Modernisierung der Powerplattform mit IBM® i 7.4 IBM® i 7.4 / 7.3

7. Dezember 2021 | Von | Kategorie: Systemmanagement

7.3 TR9 folgt der Tradition früherer Technologie-Refreshes. Es gibt eine Vielzahl von Verbesserungen, ­Updates und Ergänzungen für das gesamte Produktportfolio. Diese konzentrieren sich auf viele Bereiche, einschließlich Performance, System-Management, Deployment und Benutzerfreundlichkeit. Die Informationen betreffen das Basis-Betriebssystem, die Virtualisierung, Open Source Optionen sowie Verbesserungen in Lizenzprogrammen. Anhand von 19 Screenshots und Grafiken erläutert der Autor, Michael Weber, Schritt für Schritt die neuen Möglichkeiten dieser TRs und ihre Nutzung.

von Michael Weber

– Technologie Refresh (TR) – Ankündigungsüberblick

Folgende wesentliche Erweiterungen kommen mit IBM® i 7.4 TR3 und 7.3 TR9:

Basisbetriebssystem

  • IBM® Navigator for i bietet für Systemadministratoren bessere Überwachungsfunktionen mit.
    (Die Navigator for i-Erweiterungen werden über IBM® HTTP Server PTF Group
    SF99622 Level8 bereitgestellt.)
  • Performance Data Investigator (PDI)
    Die PDI-Visualisierung wurde verbessert, um Systemadministratoren die IBM®i Performance – Informationen bereitzustellen und um diese besser zu verstehen.
    Das neue Interface wurde um viele PDI-Funktionen erweitert.
    Einige davon sind im Folgenden aufgeführt:
  • Multi-Collection Support: Mehrere Performance­-Sammlungen können jetzt in einer einzigen Anzeige betrachtet und analysiert werden.

Abb. 1.: Multi-Collection Support

Siehe Abbildung 1

  • Job Wait Interval – Detail-Panel (in Job Watcher)
  • Unterstützung von Zeitachsendiagrammen
  • Kuchendiagramm-Unterstützung
  • QAPMCONF Panel
  • Aktualisierte Tabellenfunktionen (entwickelt mit Dojo) einschließlich Filter, Spaltenreihenfolge und
    Zeilenauswahlnavigation
  • Beim Starten des System Monitors öffnet sich das Diagramm nun standardmäßig mit der neuen Dojo-Schnittstelle
    (Dojo (Toolkit) ist eine modulare JavaScript-Bibliothek zur Entwicklung von Web-Anwendungen)

Siehe Abbildung 2

Abb. 2.: Tabellenfunktion – mit Dojo

  • IBM® Integrated Web Services (IWS) unterstützt sowohl bei der Benutzerregistrierung die direkte Angabe einer Authentifizierung für den IWS-Request als auch die Möglichkeit, sich mithilfe von Trust Association Interceptors (TAI) in einen Sicherheitsdienst eines Drittanbieters zu integrieren. Eine neue Transport Layer Security Version (TLSv1.3) ist im Integrated Web Services-Client enthalten.

Siehe Abbildung 3

Abb. 3.: IWS verbesserte Sicherheitsoptionen

  • IBM® i ObjectConnect (5770SS1-Option 22) unterstützt die Ausführung von ObjectConnect-Befehlen über TCP/IP jetzt nativ.
  • Die neue Funktion kopiert ein Objekt direkt in das Zielsystem, ohne SAVE-Files oder Verteilungswarteschlangen zu verwenden. Diese Verbesserung gibt es nur für IBM® i 7.4. und das Update mit ObjectConnect-PTF SI73777 ermöglicht die Nutzung.
  • IBM® i-Cluster-Technologien umfassen Verbesserungen, um System-Administratoren bei der Verwaltung und Verwendung von Independent Auxiliary Storage Pools (IASP), Cluster-Administrative-Domain und geografischer Spiegelung zu unterstützen.

Db2® for i

Die folgenden Db2® for i Erweiterungen werden über PTF Group SF99704 Level 10 bereitgestellt.

• Erweiterung des Befehls SQL-DROP um die IFEXISTS-Klausel und die SELECTIVITY-Klausel, dadurch verbessert man die Performance für SQL-Abfragen.

• Viele zusätzliche IBM® i-Services sind in diesem Refresh enthalten. Mithilfe der Leistungsfähigkeit von SQL und der Db2® for i-SQL Query Engine (SQE) erhalten Anwendungsentwickler, Datenbank­ingenieure und Systemmanager die Möglichkeit, IBM® i-Objekte und -Daten auf eine Weise zu untersuchen, die so vorher nicht verfügbar war.

Siehe Abbildung 4, Siehe Abbildung 5

Abb. 4.: Db2® for i – IBM® i Services

Abb. 5.: Db2® for i – IBM® i Services – Was ist Neu

  • Die folgende Abbildung (Abb.6) zeigt die 30 ­Neuerungen / Verbesserungen
    (https://www.ibm.com/support/pages/node/6250855)
    Siehe Abbildung 6

Abb. 6.: IBM® i Services Neuerungen / Verbesserungen

IBM® i Virtualizierung

  • IBM® PowerVM (V3.1.2) wurde um zusätzliche Funktionen erweitert, wie z.B. um…

… VIOS – Fibre Channel-NPIV Multiqueue-Unterstützung. NPIV Multiqueue bietet verbesserte Performance, mehr Durchsatz und reduzierte Latenzen mit höherer IOPS-Leistung (Input/Output Per Second), indem die E/A-Workload auf mehrere Warteschlangen verteilt wird.

Voraussetzung:

  • 16 Gb oder 32 Gb – ­Fibre Channel Adapter
  • POWER9®-Systeme mit Firmwarelevel FW940, oder höher
  • VIOS 3.1.2.10, oder höher
  • AIX 7.2 Technology Level 5, oder höher
  • Jede unterstützte IBM® i-Version (Release)

und VIOS – NPIV Virtual Fibre Channel Multiple Mapping-Unterstützung. LPM (Live Partition Mobility) unterstützt jetzt mehrere virtuelle Fibre Channel-Adapterports (Client Virtual Fibre Channel), die einem einzelnen physischen Fibre Channel-Port zugeordnet werden. Bei der Verwendung von Live ­Partition Mobility mit NPIV (­N-Port-ID ­Virtualization) musste jeder virtuelle Fibre-Channel-Clientadapter einem separaten physischen Port zugeordnet werden.  Mit VIOS (Virtual IO-Server) 3.1.2.10 wurde diese Einschränkung für IBM® i entfernt. Derselbe physische Port kann nun der gleichen IBM® i -Clientpartition zugeordnet werden, was eine bessere Adapterauslastung und Performance ermöglicht.

  • keine Unterstützung für AIX® oder Linux®, nur IBM® i
  • Jede unterstützte IBM® i-Version (Release)


Siehe Abbildung 7

Abb. 7.: VIOS – NPIV Virtual Fibre Channel Multiple Mapping Unterstützung

Was ist Ansible? https://www.ansible.com/resources/videos/quick-start-video

Open Source

Siehe Abbildung 8

Abb. 8.: Open-Source Die Hybrid Strategie

  • Das Open-Source-Produktportfolio für IBM ®i ist im neuen Refresh deutlich gewachsen. Zu den Verbesserungen gehören Komprimierungstools, Command-Line Utilities, Open-Source-Datenbanken und Node.js-Aktualisierungen. Diese Ergänzungen bedeuten, dass viele weitere Anwendungen nativ auf IBM® i ausgeführt werden können und viele Open Source-Entwickler die Vorteile von Standard-Industrietools nutzen können.
  • Ansible® von RedHat® bietet eine interessante Reihe von Funktionen für
    IBM® i, sowohl in der Systemadministration als auch in der Anwendungsbereitstellung.
    Durch eine Vielzahl von Action-Plugins, Rollen und Beispielplaybooks soll die Automatisierung von Aufgaben auf IBM® i möglich werden.

Siehe Abbildung 9

Abb. 9.: Ansible

Abbildung 10 zeigt ein einfaches Beispiel: ­Ansible-Playbook „Submit Job“– mit YAML. ­
https://de.wikipedia.org/wiki/YAML

Siehe Abbildung 10

Abb. 10.: Beispiel Ansible Playbook

  • Um sicherzustellen, dass Java-Entwickler Zugriff auf die neuesten IBM® i-Technologien haben wurden wichtige Schnittstellen in der IBM® i ToolBox für Java™ aktualisiert und verbessert.

Weitere Verbesserungen in Lizenzprogrammen (LPPs), wie

  • IBM® Backup, Recovery, and Media Services (BRMS) enthält eine Vielzahl von Verbesserungen, z.B. einfachere Prozesse, um Informationen leichter zugänglich zu machen. Es wurden IBM®i Services in BRMS integriert, um die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern.
  • IBM PowerHA® SystemMirror® for i bringt Verbesserungen und Vereinfachungen beim Deployment und Management für die „High-Availability-Umgebung. Diese konzentrieren sich auf die Reduzierung der Anzahl der Befehle, die für die Verwaltung und Bereitstellung von ­PowerHA® erforderlich sind. Dashboards und IBM® i ­Services dienen zur Benutzerfreundlichkeit und die Konsolidierung von Informationen auf wenigen Bildschirmanzeigen, wodurch es einfacher wird, die Auswirkungen auf die Systeme zu beobachten und die erforderlichen Anpassungen vorzunehmen. Siehe auch Abbildung 11 Power Systems Lösungen für HA/DR.

Siehe Abbildung 11

Abb. 11.: Power Systems Lösung für HA/DR (Anklicken zur Vergrößerung)

  • In diesem Technology-Refresh gibt es Erweiterun­gen innerhalb von IBM® Db2® Mirror for i: Verbesserungen der Benutzerfreundlichkeit und Vereinfachungen. Neue Funktionen in der GUI ­ermöglichen eine einfachere Einrichtung und ­Verwaltung der Replikation z.B. durch
    mehrere Authentifizierungsmethoden: – Beim Konfigurieren eines Db2®-Spiegel-Paars ­stehen folgende drei Methoden als Optionen zur ­Verfügung:

    • Der aktuell angemeldete Benutzer
    • Ein Benutzer mit Kennwort, das in einer verschlüsselten Datei auf IBM® i gespeichert ist
    • Beim ersten Zugriff auf das Spiegel-Paar

oder alternativ zu den Authentifizierungsmethoden …
durch eine sichere Verbindung: Die Db2® Mirror GUI verwendet IBM Toolbox for Java, um eine Verbindung vom GUI-Knoten zum angegebenen Db2®-Spiegelknoten herzustellen. Benutzer können die GUI jetzt so konfigurieren, dass sie SSL-basierend ist.

Siehe Abbildung 12

Db2® Mirror Statement of Direction (SOD)

IBM® plant, für IBM Db2® Mirror for i (5770-DBM) die zulässige physische Entfernung zwischen zwei Knoten zu verlängern, sodass sich die beiden Knoten bis zu 10 Kilometer voneinander entfernt befinden ­können.
(IBM’s statements regarding its plans, directions, and intent are subject to change or withdrawal without notice at IBM’s sole discretion. Information regarding potential future products is intended to outline our general product direction and it should not be relied on in making a purchasing decision. The information mentioned regarding potential future products is not a commitment, promise, or legal obligation to deliver any material, code or functionality. Information about potential future products may not be incorporated into any contract. The development, release, and timing of any future features or functionality described for our products remains at our sole discretion.)

  • IBM Cloud® Storage Solutions for i wird um die aktuellen Storage-Umgebungen erweitert, einschließlich der Verwendung von Proxy-Servern.

Abb. 12.: Db2® Mirror GUI

Cloud-Speicherlösungen

  • unterstützt jetzt Google Cloud-Storage über eine S3-Verbindung.
  • nutzt einen Proxy-Server, wenn er in einer reinen Cloud-basierenden Infrastruktur ausgeführt wird.

Siehe Abbildung 13

Abb.:13 IBM® Cloud Storage Solutions for i

  • IBM® Administration Runtime Expert (5733-ARE) Optimierung des Deployments und ­Applying von PTFs (Program-Temporary Fix) auf eine ­Vielzahl von Systemen.

Siehe Abbildung 14

Abb. 14.: 5733-ARE Administration Runtime Expert

  • Der RPG-Compiler, der auch im Rational® ­Development Studio enthalten ist, enthält Verbesserungen bei exportierten Prozeduren und zusätzlichen Parametern, die in den Control Spezifikationen und im Kompilierungsbefehl verfügbar sind. In diesem Refresh sind neue „Built-In“ – Funktionen integriert.

RPG-Aktualisierung:

  • Editor-Unterstützung für den neuen DATA-GEN Optioncode
  • Editor-Unterstützung für OPTIONS(*EXACT) für Prototypparameter
  • Editor-Unterstützung für das neue OVERLOAD-Schlüsselwort
  • Rational® Developer for i 9.6.0.8 enthält viele Funktionen, die bei der Umgestaltung und Modernisierung von Anwendungscode unterstützen.
    Mehr Informationen findet man unter:
    https://www.ibm.com/support/pages/node/603339#9607

Siehe Abbildung 15

Abb. 15.: Rational Developer for i 9.6.0.8

  • IBM® Access Client Solutions (ACS) Version 1.1.8.6 kann ab Dezember 2020 über die folgende Webseite (https://www.ibm.com/support/pages/ibm-i-access-client-solutions) geladen werden.
    Seit Version 1.1.8.5 ist es jetzt auch möglich, das Update auf eine neue ACS-Version über PTFs zu installieren. Diese sind innerhalb der Gruppen-PTFs für den HTTP-Server zu finden. Für IBM® i 7.4 ist es das PTF SF99662 und für IBM® i 7.3 SF99722.
    ACS wird dann im File-System /QIBM/proddata/Access/ACS/Base hinterlegt. Durch das Hinzufügen von „com.ibm.iaccess.CheckUpdateSystem=system name“ in die ­AcsConfig.properties – Datei kann


durch den Aufruf von (Help) Check for Updates …


… der Download der neuen Version auf die Workstation vorgenommen werden.

Eine zusätzliche Möglichkeit, ab Version 1.1.8.6, ist die Änderung der Datei AcsConfig.properties über Edit -> Preferences vorzunehmen.

… hier erfolgt dann der Eintrag der IP-Adresse über
System for checking updates und die Bestätigung durch Apply.

… mit (Help) Check for Updates … kann nun die Installation der neuen Version ausgeführt werden

Abb. 16.: ACS Download/Install

Abb. 16.: ACS Download/Install

Mit ACS 1.1.8.6 wird ein multipler Datei-Upload im Integraded File System (IFS) unterstützt. Hier ein Beispiel aus der /qsys.lib. Über die Upload-Funktion können jetzt zeitgleich mehrere Dateien ausgewählt werden.

Siehe Abbildung 17

Abb. 17

Abbildungen 18 bis 20 siehe Folgeseiten

Neu ist jetzt auch der Upload eines kompletten ­Ordners und dessen
Inhalte …

Siehe Abbildung 18

Abb. 18

… und die Möglichkeit des UnZip einer Datei und Ordner.

Siehe Abbildung 19

Abb. 19: Upload a Directory and UnZip

Detailinformationen siehe auf folgenden Webseiten

IBM® i 7.4 – TR3-Erweiterung
https://www.ibm.com/support/pages/node/6250855

IBM® Navigator for i – PDI Erweiterungen
https://www.ibm.com/support/pages/node/1128357

Db2® for i
https://www.ibm.com/support/pages/node/6250855

Open Source – Generelles

Informationen zu RPM und erste Schritte finden Sie unter:
https://ibmi-oss-docs.readthedocs.io/en/latest/yum/README.html

Über den Autor:

Der Autor Michael Weber ist Senior IT Spezialist für Power Systeme bei der IBM® Deutschland GmbH und per Email erreichbar unter: mweber (ÄÄÄT) de.ibm.com

Schlagworte: , , , , , , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.