INTERVIEW Modernisierung mit IBM i

3. Mai 2017 | Von | Kategorie: IBM Announcements

Als übergreifendes Thema dieses Interviews mit Ralf Dannemann (IBM, Director POWER Platform D/A/CH),
sprach Burgy Zapp von Schneider-Egestorf, NEWSolutions, das Thema der Modernisierung in IBM i Abteilungen an.

v.l.n.r Dr. Rother, Zapp, Dannemann

Begleitend fand ein Gespräch zu dritt statt mit Dr. Wolfgang Rother (IBM, Leading Technical Sales Professional) über die strategische Entwicklung der POWER Chips mit den Schwerpunkten: Leistungs-Anforderungen von „KI Use Cases“ an ­Prozessor-Architekturen und neue Mehrwerte für bestehende Server Installationen.

Inwiefern lohnt sich der Upgrade auf eine höhere ­Betriebssystemversion im Hinblick auf neue Einsatzmöglichkeiten?

Die Nutzung des Betriebssystems IBM i V7 ermöglicht unseren Kunden beispielsweise den Row and ­Column Access Control, Temporal Tables, SQL Services und so weiter.

Über “authority tables” und “system-generated ­columns” sind IBM i Kunden nun in der Lage, die ­Sicherheit ihrer IBM i Umgebung weiter zu verbessern. Hierbei können unter anderem die verschiedenen Berechtigungen gegenübergestellt werden: gewährte Berechtigungen bzw. verwendete und notwendige Berechtigungen.
Das neue Lizenzprogramm 5733-OPS erleichtert den Einsatz von Open Source Node.js, Python, PHP, gcc, curl und vielem mehr in IBM i. Ferner sind beispielsweise Free-format RPG, RDi und WebQuery Werkzeuge, die eine moderne Anwendungsentwicklung ­ermöglichen und deren Produktivität insgesamt erhöhen. Dadurch verbessert sich gleichzeitig die Akzeptanz von IBM i nicht nur bei Endbenutzern, sondern auch bei Neueinsteigern und jungen Entwicklern.
Es lohnt sich also auf jeden Fall, auf die aktuellen Releases IBM i 7.2 oder 7.3 zu wechseln.

Wie sieht es mit der Performance aus?

Performance ist meist nicht das ausschlaggebende Kriterium. Viele Nutzer haben sich entschieden, nicht alle Cores eines Systems zu lizensieren, um Lizenzkosten zu sparen. Darauf haben wir mit der Ankündigung der IBM Power S812 reagiert. Entscheidender sind in puncto Performance Fragen, wie der Support der ­aktuellen IBM i Umgebung und die Integration eines Systems in die IT Landschaft des Unternehmens – ich denke da zum Beispiel an die SAN Strategie.

Inwiefern werden Unternehmen von PowerAI und den Cognitive Solutions mit Deep-Learning Software profitieren und welche Projekte der künstlichen ­Intelligence werden bisher schon auf der IBM i eingesetzt?

PowerAI und Machine Learning sind keine IBM i Themen, jedoch werden auch IBM i Kunden von ­Cognitive Computing profitieren können.
AI bedeutet ja erst einmal Artificial Intelligence und ist eine weitere Disziplin, der wir mit unserer IBM ­Power AI Infrastruktur begegnen. Diese Systeme auf der Basis von IBM POWER8 sind technisch so ausgebaut, daß sie mit zusätzlichen Graphical Processor Units (GPUs) in der Lage sind, komplexeste Berechnungen die nun einmal für AI notwendig sind, effizient und schnell zu erledigen.

Ein Beispiel:

Vor nicht einmal 5 Jahren benötigte man, um die Leistung von ca. 50 TFLOPs zu erreichen, ca. 16000 Intel Systeme.
Das leistet heute ein einziges IBM Power 822LC System mit 4 GPUs.

Insofern werden die technischen Möglichkeiten zur Nutzung von AI auch für ’normale‘ Geschäftskunden in jeder Branche möglich und attraktiv.

Bitte nennen Sie mir ein paar Beispiele zur Verdeutlichung, wie Ihre Kunden bereits ­Technologien, wie ­Cognitive Computing einsetzen um Business ­Challenges zu begegnen.

Hier gibt es eine Reihe von Anwendungsfällen und Beispielen, die aber sogar überbrückende Lösungen zwischen Unternehmen und Organisationen bedingen. Insofern sind Cloud Computing und Cognitive zwei Seiten einer Medaille. Zum Beispiel können heute schon die Daten von Autos, die über einen entsprechenden Internet Zugang verfügen, während der Fahrt Informationen zu Verschleiß, Verbrauch oder zur Verkehrsdichte sammeln und diese an einen zentralen Rechner übertragen. Damit ist dann unter anderem eine sehr genaue Planung der Inspektionsintervalle für die Kunden möglich, inklusive einer optimalen Ersatzteilversorgung.

Damit kann eine Verbindung mit der Supply Chain hergestellt werden, um diese zu optimieren. Auch neue Vertriebswege und Marketingstrategien wie beispielsweise die Integration mit sozialen Netzwerken können so realisiert werden. Dadurch können unsere Kunden ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern und sich auf neue innovative und zukunftsweisende Geschäftsfelder ­fokussieren.

Gibt es viele Unternehmen, die auf ihren Power-­Maschinen mehrere Betriebssysteme verwenden – ­haben sie genaue Zahlen zu IBM i, AIX und Linux?

IBM veröffentlicht in diesem Detailgrad keine Zahlen. Es gibt aber genügend Beispiele, wo im Rahmen von Konsolidierungs- oder Anwendungsprojekten IBM i, AIX und Linux in beliebiger Kombination auf einem Powersystem betrieben wird. Wir sehen ein stetig wachsendes Interesse an Linux basierten Power­lösungen, die parallel zu bestehenden i und/oder AIX Instanzen oder auf eigenständigen Servern implementiert werden.

Warum ist das so – für welche Aufgabenstellungen schafft das Betriebssystem IBM i den höchsten ROI? Und welche Aufgabenstellungen laufen am besten auf Linux / AIX / Windows…

Die von unseren Kunden geschätzten Stärken von IBM i sind die Integration von Zuverlässigkeit, ­Sicherheit und geringen Betriebskosten – unter ­anderem dank der Nutzung der integrierten DB2 und des IBM i Work ­Managements, was die Ausführung von Geschäftsanwendungen vereinfacht. Die ­Lösungsbreite ist nach wie vor stark ausgeprägt und erstreckt sich über alle Branchen und Unternehmensgrößen. Welche Aufgabenstellungen, beziehungsweise Lösungen unter welchem Betriebssystem am besten laufen, wird in der Regel durch die Lösungsanbieter selbst beantwortet. Nehmen Sie zum Beispiel. SAP HANA, welches ausschließlich unter Linux angeboten wird. Hier genießen die Besitzer eines IBM Power Servers den großen Vorteil und Luxus auf einem physischen Server drei ­Betriebssysteme auswählen zu können, passend zu der für das Unternehmen besten Anwendungslösung.

Gibt es etwas zu den Auswirkungen von multi­plen Betriebssystemen auf einer Maschine, ­respektive in einer Umgebung mit mehreren Maschinen und ­verschiedenen Betriebssystemen, auch unterschiedlicher Release-Stadien zu sagen?

Worauf zielt Ihre Frage ab? Wenn in einer virtualisierten Umgebungen mehrere Betriebssystem Instanzen auf einem physikalischem System betrieben werden, so wird zum Beispiel die Kommunikation zwischen den LPARs durch die Nutzung der Funktion des virtuellen Ethernet vereinfacht und gleichzeitig verbessert. Des Weiteren kann die Nutzung von gemeinsamen Ressourcen eines Systems positive Effekte, unter anderem beim Abfangen von Lastspitzen, mit sich bringen.
Selbstverständlich können beim Einsatz unterschiedlicher Betriebssysteme oder Versionen Kompatibiltätsprobleme auftreten, allerdings ist das im IBM i Bereich eher die Ausnahme. IBM bringt beispielsweise neue Funktionen mittels Technology Refresh auch auf ältere Releases, sofern dies möglich ist. Jeder IBM i Nutzer sollte aber bestrebt sein, möglichst aktuelle IBM i ­Releases einzusetzen, die von der IBM auf den eingesetzten Systemen unterstützt werden.

Welche Stärken werden jetzt mit POWER9 und den neuen Betriebssystem-Versionen ausgebaut werden?

Die POWER9 Prozessor Technologie wurde auf der Hot Chips Konferenz im letzten Jahr vorgestellt. So wird es unterschiedliche Verwendungs- und Einsatzmöglichkeiten geben. Im IBM i Bereich kann man aus diesen Informationen ableitend sagen, dass die Unterstützung von IBM i auf POWER9 Scale-Out Systemen mit maximal 12 Cores pro Sockel und non-buffered DIMMs geplant ist.

Vielen Dank für dieses Gespräch

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