IBM kündigt neue Speichertechnologien für den Schutz und die Archivierung sehr großer Datenmengen an

9. Juni 2011 | Von | Kategorie: Speicher - Storage, Strategische Berichte

Branchenweit erste Bandspeichertechnologie mit bis zu 2,7 Exabyte Kapazität: genug, um fast die dreifache Menge der mobil erzeugten Daten in USA im vergangenen Jahr zu speichern

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IBM hat am 9. Mai neue Bandspeicher sowie erweiterte Archivierungs- und Deduplizierungsangebote angekündigt. Diese sollen Kunden dabei helfen, ihre Daten effizienter zu speichern und aus den großen Datenmengen zuverlässig Erkenntnisse zu gewinnen. Die Informationen, die mittlerweile aus einer sehr hohen Anzahl an Sensoren, mobilen Geräten, sozialen Netzwerken, Cloud Computing und dem Internet generiert werden, wachsen dramatisch. Laut IDC steigt zur gleichen Zeit die Nachfrage nach höherer Speicherkapazität im Zeitraum 2009 bis 2014 weltweit um jährlich durchschnittlich 49,8 Prozent. Dies zeigt, daß Kunden neue Technologien und Wege benötigen, um einen Nutzen aus dem wachsenden Datenvolumen, der Verschiedenartigkeit und der Geschwindigkeit von Information gewinnen zu können.

Daher investiert IBM weiter in die Fortentwicklung der Bandspeichertechnologie. Diese stellt einen kostengünstigen und effizienten Weg dar, um große Mengen an Daten zu speichern. So stellt IBM in diesem Zusammenhang sieben signifikante Verbesserungen seines Bandspeicherportfolios und anderer Speicherarchivierungsprodukte vor.

Die Ankündigungen beinhalten unter anderem das branchenweit erste Bandverwaltungssystem, das mehr als 2.7 Exabyte an automatisiertem und günstigem Speicher bietet. Darauf könnte fast dreimal die Menge der mobilen Daten gespeichert werden, die 2010 in den USA erzeugt worden sind. Ein Exabyte entspricht 10hoch18 Bytes, das sind eine TRILLION Bytes oder eine Milliarde mal eine Milliarde Bytes – eine schier unvorstellbare Datenmenge, die gut einem Stapel an je einen Zentimeter dicken Büchern entsprechen würde, der zehn Millionen Kilometer hoch wäre.

IBM System Storage TS3500 Bandspeicherbibliothek

Die IBM System Storage TS3500 Bandspeicherbibliothek basiert auf einer neuentwickelten Shuttletechnologie – einer mechanische Einrichtung, die bis zu 15 Bandspeicherbibliotheken zu einer einzigen Hochkapazitätsbibliothek verbindet,. Dadurch wird eine hochverfügbare Verwaltung zu geringen Kosten erzielt. Die TS3500 bietet bis zu 80 Prozent mehr Kapazität als ein vergleichbares Oracle Bandspeicherbibliothekensystem und besitzt somit die derzeit größte Kapazität in der Branche. Sie ist damit ideal für die weltweit größten Datenarchive.

Beispielsweise sind zwei TS3500 Bandverwaltungssysteme beim National Institute of Water & Atmospheric Research (NIWA) in Neuseeland in Einsatz. Sie unterstützen dort einen POWER-Supercomputer für wissenschaftliche Aufgaben in den Bereichen Energie, Luft- und Raumfahrt, Wetter und Klimaforschung. Die dortigen Bibliothekssysteme umfassen zusammen circa 5 Petabyte an Daten, umgerechnet mehr als 1 Million DVDs. Von der Datenmenge her gesehen bedeutet das, daß, wenn jede Minute eine DVD in das Bandarchiv überschrieben würde, es mehr als zwei Jahre dauern würde, bis die Kapazität ausgeschöpft wäre.

1952 brachte IBM das erste Magnetband zur Datenspeicherung auf den Markt und ist somit Pionier in diesem Bereich. In der 100-jährigen Geschichte der IBM, die derzeit in den „100 Icons of Progress“ (www.ibm100.com) dargestellt wird, ist dies ein wichtiger Meilenstein. Die Tapes wurden seitdem kontinuierlich weiterentwickelt und heute kündigt IBM das IBM System Storage TS1140 Bandlaufwerk an, das 2 Millionen mal mehr Daten speichern kann als das erste Bandlaufwerk der IBM. Das TS1140 enthält weniger, aber dafür effizientere Komponenten und verbraucht dadurch bis zu 64 Prozent weniger Energie bei bis zu 80 Prozent höherer Leistung im Wettbewerb zu einem vergleichbaren Oracle Laufwerk. So können Kunden ihre Produktivität bei vergleichsweise geringeren Kosten verbessern.

Gerade in Branchen wie dem Gesundheitswesen oder bei Medienunternehmen bietet Magnetbandspeicherung neue Möglichkeiten, um kostengünstig und energieeffizient die dort vorhandenen großen Archive und vielfältigen Informationen zu sichern. Die Menge an digitalen Archiven, die auf Tape gespeichert werden, wächst laut der Enterprise Strategy Group zwischen 2010 und 2015 um das sechsfache. Mit über 40 Prozent Marktanteil, gemessen am Umsatz, ist IBM gegenüber den Wettbewerbern HP und Oracle im Bandspeichermarkt derzeit in einer starken Marktstellung.

Filesystem für IBM Libraries

Am 9. Mai hat IBM auch ein Filesystem für IBM Libraries angekündigt. Mit der von IBM entwickelten IBM Linear Tape File System Library Edition (LTFS LE) wird ein einfacher und kosteneffizienter Zugang für die Verwaltung der Bandbibliotheken, umfangreichen Archivdaten und digitalen Assets ermöglicht. LTFS-Kunden können die auf der 5. Generation des LTO-Tapeformats, eines offenen Bandspeicherformats, gesicherten Daten jetzt effizienter indizieren, sichern, abrufen und verteilen. Mit dieser Technik können beispielsweise Daten auf einem 50PB-Bandarchiv wie ein USB-Stick angesteuert werden.


Tape nimmt eine wichtige Position bei den IT-Schlüsseltrends ein. Mit einem Technologie-Mix von Band und Platte können Kunden Speicherklassen nutzen, damit Daten auf Basis von Prioritäten in unterschiedlichen Hierarchien gespeichert werden können. Die Kombination von Band- und Plattenspeicher nutzen zum Beispiel die Lösungen „Information Archive“ und das „IBM Scale-out Network Attached Storage“ (SONAS). Dort gibt es die Möglichkeit, festzulegen, welche Daten automatisch auf Band- oder auf Plattenspeicher migriert werden sollen. Das kann die Total Cost of Ownership nach einer internen IBM Studie um bis zu 40 Prozent langfristig reduzieren.

Ein Anwenderbeispiel: Im Klinikverbund Südwest versorgen 4.200 Mitarbeiter jährlich rund 70.000 stationäre und mehr als 200.000 ambulante Patienten. Zum Verbund gehören das Kreisklinikum Calw-Nagold, die Krankenhäuser Herrenberg und Leonberg, das Klinikum Sindelfingen-Böblingen, ein Therapie- und ein Gesundheitszentrum, eine Rehabilitationsklinik und eine Servicegesellschaft. Dort realisierte der IBM Business Partner PROFI AG, Darmstadt, eine neue IT-Infrastruktur, basierend auf dem IBM Tivoli Storage Manager, der Neueinführung des IBM XIV Storage Systems und der Erweiterung der vorhandenen IBM System Storage TS3310 Tape Library sowie IBM BladeCenter-Servern. Zum bestehenden Storage Area Network (SAN) wurde ein neues SAN errichtet.„Wir können dem gesamten Verbund jetzt auch in Zukunft zuverlässige, leistungsfähige und sichere IT-Infrastrukturen bieten. Das trägt nachhaltig zum wirtschaftlichen Betrieb unserer Kliniken bei.“, sagt Dr. med. Gunther K. Weiß, M.Sc., Geschäftsführer, Klinikverbund Südwest GmbH. „Durch die Nutzung der IBM Tape- und Disk-Technologie konnten wir die Speicherkosten signifikant senken. Mit diesen unterschiedlichen Speicherklassen können wir sicherstellen, daß unsere Patienten und Mitarbeiter einen sicheren und schnellen Zugang zu benötigten Daten bekommen.“

Erweiterungen zu SONAS

IBM kündigte gleichzeitig auch Erweiterungen zu SONAS (Scale-Out NAS) an. Die von IBM entwickelte Technologie kann auf mehr als 14 Petabyte geclusterten Speicher hochskalieren und bietet nun einen doppelt so hohen Durchsatz wie sein Vorgänger sowie schnellere Antwortzeiten. Die neue Lösung kann außerdem Anti-Virus-Applikationen unterstützen, um mehr Schutz vor Viren und Malware-Gefahren zu bieten. Dabei werden die archivierten Daten gescannt und betroffene Dateien isoliert oder gelöscht. Zusätzlich wird SONAS ab jetzt das offene Standardprotokoll NDMP unterstützen. Über ISV-Anwendungen, die NDMP unterstützen, können Kunden große Mengen an Daten in SONAS sichern und diese gleichzeitig schützen. SONAS kann dabei als NDMP-Client aber auch als NDMP-Server eingesetzt werden, um etwa bestehende Clients zu sichern.

IBM Information Archive

Außerdem verbessert IBM das IBM Information Archive for eMail, Files and eDiscovery, eine vorinstallierte, vorkonfigurierte Archivlösung. Aufgrund vorintegrierter Hardware, Software und Services kann die Technologie die Installations- und Implementierungskosten eines Speicherarchivs um bis zu 70% im Vergleich zum Aufbau einer Lösung aus Einzelkomponenten reduzieren und ist nach IBM Erfahrung innerhalb weniger Tage einsetzbar.

Virtualisierungsangebote

Abschließend kündigt IBM weiterentwickelte Virtualisierungsangebote für Mainframe- und offene Speicherumgebungen an, die Kunden einen verbesserten Zugang und Schutz ihrer Daten in einem virtualisierten Rechenzentrum bieten. Diese beinhalten:

ein zusätzliches Many-to-many-Replikationsfeature zur IBM System Storage™ TS7650 ProtecTIER Deduplication Solution. Dieses ermöglicht Unternehmen mit mehreren Rechenzentren, die gespeicherten Daten automatisch zwischen den einzelnen Orten zu replizieren. Dadurch können multiple Kopien von wichtigen Daten gespeichert und bei Bedarf schnell wieder hergestellt werden. Durch das Bereinigen der duplizierten Daten vor der Replizierung kann ProtecTier die Kosten der benötigten Bandbreite, die für das Senden der Daten gebraucht wird, um bis zu 95 Prozent oder sogar mehr reduzieren. Auch die Speicherkapazität, die für das Archivieren und Schützen der Daten erforderlich ist, kann dadurch gesenkt werden.

Erweiterungen der TS7700 Virtual Tape Library-Familie

Diese können die Anzahl der virtuellen Bandkassetten im System auf bis zu 2 Millionen erhöhen und nutzen POWER7-Technologie, um die Leistung signifikant zu verbessern. Sie liefern eine bis zu 70 Prozent bessere Leistung als das vergleichbare Oracle-Angebot.

Benutzerführung

Eine weitere Neuerung ist im Bereich der Benutzerführung zu finden: IBM hat für ihre Disk-und Virtualisierungsprodukte eine einheitliche Benutzeroberfläche geschaffen, die sich an die GUI (Grafische Benutzeroberfläche) des XIV-Plattensystems anlehnt. Mit dieser Anpassung, zu der auch ein Online-Performance-Monitoring gehört, ist ein Nutzer in der Lage, fast ohne Lernaufwand diese Plattformen nach dem Prinzip „Know one – know all“ zu administrieren.

Als Teil der Sechs-Milliarden-Dollar-Investitionen in Forschung & Entwicklung führt IBM die Entwicklung innovativer Speichertechnologien für Smarter Computing fort“, so Dirk Koehler, Storage-Plattform-Leader, IBM Deutschland. „Die neuen Lösungen der IBM bieten Kunden einen umfassenderen Ansatz denn je für den Schutz und gesicherten Zugang zu ihrer wertvollsten Ressource – ihren Daten.“

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