OLD-I vermied bisher jeden Kontakt mit Touchscreens und sah diese sowieso als Spielzeug an und nicht als echte Alternative zu seinem Laptop mit Maus und Tastatur. Selbst die Maus ist für ihn eigentlich nur ein notwendiges Übel um die 5250-Sessions zu IBM i zu starten. Ich möchte ihm auch nicht abstreiten, dass er allein mit der Tastatur in IBM i vieles deutlich schneller administriert als ich in Windows mit der Maus und Tastatur.
Nachdem sein über 10 Jahre altes Nokia Handy, ja so was existiert noch, den Geist aufgab, erwarb OLD-I ein Mittelklasse Android Smartphone. Seine erste Reaktion nachdem alles angeschlossen war und das erste mal die virtuelle Tastatur erschien: „Wie soll man die denn schnell bedienen können?“ Eine Frage die ich gut nachvollziehen konnte – sind die Felder im Hochformat doch wirklich nicht die größten. Aber das waren Startschwierigkeiten, die OLD-I recht schnell meisterte, indem er einen Stift mit Touch-Aufsatz hervorzauberte und fort an mit diesem arbeitete. Jetzt ging es aber erst richtig los, waren Smartphones „doch auch nur Computer“.
Erste Aufgabe: Verbindung zum Firmennetzwerk via VPN.
An sich keine große Sache, hat Android doch ausreichend Möglichkeiten VPNs aufzubauen: Mit PPTP, L2TP, IPSec PSK und IPSec CRT, sollte man meinen, läßt sich zu jedem entfernten Netzwerk einen Tunnel öffnen. Nicht jedoch wenn das benötigte Zertifi kat auf einem PC von CISCO AnyConnect nach Authentifizierung installiert wird. OLD-I hatte zwar schnell das Zertifikat auf dem Smartphone, jedoch fragte Android bei Installation dann nach einem Zertifi kats-Passwort. Zu dumm, denn das Zertifi kat besaß keines! Leere Passwörter wurden nicht akzeptiert. Auch wenn OLD-I den Sicherheitsaspekt dahinter gut verstand, fl uchte er doch, dass sowas ja nicht sein kann. Ich suchte derweil im App-Store nach einer Lösung und siehe da, CISCO stellte AnyConnect als App zur Verfügung. OLD-I versuchte alle Versionen, doch keine funktionierte, wie erhofft. Zuletzt gab es da noch eine „gerootete“ Version. Die Reaktion eines Vollblut-Administrators auf die Information, dass er auf seinem persönlichen Gerät kein Administrator ist, sollte jedem klar sein. (Hinweis: In seinem destruktiv klingenden Gebrabblel war ein Hammer zentraler Bestandteil.) Um das Schlimmste zu verhindern, holte ich schnell mein technisch ausgefeilteres (und teureres) Smartphone und auch mein Tablet hervor und schlug vor, es doch auf diesen nochmal zu versuchen. Nur schwer ließ sich OLD-I von seinen Plänen abbringen, war aber wieder besänftigt, als die Versuche mit AnyConnect auf diesen Geräten sofort zum Ziel führten. „Wie weiter?“ fragte ich und da erklärte mir OLD-I, was sein Ziel war.
Eigentlich hätte ich es mir auch denken können: Mobile IBM i Administration über SmartPhone und Tablet! „Mal schauen was mit aktuellen Bordmitteln und Apps funktioniert“. Für mich war an diesem Tag erst mal Feierabend – denkste! OLD-I wollte natürlich nicht warten, sondern verschwand mit meinen Geräten. Aus meinem Feierabend. wurde dann letztendlich doch nichts. … Fortsetzung folgt.


