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Über 300 dieser Patente stammen von IBM Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Deutschland und dort mehrheitlich aus dem Forschungs- und Entwicklungszentrum bei Stuttgart. Das deutsche Team belegt damit hinter den USA, Indien und China Platz vier im firmeninternen Ranking.
von Michael Kieß
Mehr und mehr Unternehmen nutzen Cloud-Umgebungen für ihr Geschäft. IBM Erfinder haben 2017 über 1.900 US-Patente auf diesem Gebiet erhalten – inklusive einem Patent, das unstrukturierte Daten über globale oder lokale Ereignisse nutzt, um Prognosen für Cloud-Ressourcen zu erstellen.
Das System kann Datenquellen – egal ob News Feeds, Netzwerkstatistiken, Wettervorhersagen oder Aussagen in sozialen Medien – überwachen und so feststellen, wo und wie Cloud-Ressourcen eingesetzt werden müssen, um den zukünftigen Bedarf besser abzudecken.
Ein anderes Patent adressiert eine der momentan noch existierenden Einschränkungen für die Interaktion zwischen KI und Nutzer – die fehlende personalisierte Ansprache. Unter den industrieweit führenden KI-Patenten von IBM Erfindern befindet sich auch eines, mit dessen Hilfe eine KI die Sprachgewohnheiten ihres Gegenübers analysieren und spiegeln kann, um so dem Gespräch eine persönlichere Note zu geben.
IBM Erfinder haben darüber hinaus 1.200 US-Patente zum Thema IT-Sicherheit erhalten. Darunter befindet sich eines für eine Technologie, die es einer KI ermöglicht, Hacker auf Webseiten zu locken oder in einen Email-Austausch zu verwickeln, der ihre Ressourcen verbraucht und ihre Angriffe ins Nichts laufen lässt. Damit können die Gefahren von Phishing Mails und anderen Attacken reduziert werden.

Eine Gruppe von IBM-Erfindern diskutiert über Maja Vukovics Patent für ein System, das Cyber-Angriffe aufdeckt und bekämpft. Das ist eines der über 1400 Patente, die IBM im Jahre 2017 für den Bereich AI (Artificial Intelligence) erhalten hat. Bildquelle IBM
IBM Experten haben auch eine Reihe von Erfindungen auf aufkommenden Feldern wie Quantum Computing eingebracht. Darunter ein Ansatz, um Datenerfassung und -speicherung – auch bekannt als “signal readout fidelity” – zu verbessern. Dieser Ansatz kann zu einer besseren Effizienz der Komponenten führen, die notwendig sind, um einen Quantencomputer zu bauen.
Andere Themen von IBM Patenten aus 2017 waren beispielsweise:
- ein maschinenlernendes System, das im Notfall automatisch die Kontrolle zwischen einem selbstfahrenden Auto und seinem Passagier wechseln kann.
- ein Ansatz, der Blockchain-Technologie dazu verwendet, um die Anzahl der notwendigen Schritte bei Transaktionen zwischen verschiedenen auch unbekannten Geschäftspartnern ohne Einbindung eines so genannten Clearing Houses zu reduzieren.
- eine Technik, die automatisch ort- und zeitabhängige Sicherheitsanpassungen für mobile Endgeräte vornehmen kann: Wenn beispielsweise ein Mobiltelefon in Norddeutschland für Anrufe verwendet wird, während sein Eigentümer sich im Süden aufhält, könnten die Sicherheitsmaßnahmen automatisch verstärkt werden, weil das Gerät möglicherweise entwendet wurde.
„In den letzten 25 Jahren hat IBMs führende Rolle bei der Patenteinreichung die Art und Weise verändert, wie die Welt mit zentralen Errungenschaften der IT umgeht,“ sagt Ginni Rometty, IBM Chairman, President und CEO. „Heute adressieren fast die Hälfte unserer Patente Fortschritte auf Gebieten wie KI, Cloud, IT-Sicherheit, Blockchain und Quantum Computing. Sie zielen alle darauf ab, unseren Kunden dabei zu helfen, kluge Geschäftsentscheidungen zu treffen.“
Der letztjährige Erfolg baut auf mehr als 105.000 US-Patenten auf, die zwischen 1993 und 2017 IBM Erfindern zugesprochen wurde. Darunter waren Erfindungen zur Sicherung von Kreditkarten-Transaktionen, Orientierungshilfen mit RFID für sehbehinderte Personen, die weltweit schnellsten Supercomputer oder Erdbebensensoren.


