Der Europamarkt für Manufacturing-Execution-Systems (MES)

Nov 10th, 2009 | By Redaktion | Category: Management & IT

Ein Artikel für Abonennten der NEWSolutions: Der Rationalisierungsdruck wird zur Anschaffung von PC-basierten Software- und Hardware-Produkten führen, die den Einstieg in kostengünstige, flexibel und benutzerfreundlich konfigurierbare MES Standardlösungen ermöglichen. (ERP)

Rationalisierungspotenzial sorgt für Nachfrage nach Manufactoring-Execution-Systemen (MES)

Analyse von Frost & Sullivan

Investitionen in MES Systeme verzeichnen einen deutlichen Aufwärtstrend. Nachdem zuletzt die Automobilindustrie für Wachstum sorgte, ist nun in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie in verschiedenen anderen Anwendersektoren ein kräftig steigender Absatz zu erwarten. Zusätzlich unterstützt durch technologische Fortschritte in allen Bereichen des Collaborative Manufacturing, soll der Absatz im Europamarkt nach einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan (www.eBusiness.frost.com) von 976,6 Millionen US-Dollar (2001) auf 2,12 Milliarden US-Dollar (2008) ansteigen.

In den letzten Jahren haben Unternehmen mit speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) und SCADA-Systemen (Supervisory Control and Data Acquisition Systems) in die Steuerung ihrer Produktion und mit Enterprise Resource Planning (ERP) in die Automatisierung der Geschäftsvorgänge investiert. Um die Effizienz des gesamten betrieblichen Prozesses weiter zu steigern, müssen nun Produktion und Geschäft stärker verzahnt und die jeweiligen Systeme mittels Manufacturing-Execution-Systemen (MES) integriert werden. MES-Lösungen ermöglichen dabei eine Echtzeit-Kommunikation und schaffen Transparenz von der Fertigung bis zur Chefetage.

Standardisierung stärkt Nachfrage
Der Rationalisierungsdruck wird zur Anschaffung von PC-basierten Software- und Hardware-Produkten führen, die den Einstieg in kostengünstige, flexibel und benutzerfreundlich konfigurierbare Standardlösungen ermöglichen. Die Tendenz zu standardisierten MES-Produkten wird sich dabei gegen Ende des Prognosezeitraums verstärken und zusätzliche Nachfrage schaffen. Insbesondere große Anbieter dürften nach Brian Flannery, Research Analyst bei Frost & Sullivan, an stärkerer Standardisierung interessiert sein, um durch Kompatibilität mit vorgefertigten Lösungen die Systempreise niedrig zu halten. Mit einer besseren Vergleichbarkeit der Systeme würde dann auch der Wettbewerbsdruck auf die Preise zunehmen. Von kleineren Unternehmen wird erwartet, dass sie sich auf ihre Kernkompetenzen Know-how und Service für Spezial- oder Nischenmärkte konzentrieren.

Service bringt den höchsten Umsatz
Mit 65,3 Prozent des Gesamtumsatzes im Jahr 2001 stellen die Dienstleistungen das größte Marktsegment dar. Verantwortlich dafür sind die Komplexität der Installation und die Vielschichtigkeit der betrieblichen Prozesse und Funktionen, deren Abwicklung die MES-Lösungen übernehmen sollen. Das Software-Segment erwirtschaftet 23,2 Prozent der Umsätze, Hardware die verbleibenden 11,5 Prozent. An dieser Verteilung soll sich auch in den nächsten Jahren kaum etwas verändern.

Ein Problem für den Markt könnte darin bestehen, dass die ERP-Anbieter mit ihren eigenen Lösungen Druck auf den MES-Markt ausüben. Das könnte dazu führen, dass der MES-Sektor zu einem Anhängsel des ERP-Marktes wird.

Siemens ist Nummer eins
Unbestrittener Marktführer in Europa ist Siemens. Das Unternehmen profitiert von seiner umfangreichen Produktpalette und seiner Dominanz in fast allen Regionen und Anwendungsbereichen. Größere Marktanteile halten auch GE Fanuc, Honeywell-POMS, Rockwell Automation, Propack-Data, Werum, Teradyne und die Software-Häuser von Wonderware und Intellution.

Potenzielle Kunden nennen Leistungsfähigkeit, Qualität und Zuverlässigkeit der Systeme sowie Service als kaufentscheidende Faktoren. Wichtig für die Zukunft sind größere Benutzerfreundlichkeit, intensive Kundenbetreuung und überzeugender Kundendienst sowie bei den Unternehmen eine Konzentration auf die Kernkompetenzen. Hierbei spielen Fusionen und Übernahmen eine nicht unerhebliche Rolle.

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