EIN NEUER NAME FÜR EINE NEUE FAMILIE ERWEITERTER ISERIES CLIENTS
von Carole Miner
| Über den Autor |
| Carole Miner ist Senior Software Engineer im IBM Labor Rochester. Sie befasst sich seit 1988 überwiegend mit Client Integrationstechnologien. |
| Übersetzung |
| Übersetzt und für den deutschsprachigen Markt überarbeitet von Joachim Riener |
Die iSeries Client Access Familie konnte im Jahr 2002 mit einem umfangreichen neuen Release begeistern. IBM hat alle Client Access Produkte erweitert und gemeinsam mit OS/400 V5R2 auf den Markt gebracht.
Zunächst einmal hat IBM die Namensgebung geändert. Aus der iSeries Client Access Familie wurde die „iSeries Access Familie“ und iSeries Client Access Express für Windows heißt jetzt einfach iSeries Access für Windows.
Aber natürlich beschränken sich die Änderungen nicht allein auf die Namensgebung. Die iSeries Access Familie umfasst eine Reihe unterschiedlicher Produkte, die speziell darauf ausgelegt sind, die Leistung des iSeries Systems über eine einfach zu bedienende Schnittstelle auf die Workstation des Endbenutzers zu bringen. Die wichtigsten Produkte in der iSeries Access Familie sind:
- iSeries Access für Web
- WebSphere Host Publisher
- iSeries Access für Windows
- iSeries Access für Wireless
Websphere Host Publisher
Der WebSphere Host Publisher V3.5, um den die V5R1 iSeries Client Access Familie am 28. September 2001 erweitert wurde, erlaubt den Austausch traditioneller Green Screens gegen eine moderne grafische Benutzeroberfläche, die in einem Browser ausgeführt werden kann. Gleichgültig, ob man nun mit existierenden 5250 Anwendungen beginnt (z.B. in RPG oder in Cobol) oder eine neue Anwendung mit OS/400 Systemanweisungen entwickelt, dieses Produkt bietet eine einfache Möglichkeit, Anwendungen mit minimalem Aufwand ins Web zu übertragen.
Der Host Publisher ist wegen seiner Vielseitigkeit und seiner Stärken eine ideale Lösung, um Web-Benutzern herkömmliche Anwendungen zur Verfügung zu stellen:
- Für die Veränderungen muss der Source Code der Back-End Anwendung nicht zur Verfügung stehen.
- Existierende (z.B. RPG- oder Cobol-) Anwendungen lassen sich bei Entwicklung straffen. (Von den beispielsweise 500 Bildschirmmasken einer Anwendung können lokalen oder auch Web Benutzern selektierte Teilbereiche zur Verfügung gestellt werden.)
- Mehrere Back-End Anwendungen lassen sich in eine einzelne Webseite integrieren. Dem Endbenutzer gegenüber erscheint dies wie eine einzige, neue Anwendung.
- Teile mehrerer Host Anwendungs-Bildschirme können als eine einzige HTML Webseite zusammengefasst werden, mit welcher der Benutzer in Interaktion tritt.
- Java Host Anwendungen sind integrierbar.
- Auch Anwendungen, die von OS/400 selbst benutzt werden (z.B. Sign-On, Durchführung einer Query) lassen sich abbilden.
- Der Host Publisher bietet Host Administration und Verbindungsoptionen, die eine bessere Kontrolle über den Zugriff auf den iSeries Server erlauben.
Die mit V5R2 verfügbare Version 4.0 des Host Publisher enthält folgende neue Funktionen:
UNTERSTÜTZUNG FÜR WAS 4.0.
Der WebSphere Host Publisher 3.5 setzt auf dem WebSphere Application Server (WAS) 3.5 (Standard oder Advanced) auf und ist unter V4R5 und V5R1 lauffähig. Der WebSphere Host Publisher 4.0 wurde für die Ausführbarkeit auf WAS 4.0 (Advanced Single Server oder Advanced) erweitert und ist unter OS/400 V5R1 oder V5R2 lauffähig. Version 4.0 unterstützt J2EE Kompatibilität und die aktuellsten Web Entwicklungs- und Implementierungsstandards.
Der WebSphere Host Publisher 3.5 oder 4.0 kann in einer einzelnen iSeries Partition installiert und ausgeführt werden. Bei Installation in unterschiedlichen iSeries Partitionen können beide Versionen auf dem System parallel verfügbar gehalten werden.
SECURITY ERWEITERUNGEN.
Stellt man Host Anwendungen im Anwenderbereich zur Verfügung, sollte man stets darauf achten, dass diese einfach aufzufinden und zu benutzen sind. Ebenso wichtig ist es aber auch, den Benutzerzugriff auf Anwendungen und Inhalte zu kontrollieren. Innerhalb des Host Publishers bieten die Studio Navigationsfunktionen exakte Kontrolle darüber, welche Anwendungsoptionen den Benutzern zur Verfügung gestellt werden. Überdies ist der Zugriff auf andere Anwendungen praktisch unterbunden, da die Endbenutzer nie direkt mit der Host Anwendung, sondern nur mit dem Host Publisher in Verbindung stehen, der seinerseits den Zugriff auf das iSeries System übernimmt.
WEB SERVICES.
Web Services bilden eine offene, auf Industriestandards basierende Möglichkeit, Anwendungen mit dem Web zu verbinden und Interaktionen über das Web ausführen zu lassen. Web Services erlauben, Schnittstellen zur Verfügung zu stellen, welche die Interaktion mit den eigenen Geschäftsprozessen für Mitarbeiter, Geschäftspartner und Kunden effizient gestalten.
Eine wesentliche Stärke der Web Services besteht darin, dass die existierende IT Infrastruktur für ihren Einsatz nicht verändert werden muss. IBM hat diverse Produkte – einschließlich WAS und WebSphere Studio – um die Unterstützung für Web Services erweitert. Detaillierte Informationen zu Web Services sind in dem Artikel „Web Services: The next Big Thing“ (Artikel ID 11607) unter der Adresse http://www.iSeriesNetwork.com verfügbar.
WebSphere Host Publisher 4.0 lässt sich in einer WebSphere Umgebung als Web Service einsetzen. Das Host Publisher Studio enthält jetzt eine Web Service Option, mit deren Hilfe vorhandene Host Publisher Kenntnisse genutzt werden können, um neue Web Services für Integration Objects und Enterprise JavaBeans (EJBs) zu erstellen.
Überdies generiert das Host Publisher Studio jetzt Web-Service-spezifische Java Methoden zur Optimierung der Netzwerkperformance und der Antwortzeiten, wenn Host Services als neue Web Services über ein WAN eingesetzt werden.
iSeries Access für Windows
Die Produkte der iSeries Client Access Familie waren von Beginn an darauf ausgerichtet, die Leistungsfähigkeit der iSeries Systeme wirkungsvoll umzusetzen und deren Fähigkeiten (sowie weitere dem Industriestandard entsprechende PC Funktionen) auf den Desktop Systemen der Endbenutzer zur Verfügung zu stellen. iSeries Access für Windows führt diese Tradition fort. Es läuft „native“ auf Windows 98, ME, NT 4.0, 2000 und XP.
Für den Endbenutzer ist iSeries Access für Windows ein fest integrierter Bestandteil zur Ausführung von iSeries Funktionen in seiner Windows Desktop Umgebung. Enthalten sind ein hoch funktionaler 5250 Emulator sowie ein eleganter Zugriff auf DB2 UDB für iSeries mittels Datentransfer-Funktionen. Überdies wird für das Arbeiten mit dem OS/400 IFS (Integrated File System) und Druckern der iSeries NetServer eingesetzt.
Für Programmierer bietet iSeries Access für Windows eine Vielzahl von Windows Standard Middleware (wie z.B. einen ODBC Treiber, OLE DB Provider und Unterstützung durch Visual Basic Assistenten) sowie iSeries-spezifische Middleware (wie Data Queues, Stored Procedures und Remote Commands). Diese Unterstützung ist eine wertvolle Hilfe bei der Entwicklung von Windows Anwendungen, die einen Zugriff auf iSeries Ressourcen beinhalten. Überdies ist eine ActiveX Aktivierung für die Middleware vorhanden, die von Programmierern – sofern sie mit der Windows Umgebung vertraut sind – auf einfache Weise genutzt werden kann.
iSeries für Windows bietet Systembedienern und Administratoren eine Schnittstelle für die tägliche Arbeit. Das wesentliche Tool für Administratoren ist der iSeries Navigator (in früheren Versionen unter der Bezeichnung Operations Navigator und Management Central bekannt).
iSeries Access für Windows erlaubt eine Verbindung zu OS/400 ab V4R5. Mit dem neuen Release werden folgende neue Funktionen verfügbar:
PC5250 EMULATION.
iSeries Access für Windows V5R2 enthält die Version 5.5 der IBM PC5250 Emulation, die mit folgenden Erweiterungen versehen wurde:
- Verbesserungen im Handling (z.B. Zusammenhalten von Worten beim Editieren/Einfügen von mehrere Zeilen umfassenden Texten, Plus (+) oder Minus (-) Zeichen verbleiben beim Kopieren/Einfügen bei der zugehörigen Zahl)
- Aussagefähigere Fehlermeldungen
- Windows 2000 Zertifizierung
- Verbesserte nationale Sprachversionen (NLV), einschließlich der Unterstützung für die Verarbeitung von japanischen und Hindi-Zeichen
VERBESSERUNG BEI DER DATENÜBERTRAGUNG.
iSeries Access für Windows V5R2 beinhaltet die Unterstützung neuer Tabellen-Kalkulationsformate, einschließlich des Lotus 1-2-3 Version 9 Formats mit 65.536 Zeilen (Version 97 unterstützt nur 8.192 Zeilen). Weiterhin ist nun das Hochladen von mehr als 256 Tabellenspalten in eine Datenbankdatei möglich.
UNTERSTÜTZUNG FÜR KERBEROS AUTHENTIFIZIERUNG.
In zunehmendem Maße wird in der Industrie die Benutzer-Authentifizierung über Kerberos Tickets bevorzugt, da hierdurch wiederholte Anmeldungen an unterschiedlichen Systemen entfallen. iSeries Access für Windows (einschließlich PC5250 Bypass Sign-On) unterstützt nun diesen Ansatz.
Da iSeries Systeme allerdings nicht als Kerberos Ticket Server agieren können, muss zur Nutzung dieser Funktionalität ein anderer Server im Netzwerk vorhanden sein, der die Rolle des Ticket Servers übernehmen kann. Abbildung 1 zeigt die iSeries Access für Windows Sign-On Anzeige mit der Option für die Kerberos Authentifizierung.
ERWEITERTER INSTALLATIONSABLAUF.
Mit der verbesserten V5R2 Installationsprozedur lässt sich eine CD mit einem angepassten Installations-Image erstellen. Dies ist eine elegante Möglichkeit zur Verteilung der Installationssoftware speziell an Benutzer, die über langsame Netzwerkverbindungen angeschlossen sind. Überdies besteht hierbei die Möglichkeit, die Installationsauswahl für ferne Benutzer zu begrenzen und gleichzeitig Produkte hinzuzufügen (wie z.B. SSL Verschlüsselung), die nicht in dem iSeries Access für Windows Installationsmaterial enthalten sind.
IBM hat ein Icon in die Taskleiste eingefügt, das den Benutzer über einen im Hintergrund ablaufenden Installationsprozess informiert. Führt man den Mauszeiger auf dieses Icon, wird der Installationsfortschritt in Prozent angezeigt. Tritt während der Installation ein Fehler auf, wird eine Fehlermeldung angezeigt. (Bisher wurde der Benutzer nicht über eine im Hintergrund ablaufende Installation in Kenntnis gesetzt. Somit bestand die Gefahr, dass ein PC unabsichtlich während des Installationsvorganges abgeschaltet wurde.)
UNTERSTÜTZUNG FÜR 64-BIT INTEL ITANIUM PROZESSOREN.
Da nach IBM Ansicht die neuen 64-bit Intel Itanium Prozessoren überwiegend auf Servern (weniger auf PC Clients) Einsatz finden werden, wurden die von iSeries Access für Windows häufig genutzten Middleware-Komponenten ODBC und OLE DB portiert, so dass sie „native“ auf diesen Prozessoren lauffähig sind. Für die Installation kommt der Windows Installer für 64-bit Komponenten zum Einsatz. Die meisten anderen Funktionen in iSeries Access für Windows werden auf der 64-bit Hardware im 32-bit Modus ausgeführt.
ERWEITERTE MIDDLEWARE ZUM ZUGRIFF AUF DB2 UDB FÜR ISERIES.
ODBC und OLE DB Treiber unterstützen nun ROWID und 64 K SQL Statements sowie zusätzliche Descriptor Informationen. (Diese Erweiterungen stehen nur in Verbindung mit OS/400 V5R2 zur Verfügung.) Die OLE DB Updatable Cursor Unterstützung wurde angepasst und ist nun ab OS/400 V4R5 lauffähig.
UNTERSTÜTZUNG FÜR UMSCHALTBARE IASPS.
IBM hat Unterstützungsroutinen hinzugefügt, die den Zugriff auf Datenbanken und Druckspooldateien auf anderen IASPs (Independent Auxiliary Storage Pools) ermöglichen.
MIGRATION ZU 128-BIT SSL.
Da IBM das 56-bit Verschlüsselungsprogramm nicht länger ausliefert, werden während der Installation von iSeries Access für Windows PC Clients automatisch von 56-bit Verschlüsselung auf 128-bit Verschlüsselung umgestellt (vorausgesetzt, die 56-bit Verschlüsselung war bereits auf dem iSeries System installiert).
OPERATIONS CONSOLE UND EZ-SETUP.
Die in iSeries Access für Windows enthaltene Operations Console und die EZ-Setup Funktionen wurden mit V5R2 weiter integriert. Das erleichtert den ersten Start eines iSeries Systems und die Ausführung von Operationen über einen PC mit der Operations Console. Operations Console und EZ-Setup verfügen nun über Assistenten mit zusätzlichen Grafiken und Abbildungen, welche die Bedienbarkeit erleichtern und detaillierte Hilfe bieten. Weitere Verbesserungen:
- EZ-Setup unterstützt nun eine LAN-Verbindung für die Operations Console
- IBM hat den Software-Installationsprozess um eine virtuelle Installationsmöglichkeit von der Platte erweitert. Mit dieser Funktion lassen sich unbeaufsichtigte Software Upgrades problemlos durchführen
- Der EZ-Setup Prozess enthält nun einen interviewähnlichen Ablauf, in dem Fragen über die Nutzung des iSeries Systems gestellt werden Resultierend aus den Antworten wird ein angepasster Installationspfad für den Planungs- und Konfigurationsprozess erstellt, der auf die speziellen Anforderung des Kunden abgestimmt ist
- Neue EZ-Setup Assistenten bieten die Möglichkeit zur elektronischen Systemregistrierung und das Herunterladen von aktuell empfohlenen Service-PTFs über eine gesicherte Hochgeschwindigkeitsverbindung
iSeries Access für Wireless
iSeries Access für Wireless ist ein neues Produkt, das speziell für drahtlos angeschlossene Einheiten wie z.B. PDAs (Personal Digital Assistants) und internetfähige Telefone entwickelt wurde. Es erweitert die Unterstützung drahtloser Kommunikation für OS/400 Administration und Anwendungsentwicklung und ist in OS/400 V5R2 ohne zusätzliche Kosten enthalten. Dieses neue Produkt umfasst:
- Eine OS/400 Administrationsschnittstelle (zuvor bekannt unter der Bezeichnung MC-Pervasive) über die zahlreiche iSeries Navigator Funktionen von einer drahtlosen Einheit aus durchgeführt werden können
- Eine reduzierte Version der IBM Toolbox für Java, mit der die Möglichkeiten zur Java Entwicklung auf drahtlose Einheiten ausgeweitet wird
- Eine reduzierte Version des JDBC (Java Database Connectivity) Treibers, die den Zugriff auf DB2 UDB für drahtlose Einheiten erweitert und Java Entwicklern die Möglichkeit gibt, voll-funktionale JDBC Anwendungen mit umfangreichen, sicheren Datenbanktransaktionen zu entwickeln
Der Übergang auf V5R2
Um die hier beschriebenen verbesserten Produkte nutzen zu können, kann mit dem Upgrade der iSeries Software auf OS/400 V5R2 auch die iSeries Access Familie auf V5R2 angehoben werden. Betreiben Sie Ihr System unter V5R1 und planen augenblicklich keinen Wechsel auf V5R2, können Sie die neuen Möglichkeiten trotzdem nutzen, indem Sie das (kostenlose) Feature 2645 des Produktes 5722-XW1 bestellen (eine vorhandene Software Subscription ist allerdings Voraussetzung).
Ich hoffe, diese Übersicht über die Erweiterungen und Verbesserungen in der iSeries Access Produktfamilie hat Ihnen einige Anregungen für neue Anbindungsmöglichkeiten Ihrer Clients vermitteln können.
![Künstler Burgy Zapp [http://burgyzapp.de]](http://newsolutions.de/it/wp-content/uploads//fr5_last_IMG_1466.jpg)


