Objekte verteilen mit XML

12. November 2008 | Von | Kategorie: Big Data, Analytics, BI, MIS, Load`n`go, Solutions & Provider

Seit 1995 stelle ich auf einer Web-Seite mit Feedbackware Programmierer-Utilities zur Verfügung. Dabei handelt es sich um Produkte, die jeder kostenlos verwenden kann, der sich bereit erklärt, mir Verbesserungsvorschläge zukommen zu lassen. Ich war lange Zeit unzufrieden über die Installations-Funktion auf meiner Site (http://www.alltel.net/~craigru/jcrcmd2.html), aber jetzt verwende ich ein leistungsfähiges, auf XML basierendes Transfer-Utility, das es ermöglicht, Gruppen von Source-Objekten in das XML-Format umzusetzen.

XML ist hervorragend dazu geeignet, generische Anwendungen wie z.B. Installationsroutinen zu erzeugen

von Craig Rutledge

Der Downloadbereich enthält folgende Codes zu diesem Artikel:

März Utility der NEWSolutions

Load´n´go

hungary12_festival_MG_7526_inv Der Quellcode, die Attribute und die Erstellungsbefehle werden komplett in einem XML-Dokument zusammengestellt, das über das Web, per eMail oder mit dem CL-Befehl SNDNETF (Netzwerkdatei senden) übertragen werden kann. Sie finden den Quellcode (V4) für mein Utility im Web unter www.newsolutions.de .

XML-Grundlagen

Bevor ich den Generator und den Installer, die wichtigsten Bestandteile meines Tools, genauer beschreibe, möchte ich kurz auf einige XML-Grundbegriffe eingehen, die Sie kennen müssen, um alles weitere verstehen zu können. Das Grundkonzept von XML ist wie bei HTML das Einschließen von Daten in aussagefähige Markierungen, die sogenannten Tags. Diese Tags können bei XML ein beliebiges Wort enthalten. Sie sollten aber darauf achten, dass Tags die enthaltenen Daten beschreiben. Ein Beispiel:

    <nachricht>Hallo Welt</nachricht> oder <sonderpreis>1.30</sonderpreis>

Tags können auch verschachtelt werden, um Informationen zu gliedern:

    <source_member> <memer_name>ABCMBR</member_name> </source_member>

Außerdem kann die Bedeutung von Tags genauer definiert werden, indem man ihnen Attribute zuordnet:

    <mbr mbrname=“CNTRPGDP“ mbrtype=“PF“> Daten </mbr>

In diesem Beispiel wurden dem Tag die Attribute mbrname und mbrtype zugeordnet. Im Zusammenhang mit XML sind häufig die Begriffe well formed und validated zu finden. Well formed (wohlgeformt) bedeutet, dass der gesamte Inhalt eines Dokuments in Tags eingeschlossen ist, und dass zu jedem öffnenden Tag (<>) ein zugehöriger schließender Tag (</>) existiert. Validated (gültig, geprüft) bedeutet, dass das XML-Dokument einer DTD (Document Type Definition) entspricht. Die DTD ist ein Text, mit dessen Hilfe der Browser feststellen kann, ob eine generierte Datei nur richtig definierte Tags enthält. XML ist einfach ein Übereinkommen zwischen zwei Prozessen über die Bedeutung von Tags und XMLGEN basiert auf diesem Prinzip.

XMLGEN verwenden

XMLGEN packt auf dem Quellsystem ausgewählte iSeries-Quellcodes und -Befehle zwischen XML-Tagszusammen und bereitet sie als generierte Ausgabedatei auf. Der Parser/Installer verwendet diese Tags, um die Wiederherstellung der Quellcodes und der Objekte auf dem Zielsystem zu steuern. Um mit dem Befehl XMLGEN ein XML-Dokument erstellen zu können, das well formed und validated ist, sind zwei Schritte erorderlich: Als erstes muss ein Scripting-Eintrag erstellt werden, und danach muss der Befehl XMLGEN ausgeführt werden. Mehr müssen Sie nicht tun, um ein komplett abgeschlossenes, gültiges und wohlgeformtes XML-Dokument zu erstellen, das sich selbst auf jeder iSeries intallieren kann!

Einen Script-Eintrag erstellen

XMLGEN verarbeitet ein einfach zu erstellendes Script aus einer Quellenteildatei. Dieses Script wird vom XML-Generator gelesen, der dann den Quellcode und die Befehle lädt, die im Paket enthalten sein sollen. Diese Aufgabe kann auf verschiedene Art erledigt werden. Martin Rowe hat ein flexibles Verfahren entwickelt, das drei neue Befehle zur Unterstützung der Script-Erstellung beinhaltet. Der erste Teil eines Scripts, den Sie bei jedem XMLGEN-Befehl verwenden werden, ist die Anweisung XMLGENINC (XML Generator Include), mit der festgelegt wird, ob der XML-Parser zum Paket hinzugefügt werden soll. Wenn der Parser-Code beötigt wird, um die XML-Datei wieder in Quellcodes und Objekte aufzulösen, so wird er mit XMLGENINC zum Bestandteil des Pakets gemacht. Der Parser muß nur einmal auf dem Zielsystem installiert werden. Der zweite im Script zu verwendende Befehl ist XMLGENMBR (XML Generator Member), der beschreibt, welche Dateien zum XML-Paket hinzugefügt werden sollen.

    XMLGENMBR XMBR(Member) + XMBRATR(MemberType) + XFROMSRCF(FromSourceFile) + XFROMSRCL(FromLibrary) + XTOSRCF(ToSourceFile) + XOBJTYPE(ObjType) + XGENCRT(Generate *YES/*NO)

Diese Anweisung enthält alle Informationen, die benötigt werden, um eine Quellenteildatei zum Paket hinzuzufügen und das Objekt auf dem Zielsystem wiederherzustellen. Wenn z.B. bei XOBJTYPE der Wert *PGM eingetragen ist und die Quellenart der Quellenteildatei RPGLE ist, dann wird automatisch der erforderliche Umwandlungsbefehl CRTBNDRPG zwischen zwei „Compile“-Tags in die XMLDatei eingefügt:

    – <compile> – <![CDATA[ CRTBNDRPG PGM(&tolib/WEB_CRYPT) SRCFILE(&tolib/QRPGLESRC) ]]> </compile> – <sendmsg sendmsgid=“CPF9897″ sendmsgtype=“*COMP“>

(Dieses Beispiel zeigt die generierte XML-Datei, die weiter unten noch genauer beschrieben wird.) Unter bestimmten Umständen sind sowohl vor als auch nach dem Kompilieren zusätzliche Aktionen erorderlich. Zusätzlich zu den normalen Umwandlungs-Optionen kann es z.B. erforderlich sein, dass QTEMP-Objekte, Bindeverzeichnisse und Serviceprogramme erstellt werden. Außerdem kann es vorkommen, dass Code mit bestimmten Optionen als *MODULE oder *SRVPGM kompiliert wird. Die Lösung für derartige Probleme ist die Anweisung XMLGENCMD (XML Generator Command), die das Scripting von bestimmten Befehlen in der vom Programmierer festgelegten Reihenfolge ermöglicht. XMLGENCMD erwartet als Parameter einfach eine komplette Befehlszeichenfolge. Ein Beispiel:

    XMLGENCMD XCMD(CRTPF FILE(QTEMP/TEMPOUT) RCDLEN(528))

Mit dieser Anweisung wird eine Datei in der Bibliothek QTEMP erstellt, die z.B. zum erfolgreichen Erstellen eines Objekts erforderlich sein könnte. Sie können auch einen Befehl wie den folgenden verwenden, um Befehle mit nicht standardmäßigen Einträgen zu erstellen:

    XMLGENCMD XCMD(CRTCMD CMD(&TOLIB/CPYSAVFXML) PGM(&TOLIB/CPYSAVFXMC) SRCFILE(&TOLIB/QSRC))

Das Script wird in einer normalen CL-Quellenteildatei erstellt, so dass Sie Ihre Paketbeschreibungen genauso einfach editieren, speichern und kopieren können wie normale Quellenteildateien. Hinweis: Wenn Sie vorhaben, eine größere Anzahl von Quellen und/oder Befehlen in Ihr Script einzubinden, empfehle ich Ihnen, das Utility XMLSVIEW herunterzuladen. Es fasst alle im Script enthaltenen Informationen in einer übersichtlichen Subfile-Anzeige zusammen. Damit können Sie sich sehr einfach einen Überblick über die von Ihnen gewählten Parameter verschaffen.

Aufrufen des Befehls XMLGEN

Nachdem Sie das Script fertiggestellt haben, können Sie den Befehl XMLGEN aufrufen. Abbildung 1 zeigt die Bedienerführung für XMLGEN.

Gültigkeitsprüfung

Das erste auszuführende Programm ist das in in ILE-RPG geschriebene Gültigkeitsprüfprogramm XMLGENRV. Seine Aufgabe ist es, die Gültigkeit und die Verfügbarkeit der im Script enthaltenen Angaben zu prüfen. Als erstes werden die vom Befehl XMLGEN übergebenen Parameter verarbeitet. Der Teildateiname des Scripts und derName und die Bibliothek der Quellendatei werden in die Felder gestellt, die von der Subroutine srValidate verwendet werden. Diese Subroutine arbeitet mit dem Fehlercode, den das API QUSRMBRD (Retrieve Member Description) zurückgibt. Abhängig von der ausgegebenen Nachrichten-ID wird mit dem API QMHSNDPM eine Fehlernachricht an den Benutzer zurückgesendet. Als nächstes werden die Namen der Ausgabedatei und ihrer Bibliothek geladen, und die Subroutine srValidate wird noch einmal ausgeführt. Danach wird die Eingabedatei mit dem Namen der ausgewählten Script-Teildatei überschrieben und für Eingabe geöffnet. Bei der satzweisen Verarbeitung der Script-Datei wird jeder gelesene Satz nach dem Namen des Script-Befehls durchsucht, der entweder bestimmte Teildateiangaben oder auszuführende Befehle enthält. Wenn ein Satz gefunden wird, der einen dieser Befehle enthält, wird die Subroutine srLoadString ausgeführt.

Der XML-Generator

Kernstück des Utilities ist das XML-Generator-Programm XMLGENR. Die erste Aktion von XMLGENR ist das Schreiben der XML-Header-Zeile. Danach durchsucht das Programm die Script-Datei nach dem Befehl XMLGENINC, um festzustellen, ob der Benutzer dieDTD, die Installationsanweisungen und das Installer-Programm mit einschließen will. Zum Einfügen dieser statischen Elemente in das Script, arbeitet sich die Subroutine srLoadInstall durch drei Umwandlungszeit-Feldgruppen (ArryDTD, ArryInstruct und ArryRpg), die die erforderlichen Textelemente enthalten. Als nächstes arbeitet XMLGENR das Script durch und lädt eine Liste aller in dieser Distribution enthaltenen Teildateien. Danach wird der Programmcode des Installer-Programms in den XML-Code geladen. Anstatt eine Validate-Funktion aufzurufen, führt der Generator entweder die Subroutine srLoadMbr oder die Subroutine srLoadExc aus. Abbildung 2 zeigt den Code, der die eigentliche Quellenteildatei in die XML-Ausgabedatei lädt.

Die Empfängerseite

Wie bereits erwähnt, ist der Installer Bestandteil des XML-Dokuments. Der Installer ist generisch, d.h., Sie können den Installer einmal extrahieren und kompilieren, und er wird danach jedes XML-Dokument verarbeiten, das mit dem Befehl XMLGEN verarbeitet wurde. Die XML-Teildatei kann in jeder Quellendatei mit einer Satzlänge von 112 Bytes gespeichert werden. Sie können eine neue Datei erstellen oder z.B. QRPGLESRC benutzen. Die einzige Einschränkung für den Namen der Teildatei, in die der Code gestellt werden soll, ist, daß er nicht derselbe sein darf wie der einer im Upload enthaltenen Teildatei. Die im Upload enthaltenen Dateien werden im Abschnitt instructions aufgelistet. Öffnen Sie eine neue RPGLE-Teildatei. Sie können einen beliebigen Namen verwenden. Drücken Sie F15 (Anzeigen/Kopieren) und lassen Sie sich die übertragene XML-Teildatei anzeigen. Suchen Sie den Tag <install_program>. Kopieren Sie aller zwischen den Tags <install_program> und in Ihre RPGLE-Quelle. Speichern Sie die Teildatei, und kompilieren Sie sie mit CRTBNDRPG. Rufen Sie das Programm auf, wobei Sie drei Parameter angeben: den Namen der XML-Teildatei, der Quellendatei und der Bibliothek. Damit ist die im XML enthaltene Anwendung installiert.

<install_program>

Neue Möglichkeiten

<install_program>XMLGEN eröffnet viele neue Möglichkeiten für die Verteilung von Quellen und Objekten. Und was vielleicht noch wichtiger ist: Es verbessert den Prozess der Benutzerinstallation. Sie müssen nur eine Datei hochladen, den Befehl XMLPREVIEW ausführen und eine Befehlstaste drücken, um eine komplette Anwendung zu installieren: Dieses Verfahren ist eine große Erleichterung bei der Verteilung von Sourcecode. Ich habe mit XMLGEN angefangen, um Programmierern bei der Installation der Utilities von meiner Website zu helfen. Inzwischen haben aber auch andere zu dem Projekt beigetragen. Von Martin Rowe (www.dbg.net) stammen die einfachen aber wirkungsvollen Scripting-Anweisungen. David George (www.400times.co.uk) hat mehrere nützliche Vorschläge und Korrekturen beigesteuert. Von Thomas Raddatz (www.tools400.de) stammt der Code zur Erweiterung der Befehlserstellung. Das XML-Verfahren wird auch auf den genannten Sites und auf vielen anderen eingsetzt. Noch ein Hinweis: Sie werden feststellen, dass alle Programme des XML-Utilities einen Copyright-Vermerk der GNU General Public License tragen. Das ist in der Linux-/Unix-/Java-Welt Standard, aber im iSeries-Bereich relativ neu. Sie können mit dem Utility anstellen was Sie wollen, solange Sie sich an die einfachen Richtlinien der GPL halten. (Weitere Informationen hierzu unter www.opensource.org/licenses/gpl-license.html)

<install_program>

.
.
.

C                   eval      source = '<copysrc>' +
C                             '<!'+ba+'CDATA'+ba
C                   exsr      srWriteCode
*
*    ----------------------------------------------------------------
*    read through the member loading source record to outfile
*    ----------------------------------------------------------------
C                   read      qxxxsrc
C                   dow       not %eof
*
C                   if        xmbratr =  'RPGLE    '  or
C                             xmbratr =  'SQLRPGLE '
C                   eval      seqnum=seqnum+.01
C                   eval      source112 = srcdta112
C                   except    wrt112
C                   else
C                   eval      source = srcdta92
C                   exsr      srWriteCode
C                   endif
*
C                   read      qxxxsrc                                81     read next
C                   enddo
C                   close     qxxxsrc
* close brackets
C                   eval      source = bb+bb+'>  </copysrc>'
C                   exsr      srWriteCode
C                   eval      source =  '</mbr>'
C                   exsr      srWriteCode
.
.
.

Kommunikation, Datenaustausch und Integration sind die vielfach benutzten Schlagworte dieser Zeit. Und sie bestimmen damit gleichermaßen die viel zitierten Herausforderungen, denen sich die mittelständischen iSeries-Nutzer stellen müssen. Wenn existierende iSeries-Applikationen offen für die Zukunft werden und mit ihrer Umgebung beliebige Daten und Datenformate austauschen sollen, dann müssen sie lernen, mit ihrer Umwelt zu kommunizieren. Das funktioniert, wenn die Kommunikation mit Hilfe einer Universalsprache wie XML abläuft. XML-fähige iSeries-Applikationen sprechen „alle Sprachen“ und sind in beliebige Umgebungen integrierbar. Daher setzt sich die iSeries-Gemeinde zurzeit intensiv mit dem Thema XML auseinander.

Die „Lingua Franca“ des Internetzeitalters

Die Datenbeschreibungssprache XML, sagt man, stellt die wichtigste Neuerung in der Datenverarbeitung seit Erfindung relationaler Datenbanken und SQL dar, denn sie ist in der Lage, alle Arten von Informationen zu beschreiben und bietet als offener Standard die technische Basis für jede Form der Datenkommunikation. Durch die konsequente Trennung von Dokumentenstrukturen und -inhalten ist XML als Metasprache dafür prädestiniert, die Grenzen von Systemen, Formaten und Kommunikationskanälen nahtlos zu überbrücken und ist somit der ideale Weg, auf dem verschiedene Programme miteinander kommunizieren können. Auch wenn XML seinen Ursprung im Internet hat, eignet es sich als Kommunikationsebene durchaus nicht nur für Webanwendungen. Ganz im Gegenteil: Alle Formen des anwendungs- und plattformübergreifenden Austauschs von Daten profitieren von einer gemeinsamen Sprachebene. Auch die unternehmensweite oder -übergreifende Übergabe von Daten wird inzwischen vielfach mit XML realisiert. Insellösungen können integriert werden. eCommerce oder Web Services sind ohne XML nicht mehr denkbar.

Der Handlungsdruck wächst

Das sind genug Gründe für eine Vielzahl von Unternehmen, XML vermehrt oder sogar ausschließlich in ihre Anwendungen der oben genannten Bereiche zu integrieren. Den Unternehmen folgen die Zulieferer, die Partner und die Kunden, schließlich wollen alle mitreden. Das waren – und sind – die Entwicklungsschritte, die XML mittlerweile nicht nur zu einem der bedeutendsten Standards, sondern zu einer Mainstreamtechnologie gemacht haben. Die Software-Anbieter für die iSeries sind daher mehr als bestrebt, den Nutzern die technische Basis für die Realisierung von XML-Strategien zur Modernisierung und Integration ihrer Systeme zu bieten.

XML bietet mehr: ganzheitliche Modernisierungsstrategien für iSeries

Magic Software Enterprises, seit mehr als 15 Jahren als Anbieter für Anwendungsintegration und -entwicklung in der iSeries-Gemeinde etabliert, und Software AG haben bereits 2002 begonnen, ihr Know-how und ihre Technologie in diesem Bereich zu bündeln. Entstanden ist eine gemeinsame Software-Lösung, die konsequent die Offenheit von XML einbezieht und eine vollautomatische Dokumentenverarbeitung (Output-Management-System) für Unternehmen bietet, deren Geschäftsprozesse die Verarbeitung großer Datenbestände in Kombination mit einer Vielzahl von Transaktionen fordern. Speziell im Finanzsektor, bei Banken und Versicherungen, lässt sich durch den Einsatz von XML eine schnelle und unkomplizierte Anbindung von Kunden oder Partnern an die Core-Banking-Systeme erzielen. Sinnvoll ist der Einsatz von XML auch in Handel und Logistik. Dort lassen sich Kundendaten und eingehende Bestellungen automatisch mit dem Lagerbestand abgleichen, der Status eines Auftrags oder des Versands wird geprüft. Diesen Unternehmen, die größtenteils auch in Zukunft auf die bewährte Midrange-Plattform iSeries setzen wollen, bietet eine XML-Integration großen Nutzen. So können sie weiterhin die Vorteile der zentralisierten Bereitstellung und Ausführung von Anwendungen und Daten nutzen sowie eine einheitliche Datenbasis sowohl für ihre Kundendaten als auch für ihre Finanztransaktionen und -operationen gewährleisten. Ausfallsicherheit und einfache Wartung durch den Einsatz einer bewährten Technologie sind weitere Argumente für die Wahrung der gewohnten Back-Office-Systeme in allen Branchen, die mit kritischen Daten arbeiten. Diese grundsätzliche Entscheidung für Mainframe- und Midrange-Systeme geht jedoch oft zu Lasten der Flexibilität und vor allem der Kompatibilität der eingesetzten Datenbanken, wenn heterogene Umgebungen, etwa zur Weiterverarbeitung der Daten, eingebunden werden müssen. Da die angebundenen Frontends einfach „eine andere Sprache“ als die proprietären Systeme sprechen, sind System- und Medienbrüche an der Tagesordnung, wenn z.B. Bankmitarbeiter über PC oder Kunden über das Internet Transaktionen mit dem Großrechner ausführen. Auch wenn eine Datenausgabe über Fax, eMail oder über mobile Frontends erfolgen soll, treten häufig Kommunikationsprobleme zwischen den Systemen oder Formaten auf, die sich durch den Einsatz eines XML-basierenden Output-Management-Systems leicht beheben lassen.

Prozessoptimierung durch XML-Integration für iSeries-Anwendungen

Mit der Integration von XML-Technologie in vorhandene iSeries-Anwendungen erhält deren Modernisierung eine neue Dimension und Offenheit, die vorhandene Investitionen schützt. Durch die enorme Vereinfachung des Datenaustausches erhöht sich die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Mit XML werden bisher heterogene Systemarchitekturen integriert und Änderungen bestehender Prozesse schnell implementiert und komfortabel umgesetzt. Bisher manuell gesteuerte Prozesse lassen sich automatisieren und können Daten vollkommen unabhängig von den eingesetzten Back- und Front-Ends ablegen. Bei der gemeinsamen Lösung von Magic und Software AG übernimmt diese Aufgabe der Tamino-XML-Server: Ein Datenbank-Management-System, das Dokumente ohne jede zusätzliche Transformation direkt in XML speichert. Durch die Bereitstellung des XML-Servers können XML-Daten über SOAP- oder andere Web Services-Schnittstellen direkt aus iSeries-Umgebungen ausgegeben werden und in verschiedenen Formaten (ASCII, PDF, XML) für unterschiedliche Kommunikationskanäle (Print, FTP, eMail) bereitgestellt werden. Das ist der Schlüssel zu einer hohen Performance sowie zu einer maximalen Flexibilität, individuelle und anpassungsfähige Dokumentenstrukturen zu definieren.

Beispiel: Roporting-LösungDie Features der Reporting-Lösung von Magic und Software AG im Überblick:

  • komfortable Optionen für Mitarbeiter und Kunden, die bevorzugten Versandarten und -rhythmen über anpassungsfähige Benutzeroberflächen zu definieren
  • selbstständige Produktion von Report-Dokumenten, wie etwa Rechnungen, Mahnungen und Kontoauszügen in unterschiedlichen Ausgabeformaten (PDF, ASCII, XML) direkt aus AS/400-Anwendungen heraus
  • vollautomatische Verteilung aller Korrespondenzstücke per Brief, Fax, eMail oder FTP – inklusive nahtloser Integration externer Dienstleister
  • sichere Speicherung aller ausgehenden Dokumente entsprechend der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist
  • lückenlose Nachverfolgbarkeit jedes einzelnen Berichts
  • Warnmeldungen an Administratoren, sobald kritische Fehler aufgetreten sind
  • die Option, einen fehlgeschlagenen Versand manuell neu zu starten
  • schnelle und flexible Definition und Modifikation von Report-Vorlagen über einen Stylesheet-Generator

Hohe Performance, enorme Flexibilität

Die zentrale Applikationslogik sowie die Benutzeroberflächen der gemeinsam entwickelten Lösung basieren auf der Magic Integrationstechnologie. Die Applikationslogik beruht dabei auf der komplett Datenbank- und Plattform-unabhängigen Entwicklungsumgebung Magic eDeveloper. Über den eDeveloper werden existierende iSeries-Anwendungen modernisiert und XML-fähig gemacht. In Verbindung mit dem Magic Application Server ermöglicht der Magic eDeveloper die nahtlose Anbindung bestehender Midrange- oder Mainframe-Architekturen an mehrschichtige Client/Server- oder Web-Anwendungen.

Die Lösung

Die modernen Benutzeroberflächen der durch die Zusammenarbeit von Magic und Software AG entstandenen Reporting-Lösung ermöglichen es sowohl Sachbearbeitern als auch Kunden, ganz flexibel zu definieren, wann welche Reports wie verschickt werden sollen. Das System stößt aufgrund definierter Informationen den Versand der Dokumente an. Ist z.B. ein Kontoauszug „fällig“, werden die benötigten Daten aus dem Bestandssystem übernommen und in XML transformiert. Für die Weiterverarbeitung dieser per SOAP-Request übergebenen Daten sorgt dann eine von der Software AG rund um ihren Tamino-XML-Server entwickelte Java-Applikation. Zunächst validiert die Lösung der Software AG die eingehenden XML-Dokumente und legt sie direkt in der Tamino-Datenbank ab. Anschließend generiert sie selbständig anhand der Versand-Informationen des SOAP-Requests und auf Basis der vorhandenen, vordefinierten Report-Vorlagen die fertigen Dokumente. Diese können sowohl im Standardformat PDF als auch in ASCII oder XML ausgegeben werden. Über Message Queues stößt die Java-Applikation dann den Versand der Dokumente an, dabei werden vorher festgelegte Versandoptionen berücksichtigt. Die Ausgabe erfolgt über entsprechende Print-, FTP-, eMail oder Fax-Server oder an ein Unified-Messaging-System. Ab einer bestimmten Größenordnung werden automatisch externe Druckdienstleister einbezogen. „Ein wesentlicher Erfolgsfaktor in unserer Branche ist das schnelle und zuverlässige Reporting gegenüber unseren Kunden“, erklärt Hermann Schell, IT-Leiter der Heller Bank, und ergänzt: „Monat für Monat müssen wir rund 200.000 Dokumente mit 500.000 Einzelseiten versenden: etwa Kontoauszüge, Abrechnungen oder Mahnungen.“ Bisher war das ein enorm zeit- und personalaufwändiges Unterfangen: „Um die notwendigen Daten aus unserem bestehenden iSeries-System in fertige Brief-, Fax- oder eMail-Dokumente zu überführen, waren mehrere manuelle Eingriffe erforderlich. Medienbrüche bestimmten das Bild“, erläutert Hermann Schell. Aus diesem Grund entschied sich die Bank, im Zuge einer grundlegenden Software-Modernisierung eine Lösung einzuführen, die Produktion und Versand von Kunden-Reports vollständig automatisiert und beauftragte Magic Software Enterprises und Software AG mit der gemeinsamen Entwicklung der neuen Reporting-Lösung. Beide Anbieter überzeugten bei der Konzeption der Lösung durch eine transparente Vorgehensweise und überlegene Technologien.

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