Erfahrungen von IT-Experten: Rollen, Risiken und Verantwortlichkeiten

21. April 2016 | Von | Kategorie: Human Resources, Personal

In der Geschichte jedes Unternehmens gibt es entscheidende Schlüsselmomente. Solche wesentlichen ­Meilensteine lassen sich auch in der persönlichen Karriere jeder Führungskraft identifizieren. Mal sind es die großen Erfolge, mal Krisen oder einfach besondere Situationen, die für einen selbst zu Schlüsselmomenten werden.

Studie zum Thema IT-Karrieren

von Margit Wehning

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In einer von Colt Technology Services beauftragten Studie wurde untersucht, welche Schlüsselmomente in der Karriere von IT-Managern zählen, welche Faktoren eine Entscheidung beeinflussen und wie IT-Profis Risiken für sich und das Unternehmen wahrnehmen. Dazu wurden 301 europäische ­Technologieentscheider aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien ­befragt. Die Unternehmen der meisten Teilnehmer ­lagen vom Umsatz zwischen 100 Millionen Euro und 500 ­Millionen Euro.
Mit der Durchführung der Studie wurde die Firma Loudhouse aus London beauftragt.

Welche Schlüsselmomente zählen in einer IT-Karriere?

Innerhalb der Studie zeigte sich, dass IT-Experten ­ihren beruflichen Erfolg heute stärker an entscheidenden Schlüsselmomenten messen als an der täglichen ­Arbeit. Folgende Ereignisse wurden als die wichtigsten gewertet:

  • Veränderungen der Infrastruktur (67%)
  • Externe Ereignisse wie Ausfälle und technische Probleme (63%)
  • Reaktion auf neue Kundenanforderungen (60%)
  • Neue rechtliche und regulatorische Vorgaben (57%)

Die Analyse der genannten Schlüsselmomente zeigt einen Konflikt zwischen den eigenen Zielen und der täglichen Arbeit der Befragten. Kundenrelevante ­Erfolge zählen zwar zu den positiven Ereignissen. Die Studie ergab aber auch, dass es besonders die intern ausgerichteten IT-Projekte sind – ob positiv oder negativ verlaufend –, die in der Wahrnehmung der IT-Spezialisten Einfluss auf ihre Karriere haben. Selbst dann, wenn diese Projekte sich aus ihrer Sicht nur gering auf das Gesamtunternehmen auswirken.

Da stellt sich die Frage: Sind IT-Manager sich ihrer Bedeutung für den Erfolg des gesamten Unternehmens bewusst? Und ist das ein Indiz für mangelnde Identifikation mit den ­Unternehmenszielen? Die Untersuchung ergab, dass IT-Manager im Falle von Projektabwicklungen und auch bei Problemen sowie Ausnahmesituationen viel eher auf persönliche Kenntnisse und die Fähigkeiten des internen IT-Teams vertrauen, als auf die Unterstützung von externen Dienstleistern oder dem gesamten ­Unternehmen (siehe Abb. 3).

Abb. 3: Erfolgsfaktoren zur Unterstützung von Projekten und zur Risikominimierung

Abb. 3: Erfolgsfaktoren zur Unterstützung von Projekten und zur Risikominimierung

IT-Abteilungen sind ein wichtiger Faktor für Wachstum, Profitabilität und die Unternehmensausrichtung. Unternehmen jeder Art und Größe investieren mehr und mehr, um die Chancen der Digitalisierung zu ­nutzen und mit ihr aufkommende Probleme zu bewältigen. In diesem Kontext ­gewinnt die Rolle der IT – und damit auch die der IT-Manager – eine immer größere Bedeutung. Ihre Entscheidungen haben einen wesentlichen Einfluss auf die Prozesse innerhalb des Unternehmens und damit auch auf den Gesamterfolg. Doch auf welcher Basis treffen CIOs eigentlich ihre Entscheidungen?

Der Fokus liegt also auf der IT-Abteilung selbst. Nach Häufigkeit sortiert entsprachen die berichteten positiven und negativen Ereignisse den Prioritäten der IT-Manager:

 

Abb. 1: Berichtete positive Ereignisse der IT-Manager

Abb. 1: Berichtete positive Ereignisse der IT-Manager

 

Abb. 2: Berichtete negative Ereignisse der IT-Manager

Abb. 2: Berichtete negative Ereignisse der IT-Manager

 

Worauf verlassen Sie sich – auf Fakten oder Instinkt?

Oft existieren zahlreiche Daten, ­Informationen und Erkenntnisse, die als Basis für eine fundierte Entscheidungsfindung herangezogen werden können. Auch Ratschläge externer Experten oder interner Kollegen aus anderen Bereichen können wertvolle Aspekte enthalten. Man würde annehmen, dass all diese Möglichkeiten herangezogen werden, wenn es um wichtige Entscheidungen geht.

Weit gefehlt. 68% der befragten IT-Experten sind davon überzeugt,  unter Druck Entscheidungen in erster Linie nach Instinkt und Erfahrung zu treffen. 71% glauben sogar, dass Intuition und persönliche Erfahrungen insgesamt für eine erfolgreiche Strategie effektiver sind als die Analyse von Daten. ­Berufliche Erfahrung und die Fähigkeit ­Situationen richtig einzuschätzen, gelten als wichtigste Faktoren, wenn es um Entscheidungen geht.

Gerade in der digitalen Welt wird es aber immer wichtiger, dass IT-Spezialisten mit dem gesamten Unternehmen zusammenarbeiten, um die bestehenden Kompetenzen zu nutzen.

Auch externe Ressourcen wie Marktdaten, externe Unternehmensberater oder Analysten sollten stärker berücksichtigt werden. Das Ziel sollte sein, das Wissen der externen Dienstleister in die Entscheidungsfindung miteinzubeziehen. So lassen sich auch Probleme mit denen man selbst keine Erfahrungen hat leichter lösen (siehe Abb. 4).

Persönliches Risiko vs. Unternehmensrisiko

Neben den Entscheidungen spielen auch Risiken im Unternehmen eine erhebliche Rolle. Vor allem Veränderungen, hauptsächlich aufgrund der Digitalisierung, bringen immer ein gewisses Risiko mit sich, für Unternehmen ebenso wie für die handelnden Personen.

Abb. 4: Faktoren auf deren Basis Entscheidungen  getroffen werden

Abb. 4: Faktoren auf deren Basis Entscheidungen
getroffen werden

Folgen wir dem richtigen Trend? Werden wir mit der neuen Idee Erfolg haben? Eine klare Antwort darauf gibt es oft nicht. Was aber feststeht, ist die Tatsache, dass ausbleibende Veränderungen ebenfalls Risiken bergen. Und diese sind nicht zu unterschätzen. Die Frage ist, ob die IT weit genug ist, diese Risiken zu erkennen und auf sie zu reagieren.

Aus der Sicht des Managements kommt dieser Abwägung in der heutigen Zeit eine immer größere Bedeutung zu, denn der Erfolg grundlegender Veränderungen hängt maßgeblich von den Fähigkeiten der Mitarbeiter ab. Grund: Heute sind alle auf einem digitalen Spielfeld aktiv, das früher reinen IT-Experten vorbehalten war.

Abb.6: Größte Risiken der Digitalisierung im Unternehmen

Abb.6: Größte Risiken der Digitalisierung im Unternehmen

Viele einschneidende Ereignisse werden durch interne und externe Krisen ausgelöst, die Mitarbeiter zunächst aus dem Gleichgewicht bringen. Folgende Ereignisse ­haben erhebliche Auswirkungen auf ein Unternehmen:

Die größte Diskrepanz in der Wahrnehmung liegt dabei in den Bereichen „Aufstellung eines Business Case“, „Auswahl der richtigen Mitarbeiter“ und „Kommunikation mit Stakeholdern“.

In der Ansicht, dass der Verzicht des Austauschs mit dem gesamten Unternehmen kein erhebliches ­Risiko für die IT darstellt, zeigt sich eine deutliche Schwäche in der Arbeitsweise vieler CIOs.

Abb. 5: Größte IT-Risiken für Unternehmen

Abb. 5: Größte IT-Risiken für Unternehmen

IT als maßgeblicher Treiber für Innovation im Unternehmen steht in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen. Um diese zu bewältigen müssen CIOs ihre strategische Rolle annehmen und ihren persönlichen Erfolg mit dem des Unternehmens verbinden.

IT-Abteilungen dürfen nicht als isolierte Organisation wahrgenommen werden – so ist das Unternehmen in der Lage Wettbewerbsvorteile zu kreieren.

publicpreview.phpAutor: Margit Wehning,

Margit Wehning leitet bei Colt Technology Services das Marketing und die Unternehmenskommunikation für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Sie ist seit 2013 für Colt tätig. Zuvor hatte Margit Wehning verschiedene PR-Positionen in Agenturen mit dem Schwerpunkt Technologie/IT sowie in Unternehmen in Deutschland und der Schweiz inne.
Auf Basis eines eigenen umfassenden Glasfasernetzwerks bietet Colt Unternehmen weltweit Netzwerk- und Sprachservices.

Marketing & Communications Manager DACH  bei Colt Technology Services GmbH Die Autorin Margit Wehning ist erreichbar unter Tel.: +49 (0) 69 56606 3531 und E-Mail: margit.wehning@colt.net

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