Update: Lenovo Announcements + Übernahme des IBM x86-Servergeschäfts

8. Oktober 2014 | Von | Kategorie: IBM Announcements, Leitartikel

Dieser Bericht ergänzt den soeben erschienen Bericht der IBM/Lenovo-Announcements mit neuen Servern und Software in der September NEWSolutions Ausgabe 2014.

I. Update zur Übernahme

Lenovo und IBM gaben Ende September bekannt, dass die Bedingungen für die Übernahme des IBM x86-Servergeschäftsbereichs von beiden Parteien erfüllt sind und am 1. Oktober 2014 mit dem Abschluss der Transaktion begonnen werden kann. Die Akquisition macht Lenovo zum drittgrößten Player im weltweiten x86-Server-Markt, dessen Gesamtvolumen sich 2014 auf 42,11 Milliarden US Dollar belaufen soll.

IBManno2014Lenovo übernimmt von IBM die System x-Reihe, BladeCenter und Flex-System-Blade-Server und Switches, x86-basierte Flex-integrierte Systeme, NeXtScale-und iDataPlex-Server und die zugehörige Software, Blade-Netzwerkadministrations- und Wartungs-Software. IBM behält die z-Systeme, Power-Systeme, Storage-Systeme, Power-basierte Flex-Server, PureApplication- und PureData-Lösungen.

Die Vereinbarung basiert auf einer langen gemeinsamen Geschichte der Zusammenarbeit von Lenovo und IBM, welche bereits im Jahre 2005 mit der Übernahme der Think-Sparte von IBM begann. Die anstehende Übernahme des Motorola Mobility-Geschäftsbereichs von Google wird Lenovo zudem zum weltweit drittgrößten Smartphone-Hersteller machen und gleichzeitig die Position als einer der Top-Drei-Hersteller von mobilen Endgeräten – PCs, Tablets und Smartphones – stärken.

Wie bereits im Januar angekündigt, haben Lenovo und IBM auch eine strategische Partnerschaft ins Leben gerufen, bei der Lenovo als Erstausrüster (OEM) für IBM fungiert und ausgewählte Produkte aus IBMs marktführendem Storage- und Software-Portfolio vertreiben wird. Dazu zählt auch die Einstiegs- und Midrange-Storwize-Storage-Produktfamilie, Linear-Tape-Open-(LTO) Produkte, IBM Flash-Storage-Arrays und Teile des IBM System Software-Portfolios, welches unter anderem Smart Cloud, General Parallel File System und Platform Computing-Lösungen beinhaltet. Diese strategische Partnerschaft bedeutet, dass Lenovo nun diese Storage- und Server-Lösungen als Teil eines umfassenden Enterprise-Lösungsangebotes anbieten kann. Dadurch kann Lenovo einem größeren Umfang an Kundenbedürfnissen in Rechenzentren nachkommen.

Das weltweite Team des IBM x86-Server-Geschäftsbereiches wird in die Enterprise Business Group von Lenovo integriert. Adalio Sanchez leitete das x86-Server-Business von IBM und bringt seine Erfahrung bei Lenovo als Senior Vice President Enterprise Systems ein und berichtet an Gerry Smith.

Der Kaufpreis liegt bei ca. 2,1 Milliarden US-Dollar. Etwa 1,8 Milliarden US-Dollar werden zum Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses und nach vorläufig geschätzten Anpassungen in bar gezahlt und ca. 280 Millionen US-Dollar werden auf Basis des Schlusskurses der Lenovo-Aktie am 26. September 2014 mit Lenovo-Aktien beglichen.

Die Übernahme beginnt kommenden Mittwoch, den 1. Oktober in den Ländern, die Teil des initialen Abschlusses sind. Bis Ende 2014 soll die Transaktion in den meisten Ländern abgeschlossen sein und Anfang 2015 auch in den restlichen Ländern erfolgen. Nach Abschluss der Übernahme wird Lenovo 100 Prozent des IBM x86-Geschäfts besitzen und eine bedeutende Anzahl von IBM Mitarbeitern wird sich Lenovo zum 1. Oktober anschließen. Aufgrund der großen Anzahl an Ländern und verschiedener Eingliederungsprozesse und, um eine möglichst reibungslose Integration zu gewährleisten, werden die Mitarbeiter und Geschäftsaktivitäten in EMEA in den nächsten Monaten bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres eingegliedert.

II. Zusatzinformationen zu den IBM/Lenovo HW-SW-Announcements September 2014

Ergänzung zu NEWSolutions September S. 18

Neue IBM x86-Server bieten eine hohe Sicherheit, Effizienz und Zuverlässigkeit für Unternehmensanwendungen

Die neuen M5-Server vereinen eine hohe Leistungsfähigkeit mit Sicherheit, Effizienz und Ausfallsicherheit. Sie unterstützen Unternehmensanwendungen und Computing-Umgebungen im Bereich der Infrastruktur sowie in den Bereichen Cloud Computing, Big Data und Analytics. Das Portfolio beinhaltet hoch konfigurierte Rack-Modelle und Tower-Server, dicht gepackte-Systeme, Blades und integrierte Systeme, die Kunden bei ihren betrieblichen Herausforderungen benötigen.

Zu den Neuigkeiten gehören:

 

  • System x3650 M5 – Big Data, Analytics und Cloud
  • System x3550 M5 – Workloads aus unterschiedlichen Branchen
  • System x3500 M5 – all-in-one 5U-Two-Socket Tower oder Rack-Server
  • Flex System x240 M5 – Mainstream-Virtualisierung und Unternehmensanwendungen
  • NeXtScale nx360 M5 – ein halbbreiter 1U Compute-Server
  • NeXtScale System mit Wasserkühlungstechnologie

Die Server sind mit den aktuellen, industriestandardmäßigen Features ausgestattet, wie dem neuen Intel Xeon E5-2600 v3 Prozessor und bis zu 1.5 Terabytes schnellerem, energiesparenderem TruDDR4-Speicher. Die Server sind voraussichtlich bereits im 4. Quartal 2014 erhältlich, mit Ausnahme des System x3500 M5, das nach Plan Anfang nächsten Jahres erhältlich sein soll.

Zudem kündigt IBM eine Reihe von Lösungen an, mit denen Unternehmen Anwendungen in die Cloud verschieben können. Darüber hinaus tragen sie zu einer Verbesserung der Effizienz, Zuverlässigkeit und Leistung bei.

Zu den Neuigkeiten gehören:

  • IBM System x-Lösung für VMware VSAN – eine Software-Defined-Storage-Lösung
  • IBM System x-Lösung für Microsoft Fast Track DW für SQL Server 2014
  • IBM SmartCloud Desktop Infrastruktur mit Atlantis Computing ILIO – basiert auf Citrix XenDesktop oder VMware Horizon View.
  • IBM Flex System-Lösung für Microsoft Hyper-V – Die Lösung für Cloud-Infrastruktur

Alle neuen Workload-Lösungen sind in enger Kooperation mit Software-Anbietern entstanden. Die Lösungen bieten eine hohe Leistungsfähigkeit, Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit.

Neuerungen im Bereich Sicherheit

Alle neuen M5-Server sind mit eingebauter Trusted Platform Assurance ausgestattet, einer exklusiven Reihe von System x-Sicherheitsfunktionen und -verfahren. Diese ermöglichen einen besseren Schutz der Systeme vor Malware-Angriffen. Alle neuen Server wurden einem hochsicheren Entwicklungsprozess und einem strengen Validierungszyklus mit kontrollierten Updates unterzogen. Die gesamte Firmware wurde für einen sichereren Aufbau entwickelt, digital signiert und überprüft, sodass nur autorisierte Firmware ausgeführt werden kann.

Die M5-Server bieten Hardware-Unterstützung für die aktuelle Version der Trusted Platform Module (TPM 2.0) und ermöglichen so mehr Verschlüsselungsalgorithmen und Windows OS-Unterstützung. Das neue Secure Firmware Rollback-Feature verhindert jegliche unautorisierte Updates vorheriger Firmware-Versionen.

Die neuen Server bieten zudem einen Datenschutz auf Enterprise-Niveau. Optional werden selbstverschlüsselnde Laufwerke und ein zentrales Key-Management durch das IBM Security Key Lifecycle Management angeboten.

Neuerungen im Bereich Effizienz

IBM hat in den letzten 50 Jahren eine außerordentliche Expertise im Management von Rechenzentren erworben und diese auch in die M5-Server eingebracht. Die Server bieten eingebaute Neuerungen im Bereich Power und im Wärmemanagement. Ein erweiterter Temperaturbereich, Dual-Ventilator-Zonen und die Wahl zwischen Aktiv- und Bereitschaftsmodus für Stromversorgungseinheiten bieten eine deutliche Energieeinsparung im Vergleich zu früheren Generationen der x86-Systeme. Dies ist beispielsweise beim NeXtScale-System mit Wasserkühlungstechnologie der Fall. Das System ist im Rechenzentrum um bis zu 40 Prozent energieeffizienter als vergleichbare luftgekühlte Lösungen.

Zudem bieten die M5-Server eine verbesserte Leistung. Im Vergleich zu früheren Generationen liegt diese bei bis zu 131 Prozent für einen durchschnittlichen Java-basierten Workload und bei bis zu 61 Prozent für einen durchschnittlichen Virtualisierungs-Workload und bei bis zu 59 Prozent bei typischen Datenbankanwendungen. Laut zweistufigem „SAP® Sales and Distribution standard application benchmark“ hat die neue x3650 M5 den Weltrekord im Bereich der Zwei-Prozessor-Server erhalten mit einer Leistungssteigerung von 66 Prozent gegenüber der vorherigen Generation.

Neuerungen im Bereich Zuverlässigkeit

Die Hardware der System x-Server besitzt die derzeit vermutlich höchste Verfügbarkeit bei x86-Servern und erreichte bisher bei der Kundenzufriedenheit eine Spitzenposition. Mit dem M5-Portfolio festigt IBM diese Stellung. Die neuen Server besitzen vorausschauende Diagnosewerkzeuge für eine einfache Bedienbarkeit. Das neue Next Generation Light Path Diagnostic Panel bietet beispielsweise auf einem menügesteuerten Display umfassende Status- und Fehlermeldungen.

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