Systemweites Überwachen der Performance in Echtzeit mit IBM PowerVP

9. Mai 2015 | Von | Kategorie: Systemmanagement

Das IBM Lizenzprogramm 5765-SLE PowerVP (*) ist in der aktuellen Version 1.1.2 seit Juni 2014 verfügbar. Es ermöglicht die systemweite Überwachung der Performance in Echtzeit für IBM Power Systeme. Insbesondere für Systeme mit vielen Partitionen / vielen virtuellen Maschinen ist es durch eine grafische Anzeige auf einen Blick möglich, Performance-Engpässe zu erkennen (siehe Bild 1) und dann entsprechend zu reagieren.

PowerVP (= Virtualization Performance)

von Edelgard Schittko

virtual_0

Über „Plot ➛ LPAR Core Usage“ kann zusätzlich zur obigen Gesamtsicht noch die detaillierte Prozessor- Auslastung pro Partition angezeigt werden, siehe Bild 2.

Darüber hinaus gibt es die sogenannte „Drill Down“ Option für jede Partition, d. h. man kann durch Doppelklick auf den Namen der jeweiligen Partition in der Anzeige rechts oben eine Detailsicht der Partition bekommen ( = „Monitor LPAR XYZ“ ), im Beispiel sind die „gelb“ und „rot“ auffälligen Partitionen PowerSC ( LPAR ID 9 ) und POWER770PLUS-I ( LPAR ID 3 ) interessant und werden in den Bildern 3 und 4 näher angesehen.

Obwohl es sich bei PowerVP um ein Überwachen in Echtzeit handelt, ist es möglich, Daten aufzuzeichnen ( „Recording“ ) und später auszuwerten mit Hilfe der Playback-Funktion. Mehr Details dazu sind im Redpaper „IBM PowerVP Introduction and Technical Overview“ REDP-5112-00 – http://www.redbooks.ibm.com/redpapers/ pdfs/redp5112.pdf zu finden.

Das IBM Lizenzprogramm 5765-SLE PowerVP Version 1.1.2 ist entweder einzeln bestellbar oder es wird mit ausgeliefert, wenn die Enterprise Edition von IBM PowerVM bestellt wird.

(*) offizieller Langname des Lizenzprogramms 5765-SLE: IBM Power Virtualization Performance (PowerVP) for
Power Systems
Abbildung 1: PowerVP „System View“ = alle Partitionen ( im Beispiel sind es 13 ) werden rechts oben angezeigt und links gibt es eine „Summensicht“ für das System, im Beispiel für eine IBM Power 770 9117-MMD

Abbildung 1: PowerVP „System View“ = alle Partitionen ( im Beispiel sind es 13 ) werden rechts oben angezeigt und links gibt es eine „Summensicht“ für das System, im Beispiel für eine IBM Power 770 9117-MMD

Abbildung 2: „LPAR Core Usage”, für die einzelnen Partitionen werden verschiedene Farben in der Darstellung verwendet

Abbildung 2: „LPAR Core Usage”, für die einzelnen Partitionen werden verschiedene Farben in der Darstellung verwendet

Das Lizenzprogramm besteht aus drei Komponenten, die je nach verwendetem Betriebssystem unterschiedlich installiert werden. Es gibt immer eine Server-Komponente, dort läuft der sogenannte „System-Wide Collector“ und wird auf dem Power-System ( ab POWER7 ) in einer AIX-Partition oder LINUX-Partition installiert, im Beispiel ist dies eine AIX-Partition ( Name: PowerVP, LPAR ID 8 ) .

Abbildung 3: „Monitor LPAR PowerSC“ = eine AIX Partition Hinweis: das verwendete Stressprogramm erzeugt sowohl eine Plattenauslastung, Ethernet-Belastung als auch CPU-Workload

Abbildung 3: „Monitor LPAR PowerSC“ = eine AIX Partition Hinweis: das verwendete Stressprogramm erzeugt sowohl eine Plattenauslastung, Ethernet-Belastung als auch CPU-Workload

Abbildung 4: „Monitor LPAR POWER770PLUS-I“ = eine IBM i Partition Hinweis: das verwendete Stressprogramm erzeugt nur CPU-Workload und keine hohe Plattenauslastung

Abbildung 4: „Monitor LPAR POWER770PLUS-I“ = eine IBM i Partition Hinweis: das verwendete Stressprogramm erzeugt nur CPU-Workload und keine hohe Plattenauslastung

Darüber hinaus gibt es „Agents“, d. h. pro Partition zu installierende Komponenten, sogenannte „ Partition Collectors“ für alle verfügbaren Betriebssysteme, die mit PowerVM unterstützt sind, also AIX / VIOS, IBM i, LINUX. Im Beispiel wurden die Agents auf AIX und IBM i installiert. Als dritte Komponente ist das GUI für das Monitoring anzusehen, sie kann u.a. auf einem Windows-PC installiert werden, wie im Beispiel.

Details zu den Installationsvoraussetzungen und zu den einzelnen Installationsschritten stehen im Redpaper „IBM PowerVP Introduction and Technical Overview“ REDP-5112-00 – http://www.redbooks.ibm.com/ redpapers/pdfs/redp5112.pdf

Bzgl. der Installation des Agents unter IBM i ist wichtig, daß unbedingt vorher alle benötigten PTFs installiert werden ( sie sind im Redpaper mit aufgelistet ), sonst bekommt man die Fehlermeldung siehe Bild 5 und die Installation des Agents schlägt fehl.

Abbildung 5: Fehlermeldung wegen fehlendem PTF auf IBM i

Abbildung 5: Fehlermeldung wegen fehlendem PTF auf IBM i

Wenn die Installation erfolgreich war, bekommt man entsprechende Meldungen „Congratulations“ und „Install Complete“ und der Agent wird automatisch auf der IBM i gestartet, man kann ihn aber auch manuell starten über:

STRTCPSVR(*POWERVP).

Die Autorin

Edelgard Schittko ist Senior IT Spezialistin bei der IBM Deutschland GmbH und per email erreichbar unter: EJ_Schittko (ät) de.ibm.com Dank an meine Kollegen Stephen Lutz und Michael Weber für die Hilfe bei der Beispiel-Installation und für die sogenannten Stress-Programme.

 

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