Wie geht es IBM i ? Studie 2017

3. Mai 2017 | Von | Kategorie: Software Development + Change Mgmt., Strategische Berichte, Systemmanagement

Die dritte Folge der jährlichen Studie zum Status von IBM i weltweit ermöglicht einen schönen Blick auf sich nun deutlich abzeichnende Trends. Mit Blick auf die Erkenntnisse aus den drei „IBM i Marketplace Survey“ hebt der Autor Tom ­Huntington, Executive Vice President of Technical Solutions HelpSystems, als Highlights die folgenden Bereiche hervor: 1. Bedenken bezüglich der Sicherheit äußerten diesmal 71,3% der Befragten (gestiegen von 33,1% in 2015);

Tom Huntington (Autor der Studie)
Executive Vice President of Technical Solutions
HelpSystems

Bericht von Isabella Pridat-Zapp

2. Die Sorgen zum Thema Hochverfügbarkeit haben in der Umfrage 2017 gegenüber 2016 um 20% zugenommen; 3. Gegenüber 2015 stieg die Zahl der Unternehmen, deren IT „vollautomatisiert“ läuft, d.h. ohne Kontrollperson, von 50,3% in 2015 auf 67,7% in der Studie 2017; 4. Die Zahl der Unternehmen mit IBM i liegt mit minus 1,2% in einem sehr stabilen Bereich; 5. Stolze 94,6% der Umfrageteilnehmer schreiben der IBM i den höchsten ROI zu – ein gleichbleibend hoher Prozentsatz, wobei 72% aller Befragten in heterogenen Umgebungen arbeiten, also Vergleiche anstellen können.

Die Betriebssystemversion IBM i 7.1 ist immer noch die beliebteste, doch hat 7.2 im Vorjahresvergleich mit einer Steigerung von 14,5% auf 30,2% deutlich zugelegt. Auf V7.3 haben fast 5% der Befragungsteil­nehmer innerhalb von nur 6 Monaten upgegradet.

Welche Betriebssystemversion von IBM i
ist Ihr Hauptbetriebssystem?

Im Vorjahresvergleich hat auch der Einsatz von ­POWER8 mit einer Steigerung von 23% auf 40% deutlich zugenommen. Mit Blick auf die Chip Ankündigungen von August 2016, rechnen wir mit POWER9 im 2. Halbjahr 2017. Tom Huntington weist darauf hin, dass die Hardware gegen Ende des Produktzyklus oft stark rabattiert wird und sich somit die Chance für einen großen Sprung nach vorn ergibt. Vertrauensbildend hat sich sicher auch ausgewirkt, dass IBM bereits 2014 bei Ankündigung der POWER8 Generation fortlaufenden Support für IBM i und AIX sowie Linux auf aller neuen Power Systems Hardware zugesagt hat, mit dem spezifischen Mindest-Datum der Unterstützung sowie laufenden Verbesserungen für IBM i bis 2026*1.

Welche IBM Power Server haben Sie?

Im Laufe der beobachteten 3 Jahre ist die Zahl der IBM i Abteilungen, die nur einen Server einsetzen, von 38,4% auf 27,7% zurückgegangen. Gewachsen ist dagegen das Segment der Betriebe, die mit 2-30 IBM i Servern arbeiten. Huntington weist auf einen möglichen Zusammenhang zu der Zahl der Befragten, die künftig mehr IBM i einsetzen wollen und es passt auch zu der zunehmenden Anzahl von Unternehmen, die für ihre Hochverfügbarkeit die Replikationstechnologie einsetzen, wofür man 2 Server benötigt.

Wieviele IBM i Power Server haben Sie?

Infolge eines Anstiegs um 7% im Vorjahresvergleich setzen nun fast 2/3 der Unternehmen multiple Partitionen ein. Die verschiedenen Gruppen mit 11 Partitionen bis mehr als 100 Partitionen haben in Summe gegenüber dem Vorjahr von 14% auf 20,5% zugenommen.

Wieviele IBM i Partitionen betreiben Sie?

Inzwischen läuft bei 16,7% der Umfrageteilnehmer Linux auf Power Servern. IBM i als alleiniges Betriebssystem hat leicht zugelegt mit jetzt 28,3% (26%) und Windows leicht verloren mit jetzt 67,7% (70,4%). Diese 3 Trends waren über den Beobachtungszeitraum von 3 Jahren konstant.

Der gegenüber anderen Betriebssystemen günstigere TCO ergibt sich under anderem auch aus der Personalstruktur. Immerhin beschäftigt gut die Hälfte der IBM i-Abteilungen keinen oder nur einen Operator: 55,6% (56,5%).

Wieviele Operator haben Sie für IBM i?

Wieviele Administratoren haben Sie für IBM i?

Welche Betriebssysteme laufen auf Ihren Servern – außer IBM i?

Wieviele Entwickler beschäftigen Sie für IBM i?

Die Zahl der Administratoren hat sich im Vorjahresvergleich wie folgt verändert: 15,6% beschäftigen keinen Administrator (10,6%) und 39,1% (45,2%) beschäftigen einen Administrator. Das ergibt immer noch circa 55% in Summe. Doch kann es sich nicht um eine reine Verschiebung zwischen diesen beiden Gruppen handeln, denn die größeren Abteilungen, die jetzt immerhin insgesamt 23,2% der Befragten repräsentieren, haben zugelegt. Hier die Detailzahlen des Vorjahrs: 3-5 Admins=13,0%, 6-10 Admins=3,6%, 10+ Admins=1,8%.

Fast 65% (61,2%) der Umfrageteilnehmer haben 3 oder mehr IBM i Entwickler. Huntington weist darauf hin, dass hier viel wertvolles geistiges Eigentum auf IBM i geschaffen wird. Es handelt sich um hauseigene Entwicklungen und um Anpassungsarbeit an gekauften Anwendungen für IBM i. Da über 65% der erfassten Unternehmen ihre Eigenentwicklungen auf der IBM i laufen lassen, wird hier deutlich, dass die Community die Plattform zukunftsträchtig weiterentwickelt.
Seit 2015 hat sich die Zahl der Unternehmen, die ­Outsorcing in Betracht ziehen nicht wesentlich verändert, obwohl IBM das Konzept des Managed Service Providers promoted hat. Da mehr als 90% der Teilnehmer ihr eigenes System managen, ist offenbar ­Outsourcing kein wichtiges Thema. Während 75,6% Outsourcing nicht in Betracht ziehen, arbeiten nur 9,3% mit Outsourcing und 2,2% denken an Incourcing. In diesem Zusammenhang weist Huntington darauf hin, dass Outsourcing nicht die einzige Option ist, um mit dem Fachkräftemangel zurechtzukommen. Es gibt da zum Beispiel Managed Security Services um einem Skill Mangel auf diesem Gebiet zu begegnen. Auch andere Bereiche können Service Provider übernehmen.

Welche Geschäftsanwendungen laufen auf IBM i?

Bitte nennen Sie alle Projekte mit denen Sie Ihre IT-Umgebung für die Zukunft rüsten?

Abgefragt wurde auch eine Übersicht der Geschäftsanwendungen, die auf IBM i laufen, wobei alle zutreffenden angekreuzt werden sollten. Hier fällt die deutliche Mehrheit der Eigenentwicklungen auf.

Wie schon in der Einleitung angesprochen, befassen sich die meisten EDV-Abteilungen mit den Themen ­Security – mit 71,3% ein Anstieg um 20% gegenüber dem Vorjahr, und Hochverfügbarkeit – mit 59,4% ein Anstieg um 7%. Neben dem Fachkräftemangel beschäftigen sich die Befragten mit Projekten zur Anwendungsmodernisierung (49,5%) und dem Datenwachstum (35,4%) – ähnlich wie im Vorjahr.

Auch ein Thema, das oft bei Veranstaltungen Gesprächsstoff generiert, wurde hier mit Fakten unterlegt. Ein Drittel der IBM i Abteilungen arbeiten ausschließlich mit dem GreenScreen. Inzwischen verwenden jedoch schon fast genauso viele der Umfrageteilnehmer hauptsächlich grafische und Web Interfaces. ­Huntington sieht hier einen sich fortsetzenden Trend, vermerkt jedoch auch, dass grafische Anwendungen zugunsten von Web Interfaces verlieren dürften, weil dies der Abteilung die müheselige Arbeit erspart, auf den einzelnen Arbeitsplätzen Software zu installieren und zu warten.

Läuft Ihre wichtigste Anwendung immer noch mit 5250 GreenScreen?

Mit 88,3% setzen immer noch die meisten der Befragten RPG für Neuentwicklungen auf der IBM i Platform ein. Ein Trend lässt sich jedoch bei den Ergebnissen zum Einsatz zusätzlicher Programmiersprachen ablesen – vor allem aus dem Open Source Bereich. Fast 3/4 der Umfrageteilnehmer setzen inzwischen Open Source Entwicklungs-Tools auf der IBM i ein. Es ist keine Überraschung, dass Apache hier führt, wobei einige Unternehmen HTTP Server einsetzen. PHP, das seit fast 10 Jahren auf der IBM i unterstützt wird, hat inszwischen 32,4% erreicht. Der Einsatz von Node und Phyton untermauert, so Huntington, die positiven Zukunftsannahmen bezüglich Mobile Projekten und Modernisierungsprojekten, da diese Sprachen der Mobile- und Web-Entwicklung dienen. Da Git erst seit April 2016 unterstützt wird, ist es beachtlich, dass bereits 7% der Umfrageteilnehmer es einsetzen. Huntington weist darauf hin, dass IBM ständig neue Open Source Sprachen und Open Source Entwicklungs-Tools auf der IBM i unterstützt und bedauert, dass manche EDV-Abteilungen sich nicht ausreichend mit diesem Thema befassen.

Im Bereich der Mobile Computing Initiativen ergab sich gegenüber dem Vorjahr keine wesentliche Änderung: 61,6% haben diesbezüglich keine Pläne und 24,0% arbeitet an Anwendungen für iOS und Android, der Rest entweder iOS oder Android, wobei beide Segmente leicht zugelegt haben.

Welche Entwicklungssprachen verwenden Sie zur Zeit für Neuentwicklungen ? (Mehrfachnennungen)

Welche Open Source Sprachen und Tools verwenden Sie für die IBM i Entwicklung ? (Mehrfachnennungen)

Im 3-jährigen Befragungszeitraum hat sich bezüglich der automatischen Überwachung der IBM i ein fortlaufender Trend herauskristallisiert, da inzwischen 65,7% diese Möglichkeiten nutzen, gegenüber nur 50,3% in der Umfrage 2015. Die übrigen 34,3% wurden in der Umfrage 2017 wieder zu den Gründen befragt, woraus sich ergab, dass 53,9% kritische Prozesse durch Mitarbeiter überwachen lassen, 40,9% Automatisierung nicht für eine Priorität halten (Vorjahr 31%), 26,6% ihre IT-Umgebung für zu kompliziert für eine automatische Überwachung halten und 13,0% kein Budget und 11,7% keine Zeit für ein Automatisierungs-Projekt haben. Es gibt offenbar noch eine Hürde: 9,7% der IT-Abteilungen sind zu groß für eine automatisierte Überwachung. Huntington meint, dass Automatisierung, auch eine partielle, großes Einsparpotential bietet und empfiehlt, sich diesbezüglich beraten zu lassen. Er nennt auch eine hauseigene Quelle zum Einlesen: https://www.helpsystems.com/cta/guided-automation-assessment

Bereits die Umfrage 2016 ergab, dass in den USA mehr Unternehmen ausschließlich interne Plattenspeicher verwendeten als in Europa: 78% gegenüber 56%, was Huntington mit dem Zusammenhang zwischen SAN-Einsatz und VIOS-Einsatz (für PowerVM) erklärte. An der Umfrage 2017 nahmen 55,9% der Teilnehmer mit Sitz in USA teil, gefolgt von 26,8% europäischen Teilnehmern, womit beide Märkte gut repräsentiert sein dürften. Zurück zu den internen versus externen Speichern: 64,5% verwenden in der Umfrage 2017 nur interne Disks. Der Rest verteilt sich nach Menge des Vorkommens absteigend auf SAN-IBM V7000 (12,5%), SAN-IBM DS8000, nicht-IBM SAN, unspezifiziert SAN-IBM, SAN-IBM 3500 oder 3700 und nur 2,2% mit SAN-IBM V9000. Huntington bricht hier eine Lanze für die neue SAN Technologie und befürwortet besonders die Virtualisierung als Königsweg zu mehr Partitionen und Backup-Strategien, wie FlashCopy und HA, mit positiven Nebeneffekten durch erhöhte Performance und schnelleren Datenzugriff.

Im Laufe der vergangenen 3 Jahre stellte die Hochverfügbarkeit für IBM i Shops ein Projekt mit höchster Priorität dar und inzwischen habe 48,8% eine HV-Lösung implementiert. Auf Tape sichern 33,3%, bei einem externen Service sichern 8,4%, 7,1% sichern auf Platte und 1,3% arbeiten ohne Vorkehrungen gegen einen Katastrophenfall.

Auch die Art der HV-Lösung wurde abgefragt: 43,8% der Befragten haben keine Hochverfügbarkeitslösung. Von den genannten verwendeten Lösungen liegt mit 17,3% MIMIX an der Spitze vor iTera/Vision Solutions mit 8,6%.

Welche Hochverfügbarkeits-Technologie verwenden Sie mit IBM i ?

Bei über 70% der erfassten Betriebe laufen mehr als die Hälfte der Geschäftsanwendungen auf IBM i. Das soll bei 44,9% der Betriebe laut Planung unverändert bleiben. Die IBM i stärker nutzen, wollen 24,6% der Befragten (Vorjahr 21,9%). Immerhin 12,3% denken daran, einige Anwendungen auf eine neue Plattform zu legen. Unter 4% wollen in den kommenden 2 Jahren alle Anwendungen migrieren, die meisten davon zu Windows, ein Drittel zu Linux und der Rest zu AIX. Der Trend dieser letzten Gruppe war im Vorjahresvergleich leicht rückläufig.

Die Zahl der IBM i User, die davon überzeugt sind, dass IBM i einen besseren ROI als andere Plattformen bietet, könnte nicht konsistenter sein und lag im gesamten Befragungszeitraum von 3 Jahren stets nahe 100%, wie bereits eingangs angesprochen.

Die Befragten – wer arbeitet mit IBM i ?

Die demografischen Daten bieten auch einen Einblick, welche Organisationen mit IBM i arbeiten – zumindest, was die USA (55,9%) und Europa (26,8%) betrifft.

Wieviele Beschäftigte hat Ihr Unternehmen?

Erstmals hat Tom Huntingtom diesmal auch Daten zu den Befragten abgefragt. Er weist darauf hin, dass über 20% Positionen im C-Level oder als Director innehaben. Die breite Streuung der Funktionen in den Betrieben beeinflusst also die Statistik zu den Gehaltsangaben, so dass Huntington zusätzliche Angaben aus der Befragung zu den Gehältern einzelner Gruppen nennt: Das durchschnittliche Jahresgehalt der IBM i Administratoren liegt bei US$ 60.000 bis 80.000, das der IBM i Entwickler bei durchschnittlich US$ 80.000 bis 100.000.
*1 Quelle: ITG Management Report, September 2014, “IBM i on Power Systems for Midsize Businesses”

 

Alle Abbildungen und Zahlen:

Huntington, Tom (2017) 2017 IBM i MARKETPLACE SURVEY, Eden Prairie: helpsystems

„Es gibt offenbar noch eine Hürde: 9,7% der IT-Abteilungen sind zu groß für eine automatisierte Überwachung. Huntington meint, dass Automatisierung, auch eine partielle, großes Einsparpotential bietet und empfiehlt, sich diesbezüglich beraten zu lassen. Er nennt auch eine hauseigene Quelle zum Einlesen: https://www.helpsystems.com/cta/guided-automation-assessment“

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