von Willy Guenther
Mit IBM i 7.3 wurde auch IBM i 7.2 Technologie Refresh (TR) 4 angekündigt. IBM i 7.3 ist seit dem 15. April verfügbar und für IBM i TR4 ist die geplante Verfügbarkeit der 20. Mai 2016.
Für IBM i 7.1 wurde kein neuer TR angekündigt. Es ist auch nicht geplant, für IBM i 7.1 neue Funktionen mittels TR bereitzustellen. Für IBM i 7.1 besteht weiterhin die normale Software-Wartung und bei Fehlern werden entsprechende PTFs zur Verfügung gestellt.
Falls Sie einen Upgrade auf ein aktuelles IBM i Release planen, ist es sinnvoll mit dem Release IBM i 7.2 zu starten. Wenn eine der neu angekündigten Funktionen für Sie interessant ist, dann wäre IBM i 7.3 der richtige Einstieg.

c Burgy Zapp
Über den Autor
Der Autor Willy Guenther ist Senior IT Spezialist bei der IBM Deutschland GmbH und per eMail erreichbar unter: wiguenth (ät) de.ibm.com
IBM i 7.3 wird auf allen IBM Power Systemen und IBM PurePower Systemen unterstützt, die POWER7, POWER7+ oder POWER8 Prozessoren verwenden. IBM i 7.3 wird nicht unterstützt auf Blade oder PureFlex Systemen und auch nicht auf Power Systemen die POWER6+, POWER6 oder ältere Power Prozessoren verwenden.
Mit der Ankündigung wurde auch ein neues IBM i Strategie Papier veröffentlicht. Dort wird die geplante Support Roadmap, die mehr als 10 Jahre in die Zukunft reicht vorgestellt. Den Link zur aktuellen IBM i Roadmap finden Sie am Ende des Artikels unter weiterführende Informationen.
Temporal Tables Unterstützung für DB2 auf IBM i
Eine wichtige Erweiterung in der Datenbank ist die Unterstützung von Temporal Tables.
Damit ist es möglich, nicht nur den aktuellen Wert eines Datensatzes zu speichern, sondern auch die Werte aus der Vergangenheit in einer History Tabelle vorzuhalten. Der gesamte Vorgang wird vom Datenbank System verwaltet und ist für den Benutzer völlig transparent. Damit kann ich nicht nur die aktuellen Werte abfragen, sondern es lässt sich auch feststellen, wie die Werte eines Datensatzes zum Beispiel am Ende des letzten Jahres waren. Das heißt, die zeitliche Dimension kan, Security
PowerHA
n jetzt mit abgespeichert werden und ermöglicht damit auch die Analyse zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit.
Generated Columns Auditing Erweiterungen
Diese neue Funktion ermöglicht der Datenbank eine automatische Buchführung wann und von wem eine Änderung an einem Datensatz vorgenommen wurde. Diese Daten werden direkt in der Datenbank abgespeichert und automatisch vom System gepflegt.
Es lässt sich zum Beispiel der Benutzer speichern, die IP Adresse, die Anwendung etc. Diese zusätzlichen Spalten können als „hidden“ definiert werden und damit können bestehende Anwendungsprogramme ohne Änderungen weiterverwendet werden. Ein „Select *“ zeigt diese neuen Spalten nicht an, sondern verhält sich genauso wie vor der Implementierung der Auditing Columns.
In Verbindung mit der Temporal Tables Unterstützung kann die Datenbank so ein vollständiges Änderungsprotokoll für den einzelnen Datensatz abspeichern.
Mit der Option „ON DELETE ADD EXTRA ROW“ lässt sich auch festhalten, welcher Benutzer einen Datensatz gelöscht hat. Damit lässt sich auch zu einem späteren Zeitpunkt dokumentieren, wann und von wem ein Datensatz gelöscht wurde.
IBM i Services
IBM i Services sind eine einfache Schnittstelle um viele Systeminformation mittels SQL abzufragen. Dies ist deutlich komfortabler als die Verwendung eines System API oder die Aufbereitung einer Befehlsausgabe. Diese Möglichkeit wurde mit IBM i 7.2 eingeführt und seitdem kontinuierlich um neue Funktionen erweitert. Eine Übersicht über die vielfältigen Möglichkeiten finden Sie im IBM Knowledge Center: http://www.ibm.com/support/knowledgecenter/ssw_ibm_i_73/rzajq/rzajqser
vicessys.htm?lang=en
Weitere Datenbank Erweiterungen
Mit DB2 Multisystem können jetzt lokale Datenbank Partitionen über SQL einer Tabelle hinzugefügt oder aus dieser entfernt werden. Das erleichtert die Verwaltung und Archivierung von Datenbanken. Um diese Möglichkeit nutzen zu können, muss die kostenpflichtige Option DB2 Multisystem installiert sein.
Die beiden kostenpflichtigen Datenbank Optionen DB2 Symmetric Multiprocessing (Option 26) und DB2 Multisystem (Option 27) können über einen Lab Service Request kostenfrei für 70 Tage getestet werden.
Es wurden auch neue OLAP Erweiterungen in der Datenbank implementiert. Mit diesen integrierten Datenbank Funktionen ist die Auswertung von Daten leichter und effizienter möglich.
IBM i Security Authority Collections
Mit dem neuen IBM i Release bekommen wir jetzt die Möglichkeit, die Zugriffe die eine Anwendung ausführt, und die Sicherheitsüberprüfungen, die das System durchführt, zu sammeln und auszuwerten. Damit kann analysiert werden, welche Zugriffsrechte benötigt werden und ich sehe auch, welche Zugriffsrechte das Benutzer Profil verwendet, das auf die Anwendung bzw. die Datenbank zugreift. Dadurch kann ich zum Beispiel erkennen, wenn ein Benutzer mehr Rechte besitzt als er für seine Aufgaben benötigt. Damit ist eine Optimierung der Sicherheitseinstellung möglich, die sicherstellt, dass die erforderlichen Zugriffsrechte vorhanden sind damit eine Anwendung störungsfrei läuft. Diese Funktion ist Bestandteil des Betriebssystems IBM i 7.3. Das Sammeln der Informationen zum Beispiel für einen bestimmten Benutzer muss explizit gestartet werden und erfolgt nicht automatisch. Die Auswertung der gesammelten Daten erfolgt über SQL Abfragen auf den View QSYS2.AUTHORITY_COLLECTION.
IBM PowerHA SystemMirror for i 7.2 HyperSwap Cluster
Im PowerHA Umfeld gibt es jetzt die Möglichkeit, die HyperSwap Funktion der DS88xx auch in einem PowerHA Cluster zu nutzen. Dadurch kann ich die PowerHA Cluster Funktionen nutzen und gleichzeitig durch HyperSwap die Ausfallsicherheit der Storage Architektur deutlich verbessern. Voraussetzung hierfür ist IBM i 7.3 oder 7.2 TR4, PowerHA 7.2 Enterprise Edition, ein POWER7 oder POWER8 Server und eine DS8870, DS8800 oder DS8880 als Storage Einheit. HyperSwap erfordert eine Metro Mirror Verbindung zwischen den beiden Storage Systemen.
IBM i Access Client Solutions (ACS)
IBM i Access Client Solutions ist das strategische Interface für den Zugriff auf IBM i und unterstützt unterschiedliche Clients. IBM i Access Client Solutions ist die einzige offiziell supportete LAN Konsole für IBM i 7.3. Diese Funktion wird als Service Pack ausgeliefert und kann über die Entitled System Support (ESS) Website heruntergeladen werden.
Mit der aktuellen Ankündigung enthält ACS auch den IBM i „Graphical System Debugger“.
IBM Navigator for i
Auch die strategische Web basierte Navigator Benutzeroberfläche hat neue Funktionen bekommen.
IBM i Performance Daten können nun für einen größeren Zeitraum zusammengefasst und analysiert werden mit entsprechender grafischer Aufbereitung. Es können auch neue Performance Messwerte, wie Plattenantwortzeiten, durch einen Monitor überwacht und grafisch angezeigt werden. Es gibt ferner ein neues Dashboard mit dem real time Performance Werte überwacht werden können.
DB2 Web Query for i 2.2.0
DB2 Web Query kommt in einer neuen Version 2.2.0 sowohl für die Express (5733-WQE) als auch für die Standard (5733-WQS) Edition. Auch die DataMigrator ETL Erweiterung (5733-WQM) wird auf Release 2.2.0 umgestellt.
DB2 Web Query 2.2.0 wird für IBM i 7.3 benötigt. Umgekehrt läuft Web Query 2.2.0 auch mit IBM i 7.1 und 7.2. Es ist also sinnvoll, die Umstellung auf Web Query 2.2.0 vor dem Upgrade auf IBM i 7.3 auf einem bestehenden Release zu testen.
http://www-03.ibm.com/systems/power/solutions/bigdata-analytics/db2-web-query.html
Erweiterungen der Open Source Tools
Mit IBM i 7.2 wurde dass Programm 5733-OPS als zentraler Sammelpunkt für Open Source Tools eingeführt. Damit finden populäre Open Source Tools und Technologien ihren Platz im IBM i Umfeld.
Dies ermöglicht Software Entwicklern, die ihnen vertrauten Tools auch für Entwicklungsprojekte mit IBM i zu nutzen. Mit der aktuellen Ankündigung enthalten die OpenSource Tools die folgenden Optionen. Die Programmiersprache Python in der Version 2.7 und 3.x, Node.JS 2.x und 4.x, die Software Versionsverwaltung GIT, die GNU Compiler Collection (GCC) und Chroot, das Web basierte Entwicklungstool Orion und einige Tools wie zip und Bash.
SSD Read Intensive Fuel Gauge
In der Ankündigung vom 12. April wurden auch zwei Read Intensive (RI) SSDs vorgestellt.
Diese SSDs können weniger Schreiboperationen vertragen als die normalerweise eingesetzten Enterprise SSDs. Deshalb gibt es mit IBM i 7.3 eine Funktion um den Status der noch möglichen Schreiboperationen abzufragen. Wenn die maximale Anzahl an Schreibzyklen erreicht ist, dann geht diese SSD in einen Read Only Modus und wird vom Betriebssystem als fehlerhaft gekennzeichnet. Wenn eine solche SSD zu einem „RAID array“ gehört, wird für dieses „RAID array“ der Schutz aufgehoben.
https://www.ibm.com/support/knowledgecenter/HW4L4/p8hal/pxhal_fuel_gauge_ibmi.htm
https://www.ibm.com/support/knowledgecenter/HW4L4/p8hal/pxhal_read_intensive_ssd.htm?lang=en
Weiterführende Informationen
IBM i 7.3 enthält noch viele weitere neue Funktionen und Erweiterungen die hier nicht erwähnt werden konnten. Mehr Details darüber finden Sie in den unten aufgeführten Informationsquellen.
Weitere Informationen finden Sie im IBM Ankündigungsschreiben für IBM i 7.3: http://www-01.ibm.com/common/ssi/rep_ca/4/877/ENUSZP16-0184/ENUSZP16-0184.PDF
Memo to User IBM i 7.3
http://www.ibm.com/support/knowledgecenter/ssw_ibm_i_73/rzahg/rzahgmtu.htm
Die Dokumentation für IBM i 7.3 im IBM Knowledge Center: https://www.ibm.com/support/knowledgecenter/ssw_ibm_i_73/rzahg/welcome.htm
Eine aktuelle IBM i Roadmap und weitere Informationen finden Sie hier: http://www-03.ibm.com/systems/de/power/software/i/


