Die Multicloud systematisch vorbereiten und managen

11. Juni 2019 | Von | Kategorie: Cloud, Social Media, Devices, Systemmanagement

Bereits 2018 veröffentlichte das IBM Institute for Business Value einen Leitfaden für das Multi Could-Management – IBM erhebt regelmäßig Informationen zum Status der Cloud-Akzeptanz und -Planung. Im Februar 2019 stellte IBM neue, hybride Cloud-Funktionen vor. Damit können Applikationen und Workloads nahtlos und sicher in jede Public- oder Private-Cloud und On-Premise-IT-Umgebung migriert, integriert und darin verwaltet werden.

c Burgy Zapp

Bericht von Isabella Pridat-Zapp

Laut Studien des IBM Institute for Business Value planen nahezu alle der befragten Unternehmen (98 Prozent), bis 2021 hybride IT-Architekturen einzuführen. Aber nur 38 Prozent werden über die Werkzeuge und Prozesse verfügen, die nötig sind, um in solchen Umgebungen arbeiten zu können. Innerhalb von 3 Jahren (gerechnet ab 2018) wollten 98% der antwortenden Unternehmen multiple Hybrid Clouds implementieren. Zwei Drittel dieser Unternehmen halten eine aktiv gemanagte Multicloud-Umgebung für einen wesentlichen Beitrag zur Kostensenkung des Unternehmens.
Eine de facto Multicloud-Umgebung ist bereits durch Einführung von Cloud-Anwendungen auf Abteilungsebene entstanden, berichten 59% dieser Unternehmen.

Allerdings gibt das Team des IBM Institute for ­Business Value zu bedenken, dass diese Angabe nur die Cloud-Nutzungen erfasst, von denen die Führungskraft weiss. In den meisten Unternehmen gibt es laut den Studien-Autoren einen Wildwuchs von „Shadow Cloud Services“.

Abbildung 1: Die größten Herausforderungen des Multicloud Managements. Die Umfrageteilnehmer gaben an, zu welchem Prozentsatz die genannten Veränderungen stark, bzw. sehr stark ins Gewicht fallen. Die Grafik zeigt
die obersten 4 Veränderungen im Unternehmen.

Die erhobenen Gründe für die Nutzung von Multi­cloud Services sind Innovation und Flexibilität der geschäftlichen Reaktionen, die technische Innovationen schnell umsetzen können, sowie die Entwicklung neuer besserer Produkte und Services.

Die kürzlich vorgestellten neuen, hybriden Werkzeuge und Services sollen Unternehmen dabei helfen, die Komplexität dieser neuen IT-Umgebungen zu meistern:

  • Eine neue IBM Cloud Integration-Plattform für die schnellere und einfachere Einführung neuer Services und Applikationen in Cloud-Umgebungen.
  • Neue End-to-End IBM Services für ganzheitliche Cloud-Strategien und einfachere Verwaltung der Ressourcen über verschiedene Cloud-Umgebungen hinweg.
  • Neue Services zur Gewährleistung größtmöglicher Sicherheitsstandards für Daten und Applikationen in der Public Cloud.

Harmonisierung der Multicloud-Umgebung

Die Autoren der Studie stellen fest, dass es angesichts der Nutzung mehrerer Cloud Provider sehr wichtig ist, einen Multicloud Management Plan zu entwickeln um Redundanzen zu vermeiden und die Beweglichkeit des Unternehmens zu bewahren. Dieser Plan sollte im ersten Schritt festlegen, welche Geschäftsprozesse in die Cloud verlagert werden sollen. Danach können im zweiten Schritt die am besten geeigneten Technologien und Verwaltungs-Tools festgelegt werden. Hierbei sollte man sich vor Augen halten, dass die Bewahrung von Cloud-native Standards es ermöglicht, ­verschiedene Cloud Anbieter einzubeziehen.

Das Studien-Team hat basierend auf den Studien-Ergbnissen eine „Heat Map“ entwickelt, die die Unternehmen bei der Entscheidung unterstützen soll, welche geschäftlichen Vorgänge sich für die Cloud eignen. Diese Grafik zeigt, zu welchen Prozentsätzen die bereits erfolgreichen Multicloud-Nutzer die genannten Bereiche innerhalb der kommenden 3 Jahre (ab 2018) in Form von Cloud Services betreiben wollen.
Siehe Abbildung 2

Abbildung 2: Diese geschäftlichen Vorgänge wollen die führenden Multi-Cloud Nutzer bis 2021
als Cloud-Anwendung betreiben.

Roadmap für die Verwaltung der Multicloud

Die Studie weist aus, wie in 5 Schritten die erhofften geschäftlichen Vorteile durch eine Multicloud erzielt werden können.

  1. Festlegen der Ziele, der einzubeziehenden Bereiche und der Zuständigkeiten.
  2. Festlegen, wo externe Hilfe benötigt wird, welche Cloud Provider passend sind, bzw. welcher Multi­cloud Anbieter in Anspruch genommen werden soll – zur Zeit beschäftigen 56% der fortgeschrittenen Multicloud-Nutzer Anbieter für das Management der Multicloud, dieser Prozentsatz soll sich bis 2021 auf 72% erhöhen.
  3. Die richtigen Anwendungen in die Cloud übertragen. Hierzu gehört bei vielen Amwendungen ein Upgrade und die Berücksichtigung geographischer Überlegungen bezüglich der Daten.
  4. Neue Anwendungen in der Cloud aufbauen. 56% der führenden Multicloud-Nutzer rechnen damit, dass bis 2021 die meisten neuen Apps in der Cloud entstehen werden.
  5. Hohe Flexibilität bewahren. Die Multicloud-Umgebung und ihre Verwaltung müssen ständig weiterentwickelt und beobachtet werden bezüglich der fortwährenden Erreichung der ursprünglich gesteckten Optimierungsziele sowie sich neu ergebender Möglichkeiten durch technologische ­Durchbrüche.

Folgende wichtigste Bausteine einer Multicloud-Struktur nennen die Autoren der Studie. Auf oberster Ebene befindet sich die Cloud Management Plattform, darunter die Anwendungsentwicklungs-Ebene (als Beispiel), darunter die folgenden 4 Bausteine auf der untersten Ebene: Container, Mico-Services, Virtuelle Maschinen, Cloud Services ohne Server.

IBM Cloud Integration Plattform

Die IBM Cloud Integration Plattform wurde entworfen, um Applikationen, Software und Services aller Anbieter sicher miteinander zu verbinden und zwar unabhängig davon, ob diese Systeme On-Premise, in einer Public- oder Private-Cloud sind. Die Plattform führt ein umfassendes Set an Integrations-Werkzeugen in einer einzigen Entwicklungs-Umgebung zusammen. Das führt zu großen Produktivitätssteigerungen, da IT-Integrations-Spezialisten einen Code jetzt einmal schreiben, testen und sichern können – um ihn dann auf derselben Plattform zu speichern und wiederzuverwenden. Dies waren bisher mühsame und zeitfressende Aufgaben. Unternehmen sparen ein Drittel an Zeit und Kosten und erfüllen gleichzeitig ihre jeweiligen Sicherheits- und Compliance-Anforderungen.

Integration ist besonders wichtig, wenn Unternehmen ihre Geschäftsprozesse optimieren und ein personalisiertes Kundenerlebnis anbieten möchten. Die Integration wird aber auch zunehmend komplexer, da viele Unternehmen inzwischen bis zu 15 verschieden Clouds nutzen und zusätzlich neue Cloud Services wie KI, Analytics und Blockchain einführen wollen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Mit der IBM Integration Plattform können Unternehmen neue Funktionen schnell auf den Markt bringen, während sich ihre IT-Integrations-Spezialisten auf komplexere System-Integrationen konzentrieren können.

Neue End-To-End IBM Hybrid Cloud Services

Bei den neuen IBM Services für Cloud-Strategie und -Design handelt es sich um ein umfassendes Set an Beratungsservices, das Kunden aufzeigt, wie sie eine ganzheitliche Cloud-Strategie entwicklen können: beginnend bei Design, Migration und Integration bis zu Road Mapping und Architektur-Services. IBM Services hat dafür dedizierte Berater-Teams etabliert.Diesen gehören Experten für multiple Cloud-Plattformen an, die für die aktuellsten Services und Technologien zertifiziert wurden. Mit den neuen Services profitieren Kunden von IBMs branchenführender Cloud­-Innovationsmethodik, sowie automatisierten Entscheidungwerkzeugen und der IBM Cloud Garage. All dies unterstützt die Kunden in der Entwicklung, der Migration, der Modernisierung und dem Management von Applikationen.

Aufbauend auf der jüngsten Partnerschaft mit ­ServiceNow, stellt IBM zudem neue IBM Services for Multicloud Management vor, ein einheitliches System, mit dem Unternehmen die Verwaltung ihrer IT-Ressourcen über verschiedene Cloud Anbieter, On-Premise-Umgebungen und Private-Clouds hinweg vereinfachen können. Die IBM Services for Multicloud Management beinhalten drei verschiedenen Ebenen die ein einheitliches Management- und Verfahrensmodell gewährleisten:

  1. Business Management – Anwendungen, die eine Bereitstellung digitaler Services und ein modernes Servicemanagement sowie eine Kostensteuerung ermöglichen.
  2. Orchestrierung – eine Automatisierungsebene, die es ermöglicht, unterschiedliche Services von verschiedenen Anbietern zu integrieren, um es den eigenen Konsumenten verfügbar zu machen.
  3. Betrieb – auf dieser Ebene können Administratoren die Infrastruktur und den Betrieb überwachen und warten; unterstützt werden Legacy-Systeme, private und öffentliche Clouds sowie Container­-Umgebungen.

Zusätzlich enthält es einen einheitlichen Self-Service-Bereich für Anwender, in dem sie schnell und einfach Zugriff auf Cloud-Services erhalten können. Dazu gibt es eine Anbindung an das ServiceNow ­Portal, in dem Cloud-Services verschiedener Anbieter konfiguriert und gekauft werden können. Hier stehen auch Dienste für das Performance-Management sowie Werkzeuge zur Verfügung, um den Betriebszustand der Cloud zu überwachen und zu managen.

Cloud-Sicherheit für höchste Anprüche

Mit dem IBM Cloud Hyper Protect Crypto ­Service bietet IBM den derzeit höchstmöglichen Grad an ­Sicherheit für Public-Clouds. Möglich wird dies, durch die Integration von IBM LinuxONE in die weltweiten Cloud-Rechenzentren von IBM. Dieser Service ­bietet Encryption Key Management mit einem dedizierten Hardware-Sicherheitsmodul (HSM) basierend auf der FIPS-140-Level-4-Technologie – ein Angebot für ­Public Clouds, das es so nur bei IBM gibt.

Die komplette IBM Studie „Tailoring hybrid cloud: Designing the right mix for innovation, efficiency and growth” erhalten Sie unter http://ibm.biz/tailoringcloud

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