IT-Management-Karrieren

6. Februar 2014 | Von | Kategorie: Human Resources, Personal

Es dürfte niemanden überraschen, dass der Lebenslauf ganz ausschlaggebend für den Einstellungsprozess ist. Ausschlaggebend deshalb, weil er die erste Hürde darstellt, die es zu bewältigen gilt, um im weiteren Auswahlverfahren
berücksichtigt zu werden.

HR Artikel-Serie aus drei Beiträgen:

IT-Management-Karrieren

VON BRIAN REINHOLZ

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Ein gutes Résumé ist weit komplizierter als der erste Blick offenbart: Hier geht es nicht nur um grammatikalisch einwandfreie Formulierungen, ästhetisches Layout und eine genaue Wiedergabe der Karriereentwicklung. Da die Vita alle verschiedenen Stadien des Auswahlprozesses mit Bravour durchlaufen muss, stellt sie höchste Anforderungen an die Marketing-Fähigkeiten des Bewerbers mit Blick auf die Darstellung am Bildschirm, den Personalvermittler, den zuständigen Personal-Manager und den Leiter der Fachabteilung. Nachfolgend wird erläutert, worauf jeder dieser „Feinde“ achtet.

Die Computersuche

Bei der Visualisierung dieses Gegners entsteht rasch das Bild des Übersetzungsroboters C-3PO aus Star Wars, wie er das Résumé bei einem quantitativen Check durchlaufen lässt. Und das dürfte auch nicht so weit von der Realität entfernt liegen. Viele potenzielle Arbeitgeber werden den Kandidaten-Pool mit einem Suchverfahren aussieben. Ein technisch versierter Personalvermittler oder Personalchef kann die gewünschten Fähigkeiten sicher leicht aus einem Résumé herauslesen, doch sollte die Formulierung immer so sein, dass sie jedenfalls auch automatisierten Computersuchen gerecht wird. Die üblichen Abfragen werden Suchbegriffe für Technologie, Software und Zertifi zierungen abdecken. Entsprechende Schlüsselbegriffe müssen in der Vita vorkommen.

Die Vita muss also auf die Anforderungen jeden einzelnen Empfängers überprüft werden: Wird in der Stellenbeschreibung langjährige Erfahrung im Umgang mit einem bestimmten Softwareprogramm oder eine bestimmte Zertifi zierung vorgegeben, so sollten diese Begriffe auf jeden Fall im Résumé vorkommen. Selbst wenn Sie diese Fähigkeit nicht für wichtig halten und sie normalerweise nicht in Ihrer Vita enthalten ist, riskieren Sie nicht, infolge einer Vorselektion durch das Raster zu fallen.

In mancher Hinsicht fällt dem Personalvermittler beim Einstellungsprozess die Rolle der Vernunft zu. Sie verfügen über die meiste Erfahrung und konzentrieren sich nicht auf zunächst irrelevante Faktoren, wie gute Team-Kompatibilität oder ob man gerne angeln geht. Daher ist das Erfolgsrezept für die „Hürde Personalvermittler“ ziemlich geradlinig: Weisen Sie Ihre Erfahrungen und Kompetenzen mit aller Sorgfalt entsprechend dem Anforderungsprofi l nach und bekunden Sie ein großes Interesse an der ausgeschriebenen Stelle und dem Unternehmen.

Viele Personalvermittler werden daran gemessen, wie lange die vermittelten Beschäftigten im Unternehmen verbleiben, deshalb ist es wichtig, deutlich zu machen, dass Sie sehr interessiert sind.

Die Personalabteilung

Die Mitarbeiter der Personalabteilung können im Zuge des Einstellungsverfahrens die verschiedensten Aufgaben übernehmen: Screening der eingereichten Vita, Telefon-Interviews mit den Bewerbern oder Gehaltsverhandlungen beziehungsweise alle oben genannten Tätigkeiten.

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Es ist wichtig, sich vor Augen zu halten, dass diese HR-Leute vermutlich über keine technische Expertise verfügen. Sie werden die Bewerber also aufgrund von pseudo-wissenschaftlichen Kriterien beurteilen, die auf Erfahrungswerten im HR-Bereich basieren. Stellt der Bewerber im persönlichen Gespräch mit einem freundlichen Lächeln Augenkontakt her? Wirkt er sicher und zuversichtlich, wenn die Anforderungen der Position durchgesprochen werden, und ist er in der Lage ziemlich komplexe technische Konzepte in einer verständlichen Sprache zu erklären? Ist dies der Fall, so werden Sie keine Probleme bei der Bewältigung dieser Phase haben.

Warten Sie nicht, bis man Sie bezüglich der Erfüllung der Anforderungen in der Stellenbeschreibung fragt, sondern gehen Sie von sich aus im Laufe des Gesprächs darauf ein, dass Sie alle Anforderungen erfüllen.

Ferner sollten Sie sich ein paar Antworten im Vorfeld zurechtlegen, auf Fragen wie: „Mussten Sie schon einmal auf halbem Wege durch ein Projekt die Marschrichtung ändern und wie haben Sie das bewältigt?“ oder „Erzählen Sie uns bitte, wie Sie reagiert haben, als in Ihrem Team Unstimmigkeiten über das weitere Vorgehen ausbrachen.“ Diese Art von Fragen ist bei HR-Managern sehr beliebt, da sie immer passen und sich der Interviewer nicht spezifi sch vorbereiten muss.

Der Personalleiter

HRDer Personalleiter stellt die große Unbekannte dar, da seine oder ihre Herangehensweise ganz unterschiedlich sein kann. Sofern Sie keine Informationen von einem Insider erhalten haben, müssen Sie sich ganz spontan auf Ihre Einschätzung dieser Person während des Vorstellungsgespräches stützen.

Dies stellt meist den letzten Schritt im Bewerbungsprozess dar, deshalb kann man davon ausgehen, dass alle Kandidaten, die dieses Stadium erreicht haben, über die erforderliche fachliche Kompetenz verfügen. Vermutlich wird der Personalleiter nach persönlicher Präferenz entscheiden. Im Kontext mit Marketing hört man oft, dass „Entscheidungen auf Emotionen basieren, die sich auf Argumente stützen“. Findet man Sie also sympathisch und es gibt keine besonderen Gründe, die gegen Sie sprechen, dann wird man sich für Sie entscheiden, mit dem Argument, Sie seien der geeignetste Kandidat.

Hier können Sie also sehr wenig beeinfl ussen. Möglicherweise haben Sie mit dieser Person wenig gemein und teilen auch keine Interessen. Sich in so einer Situation zu verstellen und dem Gegenüber etwas vorzuspielen, ist keine gute Idee. Besser so: Seien Sie Sie selbst, freundlich und entgegenkommend. Sagen Sie nichts Kontroverses, außer Sie empfangen ermunternde Signale. Ganz wichtig: Bleiben Sie auf Empfang, das heißt, wenn Ihr Gesprächspartner noch ein bisschen plaudern will, gehen Sie darauf ein; ist der andere aber geschäftsmäßig eilig, so versuchen Sie nicht, das Gespräch zu verlängern.

Werden Sie nicht verbissen, bleiben Sie offen

Der Bewerbungsprozess kann so frustrierend werden, dass man am liebsten aufgeben möchte. Nicht immer geht der Zuschlag an den besten Bewerber. Wie Sie sehen, können Sie einiges dafür tun, damit die Wahl schließlich auf Sie fällt. Sie sollten sich nur für wirklich gut passende Stellen bewerben, dann fi nden Sie sicher eine Position, in der Sie erfolgreich und gerne arbeiten. Auch wenn man das nicht so gerne zugibt, so kennt man doch selbst seine Stärken und Schwächen meist sehr gut. Spielen Sie Ihre Stärken aus und arbeiten Sie an Ihren Schwächen – geben Sie den vollen Einsatz. Zeigen Sie Interesse an dem Unternehmen und der Position,
denn hier geht es um Ihre Karriere. Ihre Ausstrahlung und Ihre Körpersprache sind oft noch wichtiger, als die Wortwahl, um Ihr echt empfundenes Interesse zum Ausdruck zu bringen.

Brian Reinholz ist Redakteur für NEWSolutions. Übersetzt und für den deutschsprachigen Markt überarbeitet von Isabella Pridat-Zapp.

 

 

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