Fachkräfte entscheiden über Erfolg im Web

10. November 2009 | Von | Kategorie: Human Resources, Personal

Unternehmen können nur durch den Einsatz von e-Business wettbewerbs- und überlebensfähig bleiben. Darüber herrscht inzwischen weitestgehend Einigkeit. Entscheidend für den Erfolg sind jedoch nicht nur die eingesetzten Technologien, sondern auch die richtigen Mitarbeiter mit entsprechenden Fachkenntnissen.

Künstler Burgy Zapp [http://burgyzapp.de]Von Nahid Jilovec

Einige technische Entwicklungen auf dem e-Business-Sektor sind relativ neu und erfordern entsprechend aktuelle Fähigkeiten und Sachkenntnisse. Andere haben sich inzwischen bewährt auf dem Marktplatz der Technik. Um die anstehenden Aufgaben im e-Business zu bewältigen, müssen Mitarbeiter geschult und Personalarrangements umstrukturiert werden. Eventuell müssen auch neue Mitarbeiter mit brandaktuellen Kenntnissen eingestellt werden. Noch wichtiger jedoch als die neuen Möglichkeiten und Jobs im e-Business-Umfeld ist die Entscheidung, wie e-Business innerhalb des Unternehmens positioniert werden soll. Hier frühzeitig die richtige Entscheidung zu treffen, ist wichtig, um Einfluß auf die Art und den Umfang des vorhandenen Fachwissens im Unternehmen zu nehmen.

Wohin mit dem neuen Geschäftsbereich ?

E-Business hat sich über das traditionelle Electronic Data Interchange (EDI) und e-Commerce zum heutigen e-Business entwickelt. EDI konnte sich nie zu einem eigenständigen Ressort entwickeln. Diverse Abteilungen vom IT-Bereich bis zu Kundenservice und Marketing haben in verschiedenen Unternehmen EDI eingesetzt und verwaltet. Die meisten Firmen haben ihre EDI-Projekte im IT-Bereich gestartet, weil diese Projekte in erster Linie als technische Anliegen betrachtet wurden. Auch wenn Projekt- oder Verkaufsleiter häufig Aktivitäten im EDI-Bereich initiiert haben, wurde die Zuständigkeit meist an die IT-Abteilung delegiert. In vielen großen Unternehmen haben auch mehr strategisch orientierte Abteilungen wie der Kundenservice oder die Logistik EDI-Initiativen in Angriff genommen. In mittelständischen Unternehmen war dies meist ein IT-eigenes Projekt. Nur in sehr wenigen Unternehmen hat sich e-Commerce als eigenes Ressort etabliert, die meisten Firmen haben e-Commerce jedoch in der IT- oder Marketingabteilung gebündelt. In mittelständischen Unternehmen erfuhr e-Commerce daher oft dasselbe Schicksal wie EDI. Als bloße Reaktion auf den Druck von Kunden hat sich e-Commerce selten als ein strategisches Geschäftsanliegen herauskristallisiert.

Weil e-Business eine relativ neue Angelegenheit ist, bleibt abzuwarten, wie sich dieses Thema innerhalb der Unternehmen positionieren wird. E-Business ist eine strategische Geschäftsinitiative, die klar ihre eigenen Schlüsselfaktoren definieren muß. E-Business erfordert Kenntnisse, die sich traditionell sowohl im IT-Bereich als auch in den Finanz-, Marketing- und Vertriebsabteilungen finden lassen. Dem vorgezeichneten Weg von EDI und e-Commerce zu folgen und e-Business nur einer Abteilung unterzuordnen, würde die Vorteile dieser neuen Geschäftsstrategie untergraben.

E-Business stellt eine Lösung dar, die die Art und Weise, wie wir Geschäfte führen, verändern kann. Aus diesem Grund sollten alle e-Commerce- und damit verbundenen Aktivitäten in einem neuen e-Business-Bereich zusammengefaßt werden. E-Business kann dann vom Kundenservice, vom Vertrieb und Marketing, aus der Finanz- und IT-Abteilung Input erhalten. Der Kundenbereich kann die Kundenbeziehungen einbringen, um aus e-Business ein erfolgreiches Partnerprojekt zu machen. Die Marketingabteilung hat die Möglichkeiten, um weitergehenden Einfluß auf die Kunden auszuüben und e-Business adäquat zu promoten. Die Finanzabteilung steigt mit ihren Verbindungen zu Banken und ihren Kenntnissen im Finanzbereich ein. Und der IT-Bereich ist bestens dazu geeignet, bei der Implementierung der technischen Infrastruktur Support zu leisten.

Neue Positionen besetzen

Um der Herausforderung des e-Business zu begegnen, müssen Unternehmen schnellstens neue Positionen schaffen und qualifizierte Mitarbeiter einstellen. Die adäquate Infrastruktur zu implementieren und Fachkräfte zu engagieren, ist absolut notwendig, um die wachsende Nachfrage von Kunden und Lieferanten nach automatisierten Geschäftsprozessen zu befriedigen. Einige der Schlüsselpositionen im e-Business erfordern eventuell nur temporären Personalbedarf, während für andere Posten eine Vielzahl von Mitarbeitern mit ähnlichen Qualifikationen benötigt werden, die ein umfangreicheres Aufgabengebiet bewältigen. Der Umfang des benötigten Personalbedarfs wird individuell und von mehreren Faktoren abhängig sein, wie der Anzahl der Geschäftspartner, der unternehmensübergreifenden Prozesse, der eingesetzten Technologien, zukünftigem Bedarf und Grad der Integration von Anwendungen.
Eine zentrale neue Position in den meisten Unternehmen dürfte der Externe Kommunikationsmanager darstellen. Die Hauptaufgabe dieser Position besteht in der Bewertung und Selektion geeigneter Tools und Technologien, um externe Geschäftsprozesse zu gestalten. Das ist eine strategische Aufgabe, weil dieser Mitarbeiter sich nicht nur um die aktuelle e-Business Umgebung kümmert, sondern auch Zukunftsstrategien für den Business-to-Business und den Consumer-to-Business-Bereich festlegt.

Ein Systemarchitekt wird gebraucht, um den entsprechenden Technologieentwurf zu planen, zu gestalten und zu pflegen. Der leitende Architekt muß mit bestehenden e-Business-Standards ebenso vertraut sein wie er Verständnis im Bereich e-Commerce und damit verbundenen Tools und Technologien (z.B. EDI, Internet, Workflow, Dokumentenmanagement, Groupware) haben und umfangreiche Kenntnisse in Client/Server-Umgebungen besitzen muß.

Systemingenieure unterstützen und pflegen das Netzwerk, das die e-Business Netzwerk Infrastruktur untermauert. Diese Mitarbeiter müssen über Erfahrung in Installation und Betrieb von TCP/IP Netzwerken, über Kenntnisse in Windows/NT, Unix, Firewall Administration, Workgroup-Technologien und Sicherheit im Internet verfügen.

E-Business Technologie Experten unterstützen die verschiedenen Technologien in einem e-Business Unternehmen wie EDI, Imaging, Smart Cards, Internet, Groupware und damit verbundene Technologien (z.B. Lotus Notes, Domino) und Workflow. Erforderlich sind natürlich nur Fachkräfte für die tatsächlich oder in Zukunft eingesetzten Technologien.  

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Ein Kommentar auf "Fachkräfte entscheiden über Erfolg im Web"

  1. Ulrich Kalvelage sagt:

    Wie es ihr Artikel bereits sagt, werden einfache Fragen nicht gelöst, treibt das potentielle Partner in die Flucht. Würden alle, die diese Projekte damals vorangetrieben haben – Die Discounter voran – , sich an ihre einstmals gesteckten Ziele halten, so würde heute schon eine ganz andere Akzeptanz vorhanden sein. Insbesondere die gegenseitige Vorteilshaftigkeit rutscht immer mehr auf seiten der Kunden – Kosten werden auf ddie Lieferanten abgewälzt. So hat bsw. Unilever mittlerweile sein EDI-Verkehr an externe Provider ausgelagert, die wiederum dürfen sich ihr Geld bei den Lieferanten abholen. Das ganze geht dann in der Praxis so. Entweder ich reiche ein Rechnung per Invoice ein oder bezahle pro Palette Strafgebür bei Einreichung per Post.  Die elektr. Invoice Rechnung bezahle ich aber dem Rechnungsempfänger Provider pro Datensatz mit 1 Euro. 
    Na wenn das kein Fortschritt ist.
    Darüber hinaus betreiben die meisten "Partner" nur das was ihnen nützt, anstatt die ganze Kette im Blick zu behalten. Als Lieferant muss ich bsw. in jedem Fall F´Rechnungen per Invoice einreichen. Bestellenungen via Orders bekomme ich aber auch nach Jahren fleissigem Trommelns nur von den wenigsten (z.B. Kaufland)
    Bevor wir also ein Herrschar neuer E-Commerce Berufsbilder kreieren und die deren notwendigkeit beschwören, sollten sich alle Verantwortlichen erstmal die Zweckmässigkeit bisher geschaffener Standards sowie dessen tatsächlichen Praxishandhabung anschauen. So habe ich alleine in einer Firma als Lieferant sehr viel bilaterale Abweichungen vom Standard. In 15 Jahren habe ich allerdings keinerlei Abweichung umgekehrt erlebt. Trotzdem ich ein grosser fan dieser Wertschöpfungskette bin, sehe ich der Praxis mit sehr gemischten Gefühlen entgegen.

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