DB2 V6R1 enthält zahlreiche Funktionen, mit denen sich neue Lösungen schnell und einfach erstellen lassen
von Kent Milligan
Über den Autor
Kent Milligan (kmill (ät) us.ibm.com) ist Senior DB2 for i5/OS Specialist im IBM ISV Enablement Team für System i.
Übersetzt von
Übersetzt und für den deutschsprachigen Markt überarbeitet von Joachim Riener.
Die Verbesserungen in DB2 für i5/OS V6R1 beinhalten diverse neue Funktionen, die der Datenbank eine gesteigerte Performance verleihen und eine schnelle und einfache Bereitstellung neuer Lösungen ermöglichen. Die ersten beiden Teile sind in NEWSolutions, Ausgabe Juni 2008 und Ausgabe September 2008 erschienen.
Im heutigen dritten Teil befasst sich der Autor mit der in V6R1 vereinfachten Bedienbarkeit. Ein großer Schritt nach vorne bei der Benutzerfreundlichkeit Das Tuning der DB2 für i5/OS Performance kann zu einer herausfordernden Aufgabe werden, wenn SQL Requests von remoten Clients wie Browsern und .NET Anwendungen übergeben werden. Für einen Administrator ist es im Grunde recht einfach, i5/OS Server-Jobs zu ermitteln, die wegen lange laufender SQL Statements zusätzliche Ressourcen beanspruchen. Die Nachverfolgung, welcher remote Client oder welches remote Programm den entsprechenden SQL Request übergeben hat, gestaltet sich hingegen recht schwierig. Aus diesem Grunde hat IBM mit V6R1 die nachfolgend aufgeführten speziellen Register bereitgestellt, die von Anwendungen benutzt werden können, um die Problemermittlung zu vereinfachen:
- CURRENT CLIENT_ACCTNG
- CURRENT CLIENT_APPLNAME
- CURRENT CLIENT_PROGRAMID
- CURRENT CLIENT_USERID
- CURRENT CLIENT_WRKSTNNAME
Anwendungsentwickler können diese Werte innerhalb ihrer Anwendungen mit einer der folgenden Schnittstellen programmgesteuert setzen:
- API Set Client Information (SQLESETI) API
- CLI SQLSetConnectAttr() Funktion
- JDBC setClientInfo connection Methode
Beim Betrachten der SQL Job-Details in Abbildung 6 lässt sich erkennen, dass IBM einige eigene Tools und Treiber eingesetzt hat, um diesen neuen speziellen Client-Registern Werte zuzuordnen. Das UPDATE Statement wurde vom Benutzer KMILL über die System i Navigator-Schnittstelle Run SQL Scripts initiiert.
Die Benutzerfreundlichkeit des SQL Performance Monitors innerhalb des System i Navigators wurde bereits in V4R5 wesentlich gesteigert und dies gilt in gleicher Weise für V6R1. Die Analyse-Task des SQL Monitors gestattet auf einfache Weise die Identifikation von SQL Statements mit schlechter Performance. Es war jedoch bisher schwierig, solche SQL Statements einem Administrator oder Performance-Analysten zu übermitteln, weil die Möglichkeiten sich entweder auf ein primitives Copy-and-Paste oder eine Aufforderung an den Administrator oder Analysten beschränkten, denselben Analysebericht nochmals aufzurufen. V6R1 vereinfacht diese Aufgabe nun mit einer neuen Save Results Task (Abbildung 7), die ein direktes Sichern der Ergebnisse in einer Vielzahl von Ausgabeformaten gestattet. Diese Funktion erlaubt nicht allein das Sichern der Berichtsdaten in einem austauschbaren Format, sondern bietet auch die Möglichkeit, die für den Dateityp jeweils zuständige PC-Anwendung aufzurufen (in diesem Fall Microsoft Excel).
Verbesserte Lesbarkeit der Daten. Die Anpassung von Spalten ist eine weitere V6R1 Verbesserung, die ein Lesen und Analysieren der System i Navigator Ausgaben vereinfacht. Die Analyseberichte des SQL Performance-Monitors sind sehr präzise und beinhalten alle erdenklichen Informationen, die möglicherweise die DB2 Performance tangieren könnten. Der Nachteil dieser umfassenden Berichte besteht allerdings darin, dass die große Anzahl an Spalten den Benutzer nahezu überwältigen – manche Berichte umfassen annähernd 100 Spalten mit Daten.
Überdies kann die Standardanordnung der Spalten in den Berichten den Bemühungen entgegenwirken, die für die Performance entscheidenden Informationen schnell aufzufinden. So muss der Benutzer bei manchen Berichten zwei oder drei Bildschirmseiten nach rechts blättern, um den Text des SQL Statements zu finden. Die neue Unterstützung zur Anpassung der Spalten in V6R1 löst diese beiden Probleme, da sich Spalten nun auf dem Bildschirm neu anordnen oder sogar ganz entfernen lassen. Diese individuelle Anpassung geschieht über das Fenster Select Colums (Abbildung 8).
Eine solche Spaltenanpassung steht auch für andere Schnittstellen wie Plan Cache, Show Indexes und Index Advisor zur Verfügung. Ist eine Schnittstelle einmal konfiguriert, verwenden die Berichtstools die getroffenen Einstellungen auch für zukünftige Berichte.
Query/400 detailierter
Mit V6R1 hat IBM auch die Daten verbessert, die vom Datenbankmonitor gesammelt werden. Ein Beispiel hierfür sind die zuvor bereits angesprochenen neuen Register (CURRENT CLIENT_APPLNAME etc.). Eine weitaus größere Verbesserung ist allerdings die Fähigkeit des Monitors, detaillierte Daten auch für Query/400 und OPNQRYF Requests zu sammeln. Mit diesen Fähigkeiten lassen sich erstmals das System i Navigator Visual Explain Tool und der SQL Performance Monitor einsetzen, um die Performance von Query/400 und OPNQRYF Requests zu analysieren und zu optimieren.
Auch die Bedienerfreundlichkeit der Index-Analysetools wurde in V6R1 verbessert. Kunden schätzen besonders den Realtime Index Advice, der vom systemweiten Index Advisor mit V5R4 bereitgestellt wurde. Die Schnittstelle für die Erstellung von Indizes basierend auf den Index Advice Ratschlägen wurde allerdings nicht so gut angenommen. Wenn der DB2 für i5/OS Advisor 10 unterschiedliche Indizes vorschlug, die über diese Schnittstelle erstellt werden konnten, musste zur Indexerstellung jeder vorgeschlagene Index manuell einzeln angeklickt werden. Mit dem V6R1 Index Advisor lässt sich diese Aufgabe schnell und einfach erledigen. Um alle gewünschten CREATE INDEX Statements mit nur einer Operation zu erstellen, muss nur die entsprechende Gruppe von vorgeschlagenen Indizes markiert und anschließend die Option Show SQL ausgewählt werden.
V6R1 vereinfacht überdies die Möglichkeiten zur Indexbewertung in der Task Show Indexes, wenn eine Gruppe von DB2 Objekten betroffen ist. Seit der Einführung in V5R3 gehört die Task Show Indexes zu den von Kunden favorisierten Funktionen. Dieses Tool erlaubt eine einfache Übersicht über die von DB2 für i5/OS genutzten Indizes und logischen Dateien, über Indizes und LF Objekte, die schlicht nur Speicherplatz verschwenden und über die Systemressourcen, mit denen eine Verwaltung vorgenommen werden kann. Der Nachteil dieses Tools war, dass es nur auf Tabellenebene ausgeführt werden konnte. Sollte eine Indexevaluierung für alle 50 Tabellen (Physische Dateien) in einer Bibliothek durchführt werden, so musste die Task Show Indexes für alle 50 Tabellen einzeln aufgerufen werden. Glücklicherweise ist dieses Problem mit V6R1 ausgestanden. Die Task Show Indexes lässt sich nun auf Bibliotheksebene durch Rechtsklick auf die Tabellenobjekte und Auswahl der Task ausführen (Abbildung 9).
Die letzte besonders hervorzuhebende Verbesserung des System i Navigator betrifft die Modifikationen des Health Center. Es wurde um die Fähigkeit erweitert, Berichte über DB2 Laufzeit-Limitierungen wie beispielsweise die Anzahl an Large Object (LOB) Locators oder CLI Handles pro Verbindung (oder Job) zu erzeugen.
Der System i Navigator ist nicht des einzige IBM Tool, das die tägliche Arbeit von i5/OS Entwicklern und Administratoren erleichtert. Der IBM Rational Data Architect (Version 7) beispielsweise bietet verbesserte Unterstützung für die Datenmodellierung von DB2 für i5/OS Datenbanken mit Fixpack 7.0.0.3, einschließlich der Verbesserungen für DDS-erstellte Datenbanken.
System i Entwickler und Kunden profitieren auch von diversen Verbesserungen, die IBM für DB2 Web Query im Laufe des Jahres 2008 plant. Geplant ist eine flexiblere Preisgestaltung, um sowohl Endbenutzern als auch Entwicklern bei der Ausführung von Berichten entgegenzukommen. Überdies arbeitet IBM an neuen Schnittstellen, die Entwicklern eine einfachere Integration von DB2 Query Berichten in ihre Anwendungen gestatten. Diese Verbesserungen werden auch die zeitgesteuerte Ausführung und automatische Verteilung von Berichten umfassen.
Gehen Sie den entscheidenden Schritt
Mit V6R1 schwingt DB2 für i5/OS sich auf in neue Höhen – besonders wenn man bedenkt, dass dieser Artikel keine vollständige Liste der Verbesserungen umfasst, sondern nur die absoluten Highlights aufzeigt. Von den großartigen SQL-Ergänzungen, die eine schnelle Entwicklung von Lösungen erlauben, bis hin zum namhaften Performance-Gewinn bieten die DB2 für i5/OS V6R1 Verbesserungen eine exzellente Grundlage, um Unternehmensdaten in einer Form bereitzustellen, die Ihrem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil bieten kann. Zögern Sie nicht, nutzen Sie die Vorteile von V6R1!
![Künstler Burgy Zapp [http://burgyzapp.de]](http://newsolutions.de/it/wp-content/uploads//ac1_Leitplanke-II_Z_sw_o_Negativ-300x300.jpg)


