Marktanalyse WLAN-Hotspots

Nov 11th, 2008 | By Redaktion | Category: Management & IT

Marktanalyse WLAN-Hotspots: Bis 2006 europaweit 35.000 aktive öffentliche WLAN-Hotspots?

Europamarkt für drahtlose Technologien im Unternehmensbereich
Bis 2006 europaweit 35.000 aktive öffentliche WLAN-Hotspots?


Analyse von Frost & Sullivan

Ein rasantes Wachstum verzeichnet derzeit der Europamarkt für öffentlich zugängliche WLAN-Hotspots, und ein Ende des Booms ist noch lange nicht in Aussicht.

Obwohl es den Branchenakteuren immer noch nicht gelungen ist, entscheidende technische und geschäftsbezogene Herausforderungen erfolgreich zu meistern, betrachten viele Player die öffentlichen Hotspots für drahtlose Netze als äußerst lukrative Chance für unterschiedlichste Geschäftsmodelle. Auch die internationale Unternehmensberatung Frost & Sullivan rechnet für die nächsten Jahre mit einer regelrechten Umsatzexplosion: Im Jahr 2002 noch auf zirka 18 Millionen Euro beziffert, sollen die Umsätze aus Nutzerentgelten für europäische WLAN-Hotspots Ende 2006 bereits die Ein-Milliarde-Euro-Marke überschritten haben.

Die Entwicklung wird laut Analyse hauptsächlich durch das Interesse der ehemaligen Monopolisten unter den Fest- und Mobilnetzbetreibern vorangetrieben werden, da diese Akteure über die nötigen Ressourcen für eine breitflächige Implementierung verfügen. Unabhängige Dienstanbieter demonstrieren ein hohes Engagement für ihr Ziel einer schnellen Marktexpansion und zwingen damit die größeren Player dazu, ihrerseits wichtige Schritte einzuleiten. Allerdings fehlt es den kleinen Anbietern häufig an Kapital wie auch an Know-how, um große Netze aufzubauen oder aber netzübergreifende Roaming-Initiativen ins Leben zu rufen, was für einen langfristigen Erfolg bei der wichtigen Zielgruppe der Geschäftskunden unerlässlich wäre.
Entsprechend ist der Markt momentan stark fragmentiert, und eine große Anzahl von Anbietern versucht, sich jeweils eine möglichst starke Position zu sichern. Viele Player halten bereits einen kurzfristigen Erfolg für attraktiv, da sich schon jetzt gezeigt hat, dass sich im Europamarkt für WLAN-Hotspots selbst bei geringen Investitionen hohe Umsätze erzielen lassen. Voraussetzung ist gemäß Analyse allerdings die Wahl eines geeigneten Geschäftsmodells. So hat der nur mäßige Erfolg von kommerziellen Diensten in Nordamerika deutlich gezeigt, dass der richtige Mix aus Kundensegmentierung, geographischer Positionierung, Preisen und Serviceangeboten eine entscheidende Rolle spielt. Dass aus diesen und anderen Gründen auch in Europa nur ein Bruchteil der derzeitigen Wettbewerber langfristig überleben wird, liegt folglich auf der Hand. Frost & Sullivan geht davon aus, dass die Konsolidierungsphase bereits begonnen hat und die Zahl der Dienstanbieter zurückgehen wird, wenn größere Organisationen mit umfassenderen Ressourcen ins Spiel kommen.

Wichtigster Zielmarkt für die WLAN-Industrie ist momentan der Unternehmenssektor mit seiner hohen Penetrationsrate bei Notebook-PCs und seiner steigenden Nachfrage nach flexiblem Zugang zu Netzwerkdiensten. Doch erfreut sich WLAN auch in vertikalen Märkten wie Transport und Vertrieb, im medizinischen Umfeld sowie im Zusammenhang mit Public-Access-Netzen und bei Privatnutzern wachsender Beliebtheit.

Am schnellsten verbreiten sich Wireless-LAN-Dienste derzeit in Skandinavien, angeführt von SoneraTelia mit seinem Service Telia HomeRun und Sonera mit wGate. Andere wichtige Pioniere im europäischen WLAN-Markt sind BT Openzone, T-Mobile (Deutsche Telekom) und Swisscom.

Wer sich in der WLAN-Hotspot-Branche mit kommerziellen Diensten langfristig behaupten will, sollte laut Frost & Sullivan versuchen, die Anzahl seiner Abonnenten zu maximieren und sich gleichzeitig die optimalen Standorte für Hotspots zu sichern. Dazu zählen vor allem Orte, die häufig von Geschäftsreisenden und damit von der lukrativsten Zielgruppe frequentiert werden.

In Bezug auf das Thema GSM-Roaming an sämtlichen dafür ausgerüsteten Hotspots weltweit weist Frost & Sullivan die Service Provider auf die Bedeutung einer nahtlosen Abdeckung hin. Wie die Roaming- und Umsatzverteilungsvereinbarungen ausgestaltet sein werden, wird von den jeweiligen Machtverhältnissen und der Positionierung der beteiligten Netzbetreiber abhängen.

Eine der wichtigsten Aufgaben für Hotspot-Betreiber wird künftig in der Aufrechterhaltung eines angemessenen Service-Niveaus bestehen, so schließt die Analyse.

Wo Hotspot-Dienste kostenfrei angeboten werden, kann der Anwender keine besondere Zuverlässigkeit erwarten. Zahlt der Endnutzer allerdings für einen Dienst, will er ihn auch für die gesamte Dauer in Anspruch nehmen können. Das stellt den Service Provider vor eine große Herausforderung – vor allem im Hinblick auf die immer noch bestehenden Zweifel an der Verlässlichkeit vieler WLAN-Komponenten.

 

Weitere Informationen erhalten Sie von Stefan Gerhardt, Public Relations Manager bei Frost & Sullivan. Sie können Ihn erreichen unter stefan.gerhardt@frost.com
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