren (und fetchen) die man benötigt, man spart sich da also ein bißschen. Merkbar ist das aber nur bei sehr vielen (>100.000) Datensätzen.

Bei der Feldart sollte man darauf achten, dass nach Möglichkeit der gleiche Typ verwendet wird, das spart Konvertierungen.
Leider kennen DSPF/PRTF's keine gepackten Felder (auch wenn man sie definiert, der Compiler macht immer zoned daraus), was fast immer zu einer Konvertierung führt.

Auch SQL führt Anpassungen durch, die man aber durch explizite Definition minimieren kann.

3. Massen-Funktionen
Ganz klar bietet SQL den Vorteil bei Select mit Gruppierungen, Scalar-Funktionen o.ä.
Hier reicht oftmals ein Select, was in RPG mühsam programmiert und berechnet werden muss. Hier ist SQL schneller, da dies auf sehr tiefer Ebene in der DB gelöst wird.
Auch ein Massen-Update sowie Massen-Delete bietet große Vorteile.

Fazit:
Es kommt immer auf die gewünschte Funktion an, ob SQL oder RPG schneller ist.
Übrigens: COBOL kennt viele Overheads von RPG nicht und ist insbesonders bei nativen Dateizugriffen schneller (hier wird im Programm direkt mit den Dateipuffern gearbeitet).

Ein großer Vorteil von SQL ist, dass ich Optimierungen der DB vornehmen kann, ohne an den Programmen etwas zu ändern (Formatebenen-Id) oder einfach nur Spalten hinzufügen kann.
Ist ein SQL-Zugriff langsam, kann ich ihn beschleunigen indem ich einen Index erstelle. Will ich das RPG-Programm beschleunigen erfordert das ggf. ein Redesign.