Im Gespräch mit Francis Kuhlen

10. August 2006 | Von | Kategorie: ERP + Add-ons, Business Software

NEWSolutions Interview: Product Manager, IBM Schweiz, ein Strategischer Beitrag über Chancen von R/3 auf der iSeries Plattform

Product Manager, IBM Schweiz

Francis Kuhlen im Gespräch mit Isabella Pridat-Zapp, NEWS/400

 

Francis Kuhlen sieht vor allem im Bereich kleinerer und mittlerer Unternehmen große Chancen für R/3. Diese Kunden, so Kuhlen, erreichen dank großer Flexibilität oft eine hohe Profitabilität. Dank des Einsatzes von R/3, können sie ihr ganzes Potential nun im Sinne einer Chancen- und Profit-Optimierung einsetzen. Doch, lesen Sie selbst …….

NEWS/400
Herr Kuhlen, wie sehen Sie die Lage des R/3 auf der AS/400 nach einem Jahr im Rückblick?

 

Künstler Burgy Zapp [http://burgyzapp.de]

Künstler Burgy Zapp [http://burgyzapp.de]

Francis Kuhlen
Sie sprechen von einem Jahr – die eigentliche Verfügbarkeit haben wir jedoch weniger als ein halbes Jahr, zunächst haben wir mit kontrollierter Verfügbarkeit begonnen. Es ging ja nicht nur darum, eine große UNIX-Applikation auf die AS/400 zu portieren, sondern wir sind gleichzeitig auch noch mit dem R/3 in einen anderen Kundenbereich hineingegangen. Vorher war das SAP schon eher bei größeren Kunden positioniert.
NEWS/400
Ist R/3 für die IBM ein Erfolg?

Francis Kuhlen
Ja, durchaus. Eine richtige Positionierung der verschiedenen R/3 Implementationen auf unserer Produktpalette ist allerdings erforderlich. Wir verfügen mit RS/6000, AS/400, PC Server und auch mit der S/390 Datenbank über eine sich sehr schön ergänzende Palette, die sich in den verschiedenen Markt- und Kundensegmenten hervorragend bewährt. Im Großkunden-Bereich ist meistens ab Hochverfügbarkeits-Server das SP RS/6000 das geeignete Produkt, ggf. ergänzt durch die S/390 Datenbank. Im kleinen und mittleren Bereich liegt die AS/400 deutlich an der Spitze. Dies nicht nur, weil wir dort bereits eine relativ große installierte Basis von AS/400 haben, sondern insbesondere auch, weil die AS/400 sich in Bezug auf Betriebskosten, Implementationskosten usw. in diesem Bereich hervorragend positioniert, speziell für kleinere und mittlere Unternehmen, die ein relativ beschränktes Budget haben.

NEWS/400
Welche Umstellungsgründe gibt es neben den eben von Ihnen genannten AS/400-bezogenen Einflußfaktoren?

Francis Kuhlen
Unter dem Aspekt, daß die sehr große installierte Basis von AS/400-Kunden gerade jetzt durch das Jahr 2000 Problem in Zugzwang geraten ist, kam R/3 auf dem AS/400 natürlich gerade zum richtigen Zeitpunkt und zwar auch dann, wenn der Kunde an den Geschäftsprozessen nichts ändern möchte. Viele unserer bisherigen AS/400-Kunden haben sich sicher im Hinblick auf die Jahr 2000-Fähigkeit von R/3 – auch das AS/400 ist zertifiziert für seine Jahr 200-Fähigkeit – für eine Ablösung ihrer nicht-Jahr 2000-fähigen Anwendungen entschieden.

NEWS/400
Wie ist die Akzeptanz von R/3 bei den AS/400 Softwarehäusern?

Francis Kuhlen
Wir sprachen gerade vom Jahr 2000 Problem – es zeichnet sich ab, daß auch viele der kleineren und der nicht ganz großen Softwarehäuser glücklich sind, ihre Altanwendung durch das R/3 abzulösen. Da sich das R/3 jetzt sehr stark in den Bereich der kleineren Unternehmen hineinbewegt, paßt es auch zu ihrer Kundenstruktur.

NEWS/400
Die schweizerische Firma Hoffmann Verpackungen in Thum, hat die Implementierung ja sehr erfolgreich durchgeführt und bildet ein gutes Beispiel für ein kleineres Unternehmen. Hoffmann hatte, wie mir Herr Bolz erzählt hat, bereits vor der Wahl einer neuen Anwendung ein Reengineering der Geschäftsprozesse vorgenommen.

Francis Kuhlen
Ich glaube, bei Hoffmann ging es auch darum, vor allem relativ schnell und kostengünstig ein neues Business-Management-System (BMS) einzuführen. Es war eine sehr reibungslose und sehr zufriedenstellende Implementierung unter anderem deshalb, weil die Geschäftsprozesse, so wie sie abgebildet werden in SAP und so wie sie Hoffmann gestaltet hat, sehr gut zueinander paßten.

NEWS/400
Welche Gründe sprechen seitens der Geschäftspartner noch für einen Einsatz von R/3?

Francis Kuhlen
Es ist bekannt, daß Applikationen mit zunehmendem Alter immer teurer im Unterhalt werden. Und da stellt sich natürlich unseren Geschäftspartnern die Frage, ob sie selbst neu entwickeln wollen oder etwas zukaufen. Das ist das klassische Problem auch in der Fertigungsindustrie von „make or buy“. Ich glaube, daß SAP R/3 für die AS/400 Geschäftspartner nicht nur wegen der vielen Funktionalitäten eine sehr überlegenswerte Lösung ist, sondern auch, weil es ein allgemeines Basisgerippe darstellt. Es bietet eine umfassende Basislösung, auf der die Geschäftspartner mit ihren bisherigen Branchenspezialitäten aufsetzen können. Obwohl sie dann eine Standard SAP-Lösung offerieren, ergibt sich für sie noch eine weitere Wertschöpfung im Sinne einer bestimmten Branchen- oder Sub-Branchen-orientierten Lösung. Hier liegt die große Chance nicht nur für SAP sondern auch für die Geschäftspartner. Hier kooperiert auch der IBM Service mit unseren Geschäftspartnern in gemeinsamen Projekten.

NEWS/400
Ich stehe unter dem Eindruck, daß Sie und SAP gemeinsam im Laufe des letzten Jahres sehr stark daran gearbeitet haben, die Implementierung entweder für einen Umstellungskunden oder auch für einen Neukunden zu vereinfachen. Es ist ja so, daß die meisten Altkunden nicht nur eine neue Software erhalten, sondern auch neue Hardware brauchen, weil sie bisher auf den CISC-Maschinen gearbeitet haben. Hier haben Sie sowohl hardware- als auch softwareseits Implementierungshilfen geschaffen. Wie haben sich z.B. das Preload-und das Smooth-Projekt bewährt?

Francis Kuhlen
Auf dem AS/400 bietet die IBM als einzige eine Server Plattform mit vorinstalliertem R/3 als Werksauslieferung an. Unsere Kunden schätzen die daraus resultierende Zeitersparnis. Bei der Implementierung mit dem Konzept Smooth für R/3 gehen wir einen Schritt weiter und bieten ein modernes Service-Konzept standardisierter Branchenlösungen zu festen Konditionen. Wir werden in Zukunft weitere Funktionen und Branchen hinzufügen.Auf dem AS/400 bietet die IBM als einzige eine Server Plattform mit vorinstalliertem R/3 als Werksauslieferung an. Unsere Kunden schätzen die daraus resultierende Zeitersparnis. Bei der Implementierung mit dem Konzept Smooth für R/3 gehen wir einen Schritt weiter und bieten ein modernes Service-Konzept standardisierter Branchenlösungen zu festen Konditionen. Wir werden in Zukunft weitere Funktionen und Branchen hinzufügen.

NEWS/400
Das klingt ja geradezu, als wäre es heute ein Kinderspiel, R/3 in einem Unternehmen einzuführen?

Francis Kuhlen
Der gesamte Aufwand einer SAP-Einführung setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen: Vorbereitungsarbeit, also die Gestaltung der Geschäftsprozesse; die ganze Beschaffung, die physische Installation, die Softwareinstallation mit dem Preload und diese Tätigkeit der Parametrisierung. Die eigentliche Installation und Abstimmung der Releases stellt also nur einen beschränkter Teil des Aufwands dar, der sich je nach Größe und Komplexität des Projekts, vielleicht auf zwischen 15 und 25% beläuft.

NEWS/400
Also nicht „heute geliefert morgen produktiv?“

Francis Kuhlen
Dem ist natürlich nicht so, weil die betriebswissenschaftliche und betriebliche Seite dazukommt, mit Informatik und mit AS/400 hat das an sich nichts zu tun.

NEWS/400
Was tun IBM und SAP sonst noch für die neuen R/3-Kunden?

 

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