Diese Version ist angefüllt mit neuen Funktionen für Fat und Thin Clients und vielem mehr
von Carol A. Miner
Auch Browser-basierte Clients bleiben nicht unberücksichtigt
Bei Browser-basierten Clients wird der Code üblicherweise auf einem Server ausgeführt, der dann nur noch HTML-Code an den Desktop Browser sendet. Diese Arbeitsweise gewinnt zunehmend an Popularität, da hierbei für den Systemadministrator die Notwendigkeit entfällt, die Software auf jeden Endbenutzer-Desktop zu verteilen und sie dort zu konfigurieren und zu warten. Solche Produkte sind auf einer Vielzahl von Desktop-Betriebssystemen einsetzbar, angefangen von älteren Windows 95, 98 oder ME-Versionen bis hin zu den jüngsten XP-Versionen, aber ebenso auf Linux, Unix oder Macintosh. Die iSeries Access Familie enthält zwei Produkte, die auf der iSeries in einem Web Application Server ausgeführt werden und auf die mit einer Vielzahl von Browsern, wie beispielsweise Internet Explorer, Netscape, Opera, Mozilla oder Firefox zugegriffen werden kann.
| Weitere Informationen: |
| Carol A. Miner (cminer@us.ibm.com) ist im IBM Labor Rochester als Senior Software Engineer für iSeries Client-Integration tätig. Sie verfügt über umfangreiche Programmiererfahrung einschließlich des ursprünglichen PC Support und FSIOP (heute Integrated xSeries Server). Übersetzt und für den deutschsprachigen Markt überarbeitet von Joachim Riener. |
V5R3 iSeries Access for Web
iSeries Access for Web ist eine Java-Anwendung, die auf V5R2 oder späteren iSeries Servern in einem Web Application Server ausgeführt wird (z.B. WebSphere Application Server oder ASF Tomcat). Endbenutzer greifen auf diese Funktionen durch Starten ihres Browsers und Herstellen einer Verbindung zu einem iSeries Server zu. Eine Vielzahl von Funktionen, wie 5250 Emulation, Zugriff auf iSeries Drucker, auf Druckausgaben, Datenbank, Jobs, Jobwarteschlangen, Nachrichtenwarteschlangen usw. ist vorhanden. Auch besteht die Möglichkeit, OS/400 Batch CL-Anweisungen ohne Starten einer 5250 Emulations-Session auszuführen. Wir wollen uns einige der Verbesserungen in V5R3 ansehen.
5250 Emulator
Der 5250 Emulator enthält Personalisierungsfunktionen, mit denen iSeries Administratoren umfangreiche Anpassungen an die Bedürfnisse der einzelnen Endbenutzer vornehmen können. So besteht z.B. die Möglichkeit, Tastenkombination für die Sitzungskonfiguration festzulegen oder Makro-Definitionen für Benutzer (oder Benutzergruppen) vorzunehmen, die das Abspielen individueller Makros unmittelbar nach dem Sitzungsstart erlauben. Benutzer können ihren Cursor an einer bestimmten Stelle innerhalb eines Feldes positionieren. Überdies können Benutzer nun eine aktive Session gemeinsam mit anderen Benutzern (oder Benutzergruppen) nutzen, wobei der Benutzer, der die Session gestartet hat, die vollständige Kontrolle über die Session behält. Diese Funktion erweist sich für Administratoren als ausgesprochen nützlich, wenn bei einem Benutzer Probleme mit einer Anwendung auftreten.
Neue PDF-Drucker
Neue PDF-Drucker und Auswahlmöglichkeiten wurden hinzugefügt, mit denen bei Weiterleitung einer Spool-Datei an eine Druckereinheit eine automatische Konvertierung von iSeries Druckausgaben (AFPDS oder SCS) vorgenommen werden kann. Die Schnittstellen für das Arbeiten mit Druckausgaben, Internet-Druckern und gemeinsam genutzten Internet-Druckern wurden konsolidiert und vereinfacht.
SQL-Datenbankassistent
Der SQL-Datenbankassistent wurde erweitert und erlaubt jetzt die Erstellung von Abfragen, bei denen zur Ausführungszeit vom Benutzer Bedingungswerte über einen zusätzlichen Bildschirm abgefragt werden können. Benutzer können auch die Anweisung 'Run SQL' verwenden, um manuell Statements mit Parametermarkierungen zu erstellen. Die Funktionen 'Run SQL' und 'Copy Data to Table' unterstützen nun zusätzlich das Excel XML-Format (verwendet von Microsoft Excel 2002). Auch Dateien, die mit dem neuen iSeries Access für Windows Data Transfer-Dateiformat erstellt wurden, lassen sich in iSeries Access for Web importieren.
Extract Data Server
Extract Data Server ist eine neue Funktion, mit der sich Informationen über Objekte auf dem iSeries Server abfragen lassen. Diese Informationen können in einer Datenbankdatei abgelegt werden, aus der anschließend beliebige Abfragen möglich sind. Objekt-spezifische Informationen lassen sich auch für Verzeichniseintragungen, Nachrichten, PTFs, Softwareprodukte, System Pools oder Benutzerprofile abfragen.
Dateifunktionen
Die Dateifunktionen für das Arbeiten mit Dateien im IFS (Integrated File System) wurden erweitert. Die Anzeige der Verzeichnisinhalte ist nun im aktuellen Browser-Fenster möglich. Spalten wie Name oder Größe lassen sich nun sortieren. Verfügt ein Benutzer über entsprechende Berechtigungen, können die Funktionen zur Anzeige von Dateien und freigegebenen NetServer-Dateien editiert werden um z.B. Autorisierung, Objekteigentümer, Primärgruppe für Objekte oder Objekt-Autorisierungsliste zu modifizieren sowie Zip- oder Unzip-Operationen durchzuführen.
Neue Nachrichtenfunktionen
Neue Nachrichtenfunktionen erlauben das Versenden von Durchbruch-Nachrichten an Datenstationen und Lotus Sametime Ankündigungen an iSeries Access for Web Sametime Benutzer.
My Folder
Die Funktion My Folder, die Benutzern das Speichern der Ergebnisse aus Anweisungen, PDF-Ausgaben und anderer Daten im eigenen Ordner sowie in Ordnern anderer Benutzer erlaubt, wurde um zwei neue Aktionen für Ordnerinhalte erweitert. Copy ermöglicht einem Benutzer, Inhalte eines Ordners in den persönlichen Ordner eines anderen Benutzers zu kopieren und Copy to File gestattet das Kopieren von Inhalten eines Elements aus einem Ordner in eine Datei im IFS. Neue Möglichkeiten für iSeries Administratoren erlauben, die maximale Anzahl von Eintragungen und den maximal belegten Speicherplatz der persönlichen Ordner der Benutzer zu überwachen und Benutzer zu benachrichtigen, sobald ein bestimmter Prozentsatz der festgelegten Grenzen erreicht ist. Diese Benachrichtigung kann an eine konfigurierte eMail-Adresse oder an eine Lotus Sametime Benutzer-ID gesandt werden.
Individuelle Anpassungen
Neue Möglichkeiten zur benutzerspezifischen Anpassung gestatten eine einfachere Administration der Zugriffsbeschränkungen auf funktionale Kategorien. Es stehen neue Regeln zur Verfügung, die eine Beschränkung von Benutzern auf bestimmte Kategorien ermöglichen, ohne dabei Festlegungen für jede einzelne beinhaltete Funktion individuell treffen zu müssen. Die Schnittstelle für die individuelle Anpassung enthält nun Optionen, mit denen alle gegenwärtig gesetzten Regeln für einen Benutzer oder ein Gruppenprofil als Bericht angezeigt und ausgedruckt werden können.
Die Registerkarte „Sonstiges“
Auch die Registerkarte „Sonstiges“ in der Navigations-Ansicht verfügt über einige neue Funktionen. So kann beispielsweise das neue Bookmark Utility verwendet werden, um eine Favoritendatei mit Eintragungen für jedes Link in den iSeries Access for Web Registerkarten zu erzeugen. Unter dem Punkt Connection Pool wird nun der gegenwärtige Status des Connection Pools angezeigt. Zusätzlich hat der Administrator die Möglichkeit, direkten Einfluss auf die Einstellungen des Connection Pools zu nehmen. Eine Auflistung aller auf dem iSeries System installierten Software-Produkte mit Informationen zu jedem einzelnen Produkt kann nun erstellt werden (z.B. Version und Release, angelegte PTFs, Cover Letter, Generelle Informationen etc.). Am 18. November 2003 kündigte IBM zwei neue Versionen des Produktes WebSphere Portal an: Express und Express Plus for Multiplatforms V5.02. Beide Versionen lassen sich auf iSeries Systemen einsetzen. In i5/OS V5R3 sind die Benutzerlizenzen für WebSphere Portal ExpressPlus bereits enthalten. Man kann davon ausgehen, dass die Portal-Umgebung der „Desktop der nächsten Generation“ sein wird, mit dem über das Web eBusiness-Anwendungen für alle möglichen Client-Einheiten verfügbar gemacht werden. Diese Umgebung enthält auch Funktionen zur Zusammenarbeit mehrerer Benutzer, wie beispielsweise Instant Messaging, Anzeige von Personen, die derzeit online sind, virtuelle Team-Räume, Dokumentbibliotheken, Gruppenkalender und die Überwachung von Teilfertigstellungsterminen in Projektabläufen. Mit iSeries Access for Web V5R3 wurden die meistbenutzten Funktionen verbessert. Sie laufen als Portlets ab und lassen sich somit auf einfache Weise in die WebSphere Portal Umgebung integrieren. Für die Verteilung von Dateien steht in V5R3 eine neue funktionale Kategorie namens Download zur Verfügung. Herunterladbare Dateien können auf dem iSeries Server gespeichert und für die Verteilung mit iSeries Access for Web verfügbar gemacht werden. Eine Reihe von Verwaltungsfunktionen wird zur Verwaltung und Steuerung des Zugriffs auf herunterladbare Dateien bereitgestellt. Gegenwärtig sind zwei Produkte in der Registerkarte Download aufgeführt:
- das neue Produkt iSeries Access for Linux
- der AFP (Advandced Function Print) Viewer, der Bestandteil des Produktes iSeries Access for Windows ist. (Windows Desktop Benutzer können sich damit AFP- und SCS-Druckausgaben ansehen, ohne sie ausdrucken zu müssen.)
Administratoren können nun problemlos herunterladbare Dateien (wie beispielsweise angepasste Versionen des Produktes iSeries Access for Windows oder jede beliebige Desktop-Anwendung) erstellen und auf einfache Weise im Netzwerk an die Benutzer verteilen.
V5.0 Host Access Transformation Server Limited Edition (HATS LE)
HATS LE gestattet Benutzern den Zugriff auf 5250 Anwendungen über ihren Browser, ohne dass das iSeries IT-Team die Anwendungen hierzu entsprechend anpassen muss. Dies ist möglich, weil HATS LE über die Fähigkeit verfügt, 5250 Bildschirminhalte – nach einigen einfachen, zuvor von einem iSeries Administrator festgelegten Regeln – in HTML zu transformieren. In der nachfolgenden Auflistung sind die wesentlichen Verbesserungen zusammengefasst:
- HATS LE erlaubt Benutzern, über ihre iSeries Verbindung auch auf andere iSeries Systeme zuzugreifen, um – basierend auf den bereitgestellten Templates – einfacher neue Templates erstellen zu können. Eine neue Option wurde hinzugefügt, mit der das „More“…" auf einem OS/400 Bildschirm in eine Schaltfläche umgewandelt werden kann, damit Benutzer nicht auf die Tastatur zurückgreifen oder die Liste der 5250 Schaltflächen aufrufen müssen, um zum nachfolgenden OS/400 Bildschirm überzuwechseln.
- Eine entscheidende Funktion des HATS LE-Emulators ist die Erkennung von 5250 Subfiles. In V5.0 wurde die Subfile-Verarbeitung noch erweitert. Auch die Abhandlung der Cursorposition bei Betätigen der Feldfreigabetaste wurde verbessert. Die Schriftgröße für HATS LE-Bildschirme entspricht nun der im Browser festgelegten Schriftgröße.
- Unterstützt werden die Browser Internet Explorer 5.2.3 und 5.5, Netscape 6.2 und 7.0, Mozilla 1.2.1, Opera 5.0, Konqueror 3.1 und Safari 1.0. Somit kann HATS LE mit Desktop-Betriebssystemen wie Windows, Unix, Linux und Macintosh eingesetzt werden.
- HATS LE unterstützt alle nationalen Sprachen und Code Pages zur Ausführungszeit, einschließlich der Double-Byte (DBCS) und bidirektionalen (BIDI) Zeichensätze. Auch Unicode-Zeichen können angezeigt und eingegeben werden. Die mit HATS LE ausgelieferten Oberflächen für den Administrator stehen in folgenden Übersetzungen zur Verfügung: Englisch, Türkisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Japanisch, Traditionelles Chinesisch, Koreanisch und Vereinfachtes Chinesisch.
Wireless Access
Abhängig von den gesetzten Wireless Access-Definitionen bietet die iSeries Access Familie einige Optionen. So besteht z.B. die Möglichkeit, aufwendige, nicht zwingend erforderliche Elemente und Navigationen auszublenden, um die Bildschirmnutzung zu minimieren. Das mag für ein Mobiltelefon nicht unbedingt Vorteile ergeben, für Pocket PCs hingegen mag es akzeptabel sein.
iSeries Access for Wireless
Drahtlose Zugriffsmöglichkeiten erhöhen die Produktivität, ohne zusätzliche Anwesenheit im Büro zu erfordern. iSeries Access for Wireless bietet OS/400 Administrationsmöglichkeiten für drahtlose Einheiten wie beispielsweise PDAs oder internetfähige Mobiltelefone. Auf diese Weise kann ein Benutzer sich über seinen PDA am System anmelden und eine Anweisung absetzen oder Informationen vom iSeries System erhalten. Die OS/400 Administratorschnittstelle – zuvor bekannt als Management Central (MC)-Pervasive – wurde verbessert und unter der Bezeichnung iSeries Navigator neu zusammengestellt.
IBM Toolbox für Java
Diese Funktion, die Entwickler für eine schnelle Entwicklung von Java-Anwendungen zum Zugriff auf iSeries Ressourcen und Daten einsetzen, wurde in eine Micro-Edition konvertiert, die eine Entwicklung von Wireless-Lösungen gestattet. Diese Toolbox enthält auch eine Micro-Edition des JBDC-Treibers zum Zugriff auf die iSeries Datenbank. Anders als MC-Pervasive läuft die Micro-Edition direkt auf der drahtlosen Einheit, wodurch die Notwendigkeit zur Benutzung eines Browsers entfällt.
Eine Vielzahl von Optionen
Wie wir gesehen haben, steht mit der iSeries Access Familie eine Vielzahl von Optionen zur Verfügung. Da nun eine Native Linux-Version angeboten wird, ist man nicht mehr auf die Benutzung des aktuellen Windows Desktop-Betriebssystems festgelegt. Über die Browser-Produkte kann im Grunde mit jedem beliebigen verfügbaren Desktop-Betriebssystem auf iSeries Systeme zugegriffen werden. Wird aber eine ausgefeilte, hoch funktionale Native Windows-Lösung gewünscht, ist iSeries Access for Windows definitiv das Produkt der ersten Wahl. Überdies sollte man nicht vergessen, dass die iSeries Access-Produkte zur Nutzung dieser neuen Clients keine Aufrüstung des iSeries Servers erfordern. All diese Produkte lassen sich ebenso auch auf OS/400 V5R2 Systemen einsetzen. iSeries Kunden, die OS/400 V5R3 und die iSeries Access Familie (5722-XW1) bestellen, erhalten die nachfolgend aufgeführten Produkte:
- iSeries Access for Windows (5722-XE1, V5R3)
- iSeries Access for Web (5722-XH2, V5R3)
- WebSphere HATS LE V5
- iSeries Access for Linux (als herunterladbare Option von iSeries Access for Web)
- iSeries Client Encryption, 128-bit (5722-CE1)
- iSeries Access for Wireless (572-XP1)
Für iSeries Kunden, die ihr System unter V5R2 betreiben, über eine Lizenz der iSeries Access Familie (5722-XW1) sowie Software-Subscription verfügen und derzeit nicht planen, ihr System hochzurüsten, sind alle erwähnten Produkte über das kostenlose Feature Nr. 2647 des Produktes 5722-XW1 bestellbar.


