von Mel Beckman
Mel Beckman (mbeckman@iSeriesNetwork.com) ist senior technical editor für NEWSolutions
Das Einspeicherkonzept des Betriebssystems OS/400 ist ein wahrer Segen für die Betriebssystemarchitektur und die Softwareentwicklung. Die Verantwortung, den Speicherort und den benötigten Platz für Datenobjekte zu planen und zu verfolgen, wird System- und Anwendungsprogrammierern vom Betriebssystem abgenommen. Dies ist eine wunderbare Funktion, die irgendwie das Gefühl vermittelt, man könne über unerschöpfliche Mengen an Speicherplatz verfügen. Das entspricht natürlich nicht der Realität und uns allen ist die „Auxiliary Storage“ Warnmeldung wohlvertraut. Ist das zur Verfügung stehende Plattenvolumen erschöpft, ist es für die dann zwangsläufig anstehende „Aufräumaktion“ wesentlich zu wissen, wo und wie der Platz verbraucht wurde.
Innerhalb der IFS-Serie wurden mit der Februarausgabe 2004 bereits 5 praktische IFS Tipps online veröffentlicht. Diese werden Ihnen helfen den größtmöglichen Nutzen aus dem IFS zu ziehen:
- 1. IFS Dateitransfer mittels FTP
- 2. Transfer von Savefiles mittels FTP
- 3. Dateisicherung in IFS Verzeichnissen
- 4. Erstellen von Dateien im IFS unter Verwendung der ASCII Code Page
- 5. Kopieren von Datenbankdateien ins IFS mit automatischer ASCII- Umsetzung
Weitere IFS-Tipps erscheinen mit dem Newsletter NEWSwatch und in den nächsten Ausgaben der NEWSolutions.
Da auch von fernen Systemen in das IFS geschrieben werden kann und Streamfiles sehr schnell anwachsen können, ist oft gerade das IFS der verantwortliche Kandidat, wenn der Plattenplatz beginnt, eng zu werden. Wünschenswert wäre es, jederzeit einen Überblick über das vom IFS belegte Plattenvolumen zu haben, damit rechtzeitig mit der Bereinigung begonnen werden und der Ablauf des Bereinigungsprozesses verfolgt werden kann. Leider gibt es hierauf momentan keine IBM-Antwort. Mit Hilfe der Anweisung WRKSYSSTS lässt sich zwar das insgesamt belegte Plattenvolumen ermitteln, aber eine Angabe speziell für das IFS ist nicht vorhanden. OS/400 verfolgt die Belegung durch das IFS nicht fortwährend. Um eine solche Aussage zu erzielen, bedarf es eines besonderen Berichts.
Dieser Bericht trägt die Bezeichnung System Report und kann über das Menü DISKTASKS mit folgender Vorgehensweise erzeugt werden:
- Aufruf der Anweisung GO DISKTASKS von der CL Befehlszeile
- Auswahl der Option 1, „Collect disk space information“ (Abbildung 1)
- Das Sammeln der Informationen kann zyklisch (wöchentlich, monatlich) bei Bedarf zu einem bestimmten Zeitpunkt erfolgen.
- Nach einer gewissen Wartezeit (beispielsweise einer Stunde oder – abhängig von der Anzahl der im System vorhandenen Objekte – eventuell auch mehr) kann der zugehörige Bericht über die Option 2 des Menüs DISKTASKS „Print disk space information“ abgerufen werden.
Der erzeugte einseitige Bericht (Abbildung 2) gibt einen Überblick über die Plattenauslastung. In der Zeile „User libraries“ wird die Plattenbelegung durch das OS/400 Native Dateisystem in Megabytes angegeben. Die Zeile „User directories“ gibt die Größe des IFS ohne Berücksichtigung der Dateien QSYS.LIB und QDLS.LIB wieder, die zwar technisch gesehen Teile des IFS sind, in diesem Bericht aber nicht dem durch das IFS belegten Plattenbereich berücksichtigt werden.


