von Isabella Pridat-Zapp
Die Evaluierung und Implementierung innovativer Technologien bilden den wichtigsten Bestandteil der IT- und Digital-Strategie der Unternehmen – ob es nun um Kostenreduktion, Produktivitätssteigerung oder um Neugewinnung bzw. Bestandspflege von Mitarbeitern geht.
Viele IT-Entscheider setzen mit Innovation zunächst einmal eine komplett neue IT-Lösung gleich. Um das Ergebnis der IDC Studie gleich vorwegzunehmen: Unternehmen, deren EDV auf IBM i Plattformen basiert, können mit Modernisierung unglaubliche Ergebnisse erzielen, ohne sich dem Risiko und den Disruptionen einer neuen Plattform, beziehungsweise eines Umzugs zur Cloud auszusetzen.
Aus den Antworten der Unternehmen, die bereits ihre Digitalmodernisierung implementiert haben bzw. mindestens 3 spezifische Modernisierungs Initiativen zu ca. 65% abgeschlossen haben, ergaben sich wichtige Erkenntnisse:
- Unternehmensentwicklungen aus denen sich die Notwendigkeit für einen Wandel ergab.
- In welche Modernisierungsbereiche wurde investiert und wie Modernisierer bis zu 12,5% der jährlichen Hardware-Kosten, 5,8% der jährlichen Software-Kosten sowie 2,4% der Projekt-Kosten einsparten.
- Gegenüberstellen der Zufriedenheit bei Unternehmen die modernisiert hatten, gegenüber denen die einen kompletten Wechsel vollzogen.
IDC merkt an, dass die IBM i Plattform eine moderne, sich weiterentwickelnde Plattform mit einer langen Geschichte sei. Diese Tatsache werde oft verkannt. So erklärte beispielsweise eines der antwortenden Unternehmen, das einen Plattformwechsel vollzogen hat, man habe die IBM i zwischen 2007 und 2017 nicht mit neuen Technologien upgedatet und von neuen Technologien nichts gewußt. So wurde die als überalterte Technologie wahrgenommene Plattform abgelöst. Bei der IBM i Plattform bilden heute die Virtualsierungssoftware, die Transaktionssoftware, die Datenbank und die Anwendungsserver Bestandteil des Betriebssystems. Das Betriebssystem übernimmt die Installation, die Integration, den Einsatz, die Optimierung und die Steuerung der Anwendungen. Infolgedessen erfordert die IBM i ausserordentlich wenig Wartung, obwohl kritische Anwendungen für Banken, Finanzinstitute und andere Industriezweige mit hohen Sicherheitsanforderungen auf ihr laufen. Die hohe Sicherheit verdankt das System dem im Betriebssystem integrierten Security Module, das die Beeinflussung von Anwendungen durch Schadsoftware fast unmöglich macht.
Heute läuft der meiste Open Source Code unverändert auf der IBM i und es gibt eine Open Source Community, die Open Source Software für die Plattform kompiliert. Die hochverfügbare IBM i Hardware basiert auf dem selben POWER9 Prozessor, den IBM auch für Summit und Sierra einsetzt – die Nr. 2 und 3 der weltweiten Supercomputer. Soweit IDC zur IBM i.
Die Umfrage sollte klären, womit die besten Ergebnisse erzielt wurden: Einerseits die seit vielen Jahren erfolgreich betriebene Plattform mit den bewährten unternehmenskritischen Anwendungen in Reaktion auf die Anforderungen der digitalen Transformation updaten: Einführung der neuesten Hardware, Funktionalitäten, Hybrid Cloud mit OpenShift und Ansible, KI, moderner Open Source Sprachen.
Andererseits die Suche und Einführung einer anderen Plattform mit ähnlichen Funktionalitäten.
Fehleinschätzungen
Die Ergebnisse der Studie räumten 2 verbreitete Fehleinschätzungen aus.
1. Fehleinschätzung: Das Replatforming wird eine deutlich bessere Plattform ergeben.
Die IDC Befragung ergab, dass die Unternehmen und Organisationen, die eine neue Plattform eingeführt hatten, mit den Funktionalitäten der neuen Plattform weniger zufrieden waren.
Vor der Betrachtung der Zufriedenheitsskala weist IDC auf die Zielplattformen für das Replatforming hin – als Ersatz für IBM wurde gewählt:
- verteilte x86 Server im lokalen Rechenzentrum
- scale-up x86 im IaaS eines Public Cloud Service Providers
- verteilte x86 im Internet as a Service eines Public Cloud Service Providers
IDC merkt an, dass bei ausgereiften Technologien, wie den hier besprochenen, die Zufriedenheit auf einer Skala von 1-5 üblicherweise zwischen 3 und 4,5 liegt.
Die Umfrage ergab zum Beispiel, dass die Modernisierer ihre upgedatete Platform im Bereich Kundenzufriedenheit als „sehr gut“ (4,16) einordneten, während die Replatformer mit 3,96 ihre Kundenzufriedenheit am unteren Ende von „gut“ an der Grenze zu „befriedigend“ platzierten.
Da Kundenzufriedenheit heute ein sehr wichtiges Messkriterium ist, stellt das einen wichtigen Unterschied dar. Wie Abbildung 2 zeigt, setzt sich dieser Zufriedenheitsunterschied über alle abgefragten Funktionsbereiche fort.
Fehleinschätzung 2: Fallen Kosten für neue Hardware an, so ist Modernisierung teurer als eine neue Plattform
Die Unternehmen argumentieren für eine neue Plattform so: Ja, die Modernisierung auf der IBM i ist kostensparender als die Einführung einer neuen Plattform – aber sprengt es nicht das Budget, wenn wir danach von einer POWER7 auf eine POWER9 upgraden müssen?
Laut den IDC Daten ist das nicht der Fall. Für die Modernisierer ergibt sich bei gleicher Hardware-Investitionssumme (zwischen 400tsd. und 2 Millionen Dollar netto) für Software, Personal, externe Berater und Disruptionskosten ein Vorteil von -3,5%.
Das beruht einerseit auf den vielen im Betriebssystem der IBM i integrierten Komponenten (für die in verteilten Umgebungen extra gezahlt werden muss) und andererseits darauf, dass die Wartungskosten modernerer Plattformen üblicherweise sinken infolge fortschreitender Automatisierung, einschließlich KI-basierter Predictive Analytics.
Der Vorteil der Modernisierer könnte noch größer sein, wenn die Upgrade Zeiträume bei einigen der Unternehmen nicht so groß wären. Manche upgraden nach 10 oder mehr Jahren, was den Aufwand und die Disruption erheblich erhöht.
Literatur:
August 2020, IDC #US46775720 White Paper The Quantified Business Benefits of Modernizing IBM Z and IBM i to Spur Innovation | Sponsored by: Rocket Software
https://info.rocketsoftware.com/rs/532-BSI-872/images/IDC-whitepaper-The-Quantified-Business-Benefits-of-Modernizing-IBM-Z-and-IBM-i-to-Spur-Innovation.pdf







