
von Tom Huntington – bearbeitet von Isabella Pridat-Zapp
Highlights
Huntington geht zur Einstimmung auf einige Highlights des Jahres 2020 ein:
- Im Vorfeld von POWER10 stieg der Einsatz von POWER9 signifikant von 31% auf 42%.
- Das 2019 eingeführte 7.4 wurde schnell angenommen (2019=4%) und wurde 2020 bereits von 15% der Antwortenden eingesetzt – weitgehend auf Kosten von 7.2.
- Auf 44% stieg der Anteil der IBM i shops, die 76% – 100% ihrer geschäftskritischen Anwendungen auf der IBM i vorhalten – während der Anteil derer, die innerhalb der nächsten 2 Jahre die Plattform verlassen wollen, auf 3% sank.
- Einen besseren ROI als anderen Plattformen schreiben inzwischen 92% der Antwortenden der IBM i zu und stolze 25% wollen im Jahre 2021 noch mehr als bisher auf dieser Plattform implementieren.
- Dazu paßt auch der Anstieg der Entwicklung auf IBM i – die Mehrheit der Unternehmen (76%) setzt die Plattform für Eigenentwicklungen ein. Der Anteil der großen Unternehmen mit mehr als 11 IBM i Entwicklern stieg auf 25%.
- Cyberangriffe und Verletzungen der Datensicherheit beschäftigen mit 75% die meisten Antwortenden, wobei 44% einen Mangel an Kenntnissen als besondere Sorge nennen.
- Den Rückgang der Anwendungsmigration in die Cloud erklärt sich Huntington damit, dass Covid-19 die für große Projekte vorgesehenen Ressourcen beansprucht hat. So kämpften die IT-Teams besonders damit, Remote Access zu IT-Funktionen (45%) zu ermöglichen und im Zusammenhang damit, die Sicherheit (41%) des entfernten Zugriffs zu gewährleisten.

Abb.1: Welche Technologien haben Sie auf der IBM i eingesetzt, um die neuen Covid-19 Heimarbeitsplätze zu ermöglichen?
COVID-19 Folgen
Es war eine sehr große Herausforderung, so plötzlich die Heimarbeitsplätze zu ermöglichen – siehe Abbildung 1.
Mit dieser Herausforderung hatten 80% der Antwortenden zu kämpfen. Darunter haben andere, längerfristige Projekte gelitten.
Status Hard- und Software
Die Grafik veranschaulicht die Entwicklung der Jahre 2016-2021 – siehe Abbildung 2.

Abb.2: Mit welcher IBM i Betriebsversion arbeiten sie hauptsächlich?
Für das Jahr 2021 haben 15% geplant, mit 7.4 zu arbeiten und 23% beabsichtigen einen beliebigen Software-Update. Wegen Covid-19 hat IBM den Premium Support für 7.1 in 2020 verlängert und es wird damit gerechnet, das dieser Support auch für 7.2 im Jahr 2021 verlängert wird – siehe Abbildung 3.

Abb.3: Mit welchen IBM Power Servern arbeiten Sie?
Für das Jahr 2021 haben 42% geplant, POWER9 einzusetzen und 29% wollen sowohl Hardware als auch Software erneuern. Auch hier ist der Verlauf über die Jahre 2016-2021 in der Abbildung dargestellt.
Da POWER6, POWER7 und POWER8 weiterhin unverändert eingesetzt werden, vermutet Huntington, dass diese Server im Rahmen von Hochverfügbarkeitsprojekten Verwendung finden.
Kapazitätsplanung
Abgefragt wurde auch, welche Befürchtungen die IBM i Shops bei der Planung ihrer Kapazitäten bezüglich CPU, Platten, I/O, Speicher, usw. am meisten bewegen. Ungefähr wie in den Vorjahren hegten 26% Zweifel an den Anbieter-Angaben, 13% beklagten das Fehlen internen Fachwissens bezüglich eventuell benötigter Hardware und 9% vermissten eine Software, die Aussagen zu Hardware-Anforderungen machen könnte.
Während 52% angaben, zum Befragungszeitpunkt keine Kapazitätsüberlegungen anzustellen, gibt Huntington zu bedenken, dass IBM erst im September 2020 bekanntgab, den Performance Navigator (PM400) einzustellen. Dieser wird von vielen Usern für das Sammeln historischer Daten und das Berichtswesen in ihren Power Systems Umgebungen genutzt.
Power Server und Partitionen
Huntington weist darauf hin, dass die Zahl der genutzten Power Server über die Jahre auffällig konstant blieb – siehe Abbildung 4.

Abb.4: Anzahl Ihrer Power Server?
Bei den Befragten, die die Zahl der Power Server reduziert hatten, fiel eine Zunahme der genutzten Partitionen auf. Im Jahr 2021 wollen nur 22% der Befragten eine einzige Partition verwenden, was einen Rückgang um 11% im 6-Jahres-Vergleich darstellt. Fast die Hälfte arbeiten mit 2-6 Partitionen – siehe Abbildung 5.

Abb.5: Wieviele Partitionen haben Sie auf Ihrer IBM i eingerichtet?
Dieser Trend dürfte sich laut Huntington in den kommenden Jahren fortsetzten, da Virtualisierung einfacher ist und die Resourcen effektiver nutzt.
Betriebssysteme vor-Ort?
Nur 13% arbeiten ausschließlich mit einem IBM i Betriebssystem – das waren in der ersten Befragung noch 27%. Während Linux auf x86 Servern in den letzten Jahren stetig zunahm, fiel es 2021 erstmals: auf 36% – siehe Abbildung 6.

Abb.6: Welche Betriebssysteme laufen auf Servern vor-Ort?
Windows liegt mit 79% vorn. AIX wird sowohl auf separaten Power Servern als auch zusammen mit IBM i auf gemeinsamen Servern genutzt (jeweils 15%). Analog hierzu stellt sich die Nutzung von Linux mit jeweils 9% dar.
Was läuft wo?
Die Huntington-Befragungen ergaben bisher stets eine Zunahme der Cloud-Nutzung durch IBM i Nutzer. Die aktuelle Befragung weist jedoch einen Rückgang um 7 Punkte aus, auf nurmehr 16% der Nutzer, die IBM i Server in der Cloud betreiben – also nutzen 84% die Cloud gar nicht. Zu kompliziert, angesichts der Covid-19 Zusatzbelastung, vermutet Huntington.
Eine Zusatzinformation zur Spezifizen Cloud-Nutzung wurde jetzt erstmals abgefragt. Von den 16% Cloud-Nutzern entfallen 10% auf hybriden Cloud-Einsatz und 6% auf reine Cloud-Anwendungen – inclusive Service Provider.
Es wurde deutlich, das jene, die die Cloud nutzen, diese meist für mehrere Zwecke einsetzen – siehe Abbildung 7.

Abb.7: Wofür nutzen die 16% der IBM User, die die Cloud einsetzen, diese?
Entwickler versus Administratoren
Die Zahl der IBM i Organisationen ohne eigene Entwickler hat sich im Vorjahresvergleich fast halbiert: von 11% auf nur noch 6%. Das spricht laut Huntington für die Zukunftsaussichten der Plattform dank der stetigen Modernisierung, die es ermöglicht die jeweils neuen Anforderungen zu implementieren.
Auffällig ist hier auch der Anstieg, von 7% im Vorjahr auf 25% in 2020, bei den Unternehmen, die mindestens 11 Entwickler beschäftigen – die meisten Anwendungen, die auf IBM i laufen, werden in-house entwickelt – siehe Abbildung 8.

Abb.8: Wieviele Entwickler beschäftigen Sie für Ihre IBM i?
Eines der wichtigsten Features der IBM i ist ihre Wartungsfreundlichkeit. Dies drückt sich auch im Befragungsergebnis aus: 71% der Antwortenden haben weniger als 3 Administratoren für die IBM i – siehe Abbildung 9.

Abb. 9: Wieviele Administratoren beschäftigen Sie für IBM i?
Diese im Vergleich zu den Vorjahren konstant niedrige Zahl stieg trotz Zunahme der Entwicklerzahl nicht.
Eigenentwicklungen
Wie erwähnt, nutzen 76% der IBM i Antwortenden für ihre Geschäftsanwendungen in-house Entwicklung. Es waren Mehrfachnennungen möglich, so daß sich zusätzlich folgendes Bild ergibt: Oracle 11%, SAP 11%, Infor 10% und Manhattan Assoc., Fiserv, Jack Henry, MedHost, McKesson jeweils 3-1%.
Auf IBM i eingesetzte Sprachen
Die konstant führenden Entwicklungssprachen RPG (87%) und SQL (80%) halten ihre Top-Positionen, während CLP mit einem 11%igen Anstieg im Vorjahresvergleich jetzt 64% erreichte. Dass COBOL nach einer Zunahme um 5 Punkte jetzt 19% erreicht, führt Huntington auf die Fähigkeiten dieser Sprache zur Verarbeitung großer Batch- und Transaktionsprozesse zurück – was vor allem im Finanzwesen und für administrative Funktionen wichtig ist – siehe Abbildung 10.

Abb.10: Welche Entwicklungssprachen nutzen Sie für Neuentwicklungen auf der IBM i?
Erstmals wurde bei dieser Befragung der Einsatz für Open Source Entwicklungen abgefragt, wie Node.js, Python, Ruby und Perl. Diese Sprachen sind besonders nützlich für die Optimierung des Workflows und der Betriebsabläufe. Besonders Node.js (13%) und Python (15%) werden offenbar bereits rege genutzt.
App Entwicklung mit Open Source Tools
IBM arbeitet schon lange daran, den IBM Nutzern zusätzliche Open Source Tools für die App Entwicklung zur Verfügung zu stellen. Am beliebtesten ist Apache HTTP Server, gefolgt von Apache Tomcat – siehe Abbildung 11.

Abb. 11: Welche OS Entwicklungs-Tools verwenden Sie für IBM i Apps?
Huntington verweist auf den IBM i Trend, sich durch Hinzufügung von Brower-Interface Fähigkeiten zu modernisieren und vermutet, dass die meisten Unternehmen jetzt oder künftig Open Source für irgendeinen Zweck einsetzen werden.
Einsatz von RDi
Huntington konstatiert etwas überrascht, dass weiterhin nur gut 50% der Antwortenden (wie in den Vorjahren) dieses für die IBM i so wichtige Produktivitäts-Tool für die Modernisierung der Unternehmensanwendungen einsetzen.
Nur bei 16% der Organisationen arbeiten 100% aller Entwickler damit, bei 15% sind das die Hälfte der Entwickler und bei 20% der Unternehmen setzen es weniger als die Hälfte der Entwickler ein.
Wie so oft in Unternehmen, wurde es mal angeschafft, aber niemand benutzt es – das sind in der Befragung immerhin 9%!
Zwei weitere sehr wichtige Bereiche wurden für die Folgeausgabe bearbeitet: Alltags-Backup und Security.
Quelle:
https://www.helpsystems.com/resources/guides/ibm-i-marketplace-survey-results


