Der iSeries Navigator vereinfacht die kritische Verwaltungsaufgabe mit speziellen Funktionen
von Greg Hintermeister
Über den Autor
Greg Hintermeister (gregh@us.ibm.com) ist als IBM Mitarbeiter für das Design von Benutzerschnittstellen, speziell auch für den iSeries Navigator zuständig. Übersetzt und für den deutschsprachigen Markt überarbeitet von Joachim Riener.
Abbildung der Schlüsselwörter auf die neuen Kategoriebegriffe
Wie schon zuvor erwähnt, ging das iSeries Navigator Team beim Design davon aus, dass erfahrene Administratoren – anstatt sich an die neuen, im allgemeinen Sprachgebrauch formulierten Begriffe zu gewöhnen – es vermutlich vorziehen würden, die bisher gewohnten Schlüsselwörter beizubehalten. So wurde einiges getan, um die neuen Begriffe auf die textbasierten Schlüsselwörter abzubilden:
Im iSeries Information Center steht ein neues Tool namens System Value Finder zur Verfügung, das die Entsprechungen zwischen den Schlüsselwörtern und den neuen Begriffen auflistet. Nach Eingabe eines Schlüsselwortes gibt das Tool Auskunft darüber, in welcher Kategorie sich dieses Schlüsselwort befindet, welcher Begriff im iSeries Navigator dem Schlüsselwort entspricht und wozu dieser Systemwert dient. (Selbst wenn man es gewöhnt ist, Schlüsselwörter für Systemwerte zu verwenden, ist es empfehlenswert, den Teil des Hilfetextes zu lesen, der die Funktion des Systemwertes erläutert. Im Laufe der Releases hat sich die Funktion diverser Systemwerte zur Anpassung an neu hinzugekommene Umgebungen gewandelt und gelegentlich wird man erstaunt sein, auf welche Weise ein eigentlich vertrauter Systemwert möglicherweise das Verhalten eines bestimmten Betriebssystems beeinflussen kann.) Erfahrene Administratoren können den iSeries Navigator auch nutzen, um ein Inventar der Systemwerte zu exportieren und sich anschließend anzusehen, wie die Schlüsselwörter mit den neuen Begriffen korrespondieren.
Beim Exportieren des Systemwert-Inventars erscheint ein Fenster, aus dem der neue Begriff, der neue Wert, der Systemname sowie Name und Wert des korrespondierenden Schlüsselwortes ersichtlich sind (die Systemwerte mehrerer Systeme lassen sich zusammengefasst in eine Web Page oder ein Spreadsheet exportieren). Die im iSeries Navigator integrierte Hilfedatei enthält nicht nur detaillierte Informationen über den Zweck des Systemwertes und seine verfügbaren Optionen, sondern auch das jeweils korrespondierende Schlüsselwort. Dies erweist sich als ausgesprochen hilfreich, wenn auf einfache Weise festgestellt werden soll, welches Schlüsselwort welchem neuen Begriff entspricht.Inventar
Wenn die Verwendung der neuen Kategorien (mit interaktiver Sicht auf die Systemwerte) für eine Einzelverbindung auch eine große Hilfe ist, so wird oft der Wunsch bestehen, Systemwerte über mehrere Systeme hinweg zu vergleichen oder die Einstellungen dieser Werte für eine spätere Analyse oder ein Audit zu sichern. An dieser Stelle erweist sich der iSeries Navigator als hilfreich. Administratoren haben die Möglichkeit, ein Inventar über mehrere Systeme hinweg zusammenzustellen, dieses Inventar in eine Web Page oder ein Spreadsheet zu exportieren sowie ein neues iSeries Navigator Tool zum interaktiven Abgleich von Systemwerten über mehrere Systeme hinweg einzusetzen. Um mit diesem Tool ein Inventar der Systemwerte zusammenzustellen, wird einfach eine Reihe von Systemen (oder Systemgruppen) ausgewählt. Alle Aufgaben, die mehrere Systeme betreffen, lassen sich unmittelbar ausführen oder wahlweise für eine regelmäßige tägliche, wöchentliche oder monatliche Ausführung einplanen. Das Tool zum Abgleich von Systemwerten erweist sich beispielsweise als nützlich, wenn wöchentlich eine aktuelle Übersicht der Systemwerte benötigt wird. Die Zusammenstellung der Systemwerte kann z.B. in der Nacht von Sonntag auf Montag erfolgen. Werden die Daten dann jeweils montags exportiert, verfügt man über ein wöchentliches Inventar sämtlicher Systemwerte aller beteiligten Systeme. Zu beachten ist hierbei, dass der eigentliche Export des Inventars nicht zur automatischen Durchführung eingeplant werden kann, da die exportierten Daten letztlich auf dem PC des Administrators gespeichert werden. Die Daten lassen sich in eine Textdatei, eine Web Page oder direkt im Spreadsheet-Format exportieren. Alle zulässigen Formate können aber letztlich in eine Spreadsheet-Anwendung importiert werden, in der sich dann Suchoperationen, Sortierungen oder andere Auswertungen vornehmen lassen. Anders als bei anderen Inventartypen ist eine Anzeige des Systemwert-Inventars aus dem iSeries Navigator Main Menu heraus nicht möglich. Die Anzeige dieses Inventars kann nur an einer einzigen Stelle im Navigator – innerhalb des Dialogs „Compare and Update“ – vorgenommen werden. Das bedeutet, das für die Anzeige von Systemwerten für ein bestimmtes System mit den zuvor erläuterten neuen Kategorien und Begriffen zuerst unter „My Connections“ eine Verbindung zu dem System hergestellt werden muss.
Compare und Update
Obwohl der Export des Systemwert-Inventars und die damit verbundene Abbildung der Systemwerte mehrerer Systeme in einem einzigen Dokument sicherlich eine wertvolle Unterstützung darstellt, so liegt der wahre Wert der Inventarfunktionen des iSeries Navigator im „Compare and Update“. Man kann davon ausgehen, dass in einem Netzwerk von iSeries Systemen meist ein System vorhanden ist, dessen Systemverhalten als gut bezeichnet werden kann. Die Systemwerte dieses Systems lassen sich nun als Vergleichsbasis heranziehen. Dieses System ist das Modellsystem mit einer „guten“ DNA. Weiterhin kann davon ausgegangen werden, dass das Systemverhalten anderer Systeme (oder Systemgruppen) im Netz nicht in gleichem Maße positiv ist. Dies sind die Zielsysteme mit einer „schlechten“ DNA. Ziel es ist nun, die Systemwerte auf den Zielsystemen mit den entsprechenden Einstellungen des Modellsystems abzugleichen. Hierzu werden zuerst die Zielsysteme ausgewählt, dann wird mit der rechten Maustaste System Values und anschließend Compare and Update Menu angeklickt. Nachdem sich der Compare and Update-Dialog geöffnet hat, wird aus einer Drop down-Liste das Modellsystem gewählt. Im unteren Teil der Anzeige erscheinen nun die Zielsysteme mit ihren Systemwerten, die sich nun mit den Werten des Modellsystems vergleichen lassen (Abbildung 3).
Anders als bei dem Assistenten Fixes Compare und Update handelt es sich hier um einen eher interaktiven Dialog. Nachdem das Modellsystem und die Zielsysteme ausgewählt sind, kann ein spezieller Systemwert aus einer Kategorie auf dem Modellsystem selektiert und mit den entsprechenden Einstellungen auf den Zielsystemen verglichen werden. Sind die zu vergleichenden Systemwerte abgearbeitet und die Systemwert-Einstellungen des Modellsystems ermittelt, die auf die Zielsysteme übertragen werden sollen, muss nur noch das jeweilige „Update“-Kästchen neben den betroffenen Systemwerten markiert und die Schaltfläche OK betätigt werden. Daraufhin wird die Übernahme auf alle ausgewählten Zielsysteme durchgeführt. Unter Berücksichtigung der Vielzahl verfügbarer Systemwerte hat das iSeries Navigator Entwicklungsteam eine Option mit der Bezeichnung „Show only Differences“ hinzugefügt. Wird diese Option ausgewählt, erscheinen in der Anzeige nur noch die Systemwerte der Zielsysteme, die von dem Modellsystem abweichende Einstellungen aufweisen. Die Option filtert somit alle Werte aus, die keine Abweichung beinhalten. Folgende wichtige Details sind beim Einsatz des Compare and Update-Dialogs für Systemwerte zu beachten:
Die angezeigten Werte des Modellsystems sind Echtzeit-Daten! Würden hier Inventardaten herangezogen, bestünde die Gefahr, dass für einen Abgleich eventuell veraltete Werte herangezogen werden. Für die Zielsysteme werden keine Echtzeit-Daten angezeigt, sondern die Informationen des zuletzt erstellten Inventars. Das letzte Inventarisierungsdatum wird mit angezeigt und es obliegt dem Benutzer, auf eine angemessene Aktualität zu achten. Wird ein Datum ausgewiesen, das Zweifel an der Aktualität des angezeigten Wertes aufkommen lässt, sollte der Dialog geschlossen und vor der Wiederaufnahme ein aktuelles Inventar der betroffenen Zielsysteme zusammengestellt werden. Bei geöffnetem Dialog lässt sich sowohl das gewählte Modellsystem als auch die Liste der Zielsysteme ändern. So können – abhängig von den beabsichtigten Überprüfungen – beliebig Systeme hinzugefügt oder entfernt werden. Eine Übernahme von Systemwerten erfolgt ausschließlich für diejenigen Zielsysteme, die sich bei Betätigung der Schaltflächen OK oder SCHEDULE aktuell in der Liste befinden. Das Inventar der Zielsysteme kann direkt aus dem Dialog in eine Textdatei, eine Web Page oder ein Spreadsheet übernommen werden. Beim Durchlaufen des Dialoges kann es geschehen, dass einige Systeme zum Update ausgewählt wurden, man sich aber nicht mehr sicher ist, welche es nun waren und wie die einzelnen Einstellungen lauteten. In einem solchen Fall lassen sich die bereits selektierten Systemwerte durch Anklicken der Schaltfläche Summary (neben der Kategorie) nochmals anzeigen. In dieser Anzeige können – sofern gewünscht – bereits getroffene Selektionen wieder rückgängig gemacht werden.
Verwaltung der Systemzeit
Mit V5R3 ist eine intelligentere Möglichkeit hinzugekommen, die Werte für die Systemzeit zu verwalten. Im Ordner Time Management unter Configuration und Service können Zeitzonen selektiert, editiert oder sogar selbst angelegt werden. Auch die Systemzeit lässt sich mit dem in Abbildung 4 gezeigten Dialog ändern.
Wenn dieser Dialog auch nicht besonders umfangreich ist, enthält er dennoch reichhaltige Funktionalität. Der Dialog zeigt, sobald er geöffnet wird, die vom iSeries System aktuell verwendete Systemzeit und die für die Zeitverwaltung zuständige Anwendung. Zusätzlich ist ersichtlich, ob eventuell gerade eine Zeitanpassung vorgenommen wird. Lief in der Vergangenheit die interne Uhr eines iSeries Systems zu schnell, musste die Zeit manuell auf den korrekten Wert zurückgesetzt werden. Hierbei konnte es jedoch geschehen, dass bei Zeitstempeln und anderen zeitgebundenen Ressourcen Überlappungen auftraten, die dann unter Umständen zu unerwarteten Ergebnissen in Anwendungen führten. Ab V5R3 werden solche Zeitanpassungen in einem intelligenten Prozess durch Verzögerung oder Beschleunigung der internen Systemuhr vorgenommen, die so lange anhält, bis die korrekte Zeit erreicht ist. Ist eine solche Zeitanpassung gerade aktiv, zeigt der Dialog an, wie hoch die Differenz noch ist und erlaubt – sofern gewünscht – ein Beenden des Anpassungsprozesses.
Datums- und Zeitsynchronisation
Seit V5R2 erlaubt der iSeries Navigator eine Synchronisation von Datum und Zeit über mehrere Systeme hinweg. Eines der Hauptprobleme, mit denen Benutzer des iSeries Navigator in der Vergangenheit zu kämpfen hatten, war die Tatsache, dass bei der Betrachtung von System-Monitoren, Logs und anderen systemübergreifenden Informationen ein Vergleich regelmäßig dann schwierig wurde, wenn die Zeiteinstellungen auf den beteiligten Systemen voneinander abwichen. Mit dem Dialog zur Synchronisierung von Datum und Zeit können Administratoren nun die Zeiteinstellungen mehrerer Systeme mit den Einstellungen eines Modellsystems synchronisieren. Die Synchronisation funktioniert auch dann einwandfrei, wenn die Zielsysteme sich beispielsweise in unterschiedlichen Zeitzonen befinden. In dem Bereich Adjust for GTM Offset stehen zwei Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung. Bei Auswahl der ersten Option wird zuerst die Zeit synchronisiert und anschließend eine Anpassung an die Zeitzonen vorgenommen. Das bedeutet, dass sich beispielsweise die Zeiteinstellung von Systemen in New York von Systemen in Minnesota nach erfolgter Synchronisation um exakt eine Stunde unterscheidet. Bei Auswahl der zweiten Schaltfläche wird die Zeiteinstellung des Modellsystems auf alle Zielsysteme übernommen. Das kann nützlich sein, wenn z.B. mehrere neue Systeme eingesetzt werden oder wenn für alle Systeme in der gleichen Zeitzone die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit – oder umgekehrt – durchgeführt werden soll. Hier noch ein wichtiger Hinweis: Wie schon zuvor erwähnt, kann unter V5R2 das Zurücksetzen der Systemzeit zu Problemen mit zeitgebundenen Ressourcen führen. Aus diesem Grunde ist der Standardwert der Option, die ein Zurücksetzen der Systemzeit gestattet, standardmäßig „NO“. Diese Option sollte zur Vermeidung von Problemen unter V5R2 nur dann auf „YES“ gesetzt werden, wenn zuvor sichergestellt wurde, dass keine kritischen Jobs ablaufen. Detaillierte Informationen zu diesen Einstellungen finden sich im iSeries Information Center. Ab V5R3 verhindert der zuvor beschriebene intelligentere Prozess zur Zeitanpassung Probleme mit zeitgebundenen Ressourcen.
Zusätzliche Informationen
Dieser Artikel enthält einen kurzen Einblick in die Unterstützung für Systemwerte im iSeries Navigator. Wer mehr über die Bedeutung einzelner Systemwerte und deren Verwaltung erfahren möchte, findet zusätzliche Informationen im iSeries Information Center (ibm.com/eserver/iseries/infocenter) nach Auswahl von Release, „Systemverwaltung“ und „Systemwerte“. Überdies enthalten auch die Hilfetexte, die nach Öffnen einer Systemwert-Kategorie im iSeries Navigator zur Verfügung stehen, ausführliche Informationen über die einzelnen Systemwerte, deren Auswirkungen und Optionen.
![Künstler Burgy Zapp [http://burgyzapp.de]](http://newsolutions.de/it/wp-content/uploads//re1_Zwei-Züge_Z_sw_o_Negativ.jpg)



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